Durchzug im Boot: Beinstoß mit gestreckten Armen, Armeinsatz bei 75 bis 85 Grad, Beine enden bei 100 Grad. So verbindest du Beine, Rumpf und Arme ohne Krafteinbruch.
Die ehrliche Antwort vorweg: Der Durchzug beginnt mit den Beinen: Du öffnest Knie- und Hüftwinkel gleichzeitig, die Arme bleiben locker gestreckt, und erst wenn die Hände etwa die Knie erreichen, kommt der Armzug dazu. So beschreibt es das rudertechnische Leitbild des Deutschen Ruderverbands (DRV): Der Antrieb des Bootes erfolgt zu Beginn ausschließlich aus dem Beinstoß, der Körpereinsatz beginnt über den Fußspitzen, und die Arme sind in natürlicher Position gestreckt [1]. Übersetzt: Erst treten, dann schwingen, dann ziehen.
Wie genau? Das DRV-Leitbild nennt konkrete Winkel: Der Armeinsatz setzt bei 75 bis 85 Grad zur Bootslängsachse ein, die Beinstreckung endet im Bereich von 100 Grad [1]. Beinstoß und Armzug überlagern sich, um Krafteinbrüche im Mittelzug zu vermeiden. Setzt der Armzug zu früh ein, leisten die gebeugten Arme Haltearbeit, die nicht zum Vortrieb beiträgt [1]. Reinhart Grahn weist darauf hin, dass es auch andere erfolgreiche Technikbilder gibt, etwa die „italienische Technik" mit zunächst nur arbeitenden Beinen, und dass Spitzenboote vom Leitbild teils abweichen [2]. Das Leitbild ist ein Anhalt, kein Gesetz.
Rowing Canada beschreibt dasselbe Prinzip so: Der Durchzug läuft in der Reihenfolge Beine, Oberkörper, Arme, die Erholung in der umgekehrten [3]. Eine Abgrenzung: Dieser Guide beschreibt das Rudern im Boot. Am Ergometer ist das Bild ähnlich, aber nicht gleich. Bei zwölf Wettkampfruderern an der Ergometer hing die Zeit für den Durchzug vor allem von der Intensität ab, nicht von der Schlagzahl [4]; ob das im Boot genauso ist, zeigt diese Studie nicht.
Wie schwer ist das? Das Prinzip verstehst du in einer Einheit. Dass die Abfolge auch bei Druck stabil bleibt, braucht erfahrungsgemäß Monate.
Aus der Auslage hängst du dich an den Griff [5] und stößt mit den Beinen. Der Körper bleibt in der Vorlage, die Arme bleiben locker gestreckt [1]. Meilenstein: 10 Schläge, bei denen die Arme bis zu den Knien gestreckt bleiben.
Der Beinstoß beginnt über den Fußspitzen. Der Oberkörper schwingt mit und verbindet Beinstoß und Armzug [1]. Die Rumpfwinkel ändern sich nicht ruckartig.
Wenn die Hände die Knie erreichen, beginnen die Arme zu beugen. Das DRV-Leitbild nennt einen Armeinsatz bei 75 bis 85 Grad [1]. Beine, Rücken und Arme arbeiten nun gemeinsam [2].
Die Beinstreckung endet im Bereich von 100 Grad [1]. Beine und Armzug überlagern sich, damit die Kraft nicht einbricht [1]. Anker: Es fühlt sich an, als schiebst du das Boot unter dir weg, nicht als ziehst du am Griff.
Körperschwung und Armzug enden annähernd gemeinsam in der hinteren Umkehr, ohne ruckartige Bewegungen [1]. Meilenstein: Dein Trainer sieht auf dem Video, dass Beine, Rücken und Arme fließend ineinander übergehen.
Film deinen Durchzug von der Seite und stoppe das Bild, wenn deine Hände die Knie passieren. Sind die Arme noch gestreckt? Dann siehst du das Leitbild. Beugt sich der Ellenbogen schon vor den Knien, ist das dein erster Hebel. Prüfe das im Boot, nicht nur am Ergometer: Dort ist der Ablauf ähnlich, aber nicht identisch.
Mit dem Beinstoß: Knie- und Hüftwinkel öffnen sich gleichzeitig, die Arme bleiben locker gestreckt [1].
Das DRV-Leitbild nennt einen Armeinsatz bei 75 bis 85 Grad [1]. Praktisch: wenn die Hände die Knie erreichen.
Das Leitbild sagt ja, aber es gibt auch andere erfolgreiche Bilder, etwa „erst treten nur die Beine" [2]. Frag deinen Trainer, was in deinem Verein gelehrt wird.
Nein, nicht ganz. Am Ergometer fehlt das Wasser, und Studien am Ergometer zeigen nur, wie sich Intensität und Schlagzahl dort auswirken [4].
Endzug beim Rudern: Rücklage, Unterarme parallel, Blatt sauber ausheben — [object Object]