Pas de chat lernen: seitlicher Sprung mit nacheinander angezogenen Beinen. Mit Aufbau über Retiré und Glissade, Landeweichheit in Zahlen und Fehlern.
Die ehrliche Antwort auf „Was ist ein Pas de chat?“: Es ist ein seitlicher Sprung, bei dem du nacheinander erst das eine und dann das andere Bein in die Retiré-Position (Zehe am Knie) anziehst – und in der Fünften landest. „Pas de chat“ heißt „Katzenschritt“: Du springst wie eine Katze, die über eine Pfütze huscht.
Er wirkt mutig, ist aber ein freundlicher Sprung. In einer Pilotstudie mit 11 Jugendlichen lag die Aufprallbeschleunigung beim Pas de chat bei 2,33 g – nach der Glissade (2,08 g) der zweitweichste von neun Schritten. Ein Changement erreichte 4,10 g und ein Entrechat quatre 4,32 g [1]. Anders gesagt: Der Pas de chat landet mit gut der Hälfte der Wucht eines Changements. Wichtig: kleine Pilotstudie, Jugendliche; die Werte sind Orientierung, keine Grenzwerte.
Er gehört trotzdem zur Mittelstufe, weil er vieles gleichzeitig verlangt: seitliche Bewegung, zwei Beine, die nacheinander ins Retiré gehen, und eine ruhige Landung. Die Vorstufen sind die Glissade (Gleitschritt zur Seite) und das Retiré.
Wie schwer ist es wirklich? Die Schrittfolge kannst du in einer Stunde verstehen. Die Zeit zwischen den beiden Retirés, die Höhe und die leise Landung brauchen Wochen (Erfahrungswert, ohne Studienbeleg).
Ein Retiré heißt: Die Zehe des Spielbeins berührt das Knie des Standbeins, das Knie zeigt zur Seite. Halte es acht Sekunden, das Becken bleibt gerade. Meilenstein: Du stehst im Retiré, ohne dass die Hüfte kippt.
Aus der Fünften im Demi-plié führst du das Bein zur Seite, gleitest hinüber und schließt wieder in die Fünfte. Die Glissade ist der freundlichste Schritt (2,08 g) [1]: Sie bringt dir bei, wie du seitlich Gewicht überträgst.
Beim Pas de chat springst du nicht hoch, sondern seitlich-flach. Das erste Bein geht in der Luft ins Retiré, das Knie öffnet nach außen. Der Absprung kommt aus dem Plié beider Beine.
In der Luft zieht das zweite Bein ebenfalls ins Retiré. Für einen Moment sind beide Knie nach außen offen und die Fußspitzen berühren die Knie, so entsteht eine Raute. Meilenstein: Du schaffst beides im Sprung, ohne dass der Rumpf kippt.
In den meisten Schulen landet das Bein, das zuerst hochging, auch zuerst, im Demi-plié. Das zweite schließt in die Fünfte. Die Fersen kommen nacheinander runter. Zur Einordnung: Eine Studie an 13 Collegetänzern fand, dass beidbeiniges Springen aus neutraler Fußstellung höher war als aus dem Turnout [2]. Wenn du die Fünfte sauber hältst, kostet das etwas Höhe – gewöhne dir den flachen Sprung an.
Sprünge im Allegro wiederholen sich hundertfach. Springe nur auf federndem Boden, immer mit tiefem Plié. In einer Studie an 18 Tänzern stiegen Last und Aufprall mit Bewegungsart und Standbein; beidbeinig war leichter als einbeinig [3] – achte also darauf, dass du die einbeinige Landung nicht ohne Vorbereitung übst. Stoppe bei Schmerzen im Knie, Fußgelenk oder Schienbein. Kräftigung hilft: Eine Meta-Analyse über 36 Studien fand bei Tänzern über 16 Jahren große Verbesserungen von Beinkraft (g = 1,59) und Beinleistung (g = 0,90) durch Kraft- und Konditionstraining [4]. Sprich vorher mit deiner Lehrkraft. Diese Beschreibung erklärt und motiviert, sie ersetzt kein betreutes Training.
Stell dir ein Kissen vor, auf dem du seitlich landen sollst. Das Kissen gibt nach, du sollst es nicht plattmachen. Dieses Bild führt zu einer tiefen, ruhigen Landung, ohne dass du über Winkel nachdenken musst. Prüfe mit dem Handy: Hörst du ein „Tock“, landest du hart. (Praxiserfahrung, ohne Studienbeleg.)
Mini-Übungsplan (Erfahrungswert): Zwei bis drei Mal pro Woche je acht Pas de chat pro Seite, nach dem Aufwärmen. Erst drei Durchgänge nur mit Fokus Landung, dann einen mit Fokus Retiré-Reihenfolge. Wenn die Landung leise bleibt, steigerst du die Zahl.
„Katzenschritt“. Der Name beschreibt die Bewegung: Du springst seitlich und ziehst die Beine nacheinander an, wie eine Katze, die über etwas hinwegspringt. Es ist ein Sprung der Mittelstufe im Ballett.
In der Pilotstudie mit 11 Jugendlichen lag der Aufprall bei 2,33 g, weicher als beim Changement mit 4,10 g [1]. Das heißt nicht „keine Belastung“, sondern: Mit tiefem Plié und Knie über dem Zeh ist er ein guter Sprung zum Üben der Landung. Bei Schmerz aufhören.
Wenn Glissade, Retiré und Sauté sicher sind (Praxis-Standard). Dann ist der Pas de chat ein logischer nächster Schritt. Starte mit niedrigen, seitlich-flachen Sprüngen und steigere erst, wenn die Landung leise bleibt.
Das ist die Besonderheit des Pas de chat. Das zeitversetzte Anziehen gibt dem Sprung seinen Katzencharakter und trainiert Timing. Gleichzeitiges Anziehen wäre eher ein Sauté oder Changement. Zähle „und eins – zwei“, bis das Timing sitzt.
Zwei bis drei Mal pro Woche je acht Sprünge pro Seite (Erfahrungswert, ohne Studienbeleg). Wenn die Landung laut wird, mach Pause. Qualität zählt mehr als Wiederholungen.
Petit Jeté: der „geworfene“ Sprung von Bein zu Bein — [object Object]