Freilauf im Boot: Hände weg, Oberkörper vor, erst dann rollen. Gleichmäßige Geschwindigkeit, Blatt eine Blattbreite über dem Wasser und kein Bremsen vor der Auslage.
Die ehrliche Antwort vorweg: Der Freilauf ist der Rückweg zur Auslage: Erst gehen die Hände weg, dann kommt der Oberkörper in die Vorlage, dann rollst du, und das alles mit gleichmäßiger Geschwindigkeit, ohne das Boot zu bremsen. So beschreibt es das rudertechnische Leitbild des Deutschen Ruderverbands (DRV): Nach dem Ausheben beginnt ohne Pause das Wegführen der Hände, in derselben Geschwindigkeit, in der sie zum Endzug gebracht wurden. Wenn die Hände die Knie passiert haben, beginnt das ruckfreie Anrollen [1]. Übersetzt: Erst Hände, dann Rumpf, dann Beine, und alles ohne Schwung nach hinten und vorn.
Rowing Canada fasst es als Reihenfolge Arme, Oberkörper, Beine zusammen und nennt als Ziel, den Geschwindigkeitsverlust gering zu halten [3]. Der Freilauf ist keine Pause: Das Boot läuft in dieser Phase weiter, und jede Bremsbewegung von dir kostet Tempo. Das Leitbild nennt deshalb: Im letzten Drittel des Freilaufs soll sich der Vorlagewinkel nicht mehr verändern; je präziser das gelingt, desto weniger wird das Boot zur Auslage hin abgebremst [1]. Und: Innenhebel- und Rollsitzgeschwindigkeit werden zur Auslage möglichst spät abgebremst [1].
Eine Abgrenzung: Dieser Guide beschreibt das Rudern im Boot. Bei zwölf Wettkampfruderern am Ergometer wurde die Schlagzahl vor allem über die Erholungszeit geregelt, nicht über die Durchzugszeit [4]. Das zeigt, wie viel Spielraum im Freilauf steckt. Es heißt aber nicht, dass das im Boot genauso ist.
Wie schwer ist das? Die Reihenfolge lernst du in einer Einheit. Bis du sie gleichmäßig und leise hinbekommst, braucht es erfahrungsgemäß viele Fahrten.
Nach dem Ausheben beginnt das Wegführen der Hände ohne Bewegungspause [1]. Der Oberkörper folgt unmittelbar der Heckwärtsbewegung der Innenhebel, sodass die Hände nicht zu weit vom Körper weggehen [2]. Meilenstein: 10 Schläge ohne erkennbaren Stopp am Ende des Durchzugs.
Zeitgleich wird der Oberkörper aus der Rücklage in die Vorlage gebracht. Das Becken ist aufgerichtet, die Hüfte ist die Drehachse [1]. Britische Technikbeschreibungen sagen: Die Hände führen die Erholung [5].
Wenn die Hände die Knie passiert haben, beginnt mit gleichbleibender Innenhebelgeschwindigkeit das ruckfreie Anrollen [1]. Der Rollsitz wird durch aktives, gleichmäßiges Heranziehen der Füße an das Stemmbrett bewegt [2]. Das Boot wird dabei durch leichtes, gleichmäßiges Ziehen am Stemmbrett unterstützt [1].
Das Blatt wird gleichmäßig mit einer Blattbreite Abstand zum Wasser vorgeführt, ohne dass die Hände in der Auslage abgesenkt werden müssen [1]. Das Aufdrehen der Blätter erfolgt kurz vor Erreichen der Auslage [1]. Britische Beschreibungen nennen, früh zu drehen, wenn die Blätter die Knie passieren [5].
Wenn die Hände auf Höhe der Füße sind, muss der Oberkörper seine endgültige Vorlage eingenommen haben [1]. Im letzten Drittel verändert sich der Winkel nicht mehr [1]. Meilenstein: Dein Trainer sieht, dass das Boot in der Auslage nicht erkennbar abbremst. Anker: Du rollst wie auf einem Aufzug, nicht wie in einer Treppe.
Film deinen Freilauf von der Seite und zähle: Wie lange dauert der Rückweg, wenn du gleichmäßig rollst? Dann übe ihn mit einer festen Zählweise („eins-zwei-drei") und beobachte, ob die Rollgeschwindigkeit konstant bleibt. Bei Wettkampfruderern am Ergometer wurde die Schlagzahl vor allem über die Erholungszeit geregelt [4]; im Boot lernst du dieselbe Idee ohne Hast.
Die Phase nach dem Ausheben bis zur Auslage: Hände weg, Oberkörper in die Vorlage, dann ruckfreies Anrollen [1].
Das Boot läuft in dieser Phase weiter. Jede Bremsbewegung kostet Tempo; das Leitbild verlangt, die Geschwindigkeit möglichst spät abzubremsen [1].
Arme, Oberkörper, dann Beine [3]. Erst wenn die Hände die Knie passieren, beginnt das Rollen [1].
Etwa eine Blattbreite Abstand zum Wasser [1].
Stoppen im Ruderboot: Ruder halt, dann Blätter ins Wasser drücken — [object Object]