Boot auf Kommando stoppen: Ruder halt, Blätter ab, Stoppen oder einseitig Backbord/Steuerbord stoppen. Ablauf nach DRV-Ruderbefehlen, Druckgrenze und Sicherheitsregeln.
Die ehrliche Antwort vorweg: Ein Ruderboot stoppst du auf Kommando in zwei Schritten: zuerst „Ruder halt", dann „Stoppen – stoppt": Die Blätter werden ins Wasser gedrückt und, soweit der Druck es zulässt, vorsichtig aufgedreht. So beschreibt es der Auszug „Ruderbefehle" aus dem Deutschen Ruderverband (DRV), nach Bootsobleute und Steuerleute [1]. Der Befehl ist Sicherheitswissen, denn ein Ruderboot hat keine Bremse und keine Rückwärtsgang-Taste.
Was ist die Gefahr beim Stoppen? Der DRV schreibt es klar: Zu starken Druck halten entweder die Dollen nicht aus, die für Druck in diese Richtung nicht gebaut sind, oder die Blätter brechen ab, oder der Innenhebel drückt den Ruderer aus dem Boot [1]. Übersetzt: Das Stoppen ist ein Bremsen mit Gefühl, kein Hineinrammen.
Wann brauchst du es? Zum Beispiel bei einem Hindernis voraus. In einer Prüfungsfrage der Steuer- und Obleuteprüfung des DRV ist die richtige Lösung bei einer plötzlich auftauchenden Buhne „Ruder – halt! Backbord stoppen" oder „Ruder – halt! Stoppen – stoppt!" [2]. Und: Kollisionen sind laut British Rowing eine häufige Ursache für Kenterungen [3].
Wie schwer ist das? Die Befehle lernst du in einer Einheit. Dass du sie bei Stress richtig ausführst, braucht erfahrungsgemäß mehrere Trainings. Dieser Guide ersetzt keine Einweisung im Boot.
Ruderbefehle bestehen aus einem Ankündigungs- und einem Ausführungsteil. Nach der Ankündigung sollte so viel Pause eingelegt werden, dass sich die Mannschaft konzentrieren kann [1]. Meilenstein: Du kannst die Reihenfolge „Ruder halt, Stoppen, stoppt" aufsagen.
Bei „Ruder – halt!" kommt die Ankündigung beim Blatteinsatz, der Ausführungsbefehl am Ende des Durchzugs. Nach dem Schlag werden die abgedrehten Blätter über Wasser so weit bugwärts geführt, bis die Ruder senkrecht zum Boot stehen [1]. Das Boot läuft aus.
Mit „Blätter – ab!" werden die Blätter flach auf das Wasser gelegt [1]. Das stabilisiert das Boot. Meilenstein: Das Boot liegt ruhig, ohne Ruckeln.
Bei „Stoppen – stoppt!" werden die Blätter in das Wasser hineingedrückt und, soweit der Druck es zulässt, vorsichtig aufgedreht [1]. Drück also nur so stark, wie Boot und Material es vertragen. Anker: Du bremst wie mit einem Handbremshebel am Fahrrad, nicht wie mit einer Notbremse.
Mit „Backbord (Steuerbord) stoppen – stoppt!" stoppst du einseitig. Alle stoppen hat die größte Wirkung, das Boot zum Stehen und den Bug zur Seite zu bringen, wenn genau in Fahrtrichtung ein Hindernis auftaucht [1]. Meilenstein: Du triffst die Reihenfolge im Training mit Trainer dreimal ohne Fehler.
Üb das Stoppen mit drei Stufen: erst „Ruder halt" und beobachten, wie weit das Boot ausläuft, dann „Stoppen" bei niedrigem Tempo, dann einseitig. Merke dir in Bootslängen, wie weit dein Boot auslief. Diese Zahl brauchst du später im Ernstfall. Messen ist besser als Raten.
Das Kommando, nach dem Schlag mit abgedrehten Blättern aufzuhören. Die Ruder werden senkrecht zum Boot geführt, das Boot läuft aus [1].
Mit „Ruder halt" und danach „Stoppen – stoppt": Die Blätter werden ins Wasser gedrückt und, soweit der Druck es zulässt, vorsichtig aufgedreht [1].
Dollen sind für Druck in diese Richtung nicht gebaut, Blätter können brechen, und der Innenhebel kann den Ruderer aus dem Boot drücken [1].
Nur Backbord oder Steuerbord stoppt. Es dreht den Bug zur Seite, etwa um einem Hindernis auszuweichen oder eine Wende vorzubereiten [1].
Rückwärtsrudern: Mit umgekehrter Blattstellung zurück zum Steg — [object Object]