Sissonne lernen: Absprung von beiden Beinen, Landung auf einem Bein. Mit Aufbau über Assemblé, Turnout aus der Hüfte, Landetechnik und typischen Fehlern.
Die ehrliche Antwort auf „Was ist eine Sissonne?“: Es ist ein Sprung, bei dem du von beiden Beinen abspringst und auf einem Bein landest, während das andere Bein frei in der Luft bleibt oder schließt. In Schulen heißen die Varianten simple, fermée (geschlossen) und ouverte (geöffnet), jeweils nach vorn, zur Seite oder nach hinten.
Warum ist sie ein Meilenstein? Du verlässt die sichere zweibeinige Landung. Nach dem Sprung hast du nur noch ein Bein, das alles auffängt. Genau das macht die Sissonne zu einem Mittelstufen-Sprung.
Was die Forschung sagt: In Studien mit 28 und 30 Nachwuchs-Profis lieferte die Hüfte bei den Sissonnes in allen Phasen die größte Außenrotation (Turnout). Vom Flug bis zur Landung blieb sie stabil, und das Knie trug wenig bei [1][2]. In der Vorbereitung drehten Knie und Sprunggelenk allerdings mehr als die Hüfte [1]. Übersetzt: Dein Turnout kommt im Flug aus der Hüfte – übe also, die Drehung dort zu spüren, statt sie aus den Füßen zu holen.
Wie schwer ist es wirklich? Der Ablauf ist in einer Stunde erklärt. Die Landung auf einem Bein sauber, leise und ohne Knie nach innen zu bekommen, dauert Monate (Erfahrungswert, ohne Studienbeleg).
Bevor du auf einem Bein landest, muss die Basis sitzen: gleichzeitiges Landen, Plié, Fersen runter. Meilenstein: Zehn Assemblés, deren Landung dein Nachbar nicht hört.
Steh in der Fünften, Demi-plié. Du drückst mit beiden Füßen ab. In der Luft strecken sich die Beine. Der Absprung ist geradeaus, der Rumpf bleibt aufrecht. Der Weg in der Luft ist kurz.
Du landest auf einem Bein im Demi-plié: Zehen, Ballen, Ferse. Das freie Bein bleibt ruhig am Cou-de-pied oder in der Luft. Das Knie des Landebeins zeigt über den zweiten Zeh. Zur Einordnung: Wer im Turnout einbeinig landet, hat laut einer Studie an 13 Collegetänzern in der Belastungsphase eine höhere Kniesteifigkeit als bei neutraler Fußstellung [3]. Dein Knie arbeitet dabei härter, also lande ruhig und tief.
Bei der fermée schließt das freie Bein nach der Landung oder schon in der Luft in die fünfte Position. Das ist die einfachste Variante. Das Landebein sinkt tief ins Plié, das schließende Bein setzt leicht auf.
Bei der ouverte bleibt das freie Bein in der Luft offen (zum Beispiel vorn oder seitlich). Sie ist schwerer, weil die Landung auf einem Bein mit offenem Spielbein ruhig bleiben muss. Hier arbeitest du mit Lehrkraft. Die Hüfte bleibt vom Flug bis zur Landung stabil [2] – das ist der Anker für deine Linie.
Die einbeinige Landung ist die höchste Last in der Sprungleiter. In einer Studie an 18 Tänzern stiegen Last und Aufprall von beidbeinigem Relevé über beidbeiniges Sauté bis zum einbeinigen Sauté, am höchsten beim einbeinigen Sauté [4]. Darum: erst die beidbeinigen Vorstufen sichern. Springe nur auf federndem Boden, immer mit tiefem Plié. Stoppe bei Schmerzen in Knie, Fußgelenk oder Schienbein und sprich mit deiner Lehrkraft. Eine Sissonne ouverte mit hohem Bein gehört unter Aufsicht. Diese Beschreibung erklärt und motiviert, sie ersetzt kein betreutes Training.
Übe die Landung ohne Sprung als Vorstufe: Stell dich auf beide Beine, geh ins Demi-plié und verlagere das Gewicht auf ein Bein, das andere steigt zum Cou-de-pied. Das übst du zehnmal je Seite, dann erst mit dem kleinen Sprung. Die Landung kommt dann aus dem Gedächtnis deiner Beine, nicht aus dem Zufall. (Praxiserfahrung, ohne Studienbeleg.)
Ergänzend: Eine Meta-Analyse mit 36 Studien fand für Kraft- und Konditionstraining bei Tänzern über 16 Jahren eine große Verbesserung der Beinleistung (g = 0,90) [5]. Sprich vorher mit deiner Lehrkraft.
Beim Assemblé springst du mit einem Bein ab und landest auf beiden Füßen. Bei der Sissonne springst du von beiden Beinen ab und landest auf einem Bein. Darum belastet die Sissonne ein Bein allein und ist schwieriger.
Weil das andere Bein während der Landung frei bleibt: bei der ouverte in der Luft offen, bei der fermée schließt es nachträglich. Das macht die Sissonne zu einem Sprung mit Spielbein-Linie und verlangt ein starkes Landebein [4].
Wenn du richtig landest, nicht mehr als andere Sprünge. Das Risiko steigt bei harten Landungen, Knie nach innen und zu schnellem Aufbau. Im Turnout landen führt laut einer Studie zu höherer Kniesteifigkeit in der Belastungsphase [3]. Darum: tief ins Plié, Knie über den Zeh.
Aus der Hüfte: Studien an Nachwuchs-Profis zeigen, dass die Hüfte in allen Phasen die größte Außenrotation liefert und das Knie wenig beiträgt [1][2]. Hol dir die Drehung also nicht aus den Füßen, sondern aus dem Hüftgelenk.
Wenn dein Assemblé sicher und leise ist und du zehn Sekunden auf einem Bein im Demi-plié stehen kannst (Praxis-Standard). Frage deine Lehrkraft nach dem Stand, bevor du die ouverte mit hohem Bein probierst.
Pas de chat: Der Katzensprung, der federleicht landet — [object Object]