Tanzen: Das Tanzen-ABC – alle Fachbegriffe erklärt

Turnout, Frame, Cuban Motion, Groove: Das Tanzen-Glossar erklärt dir locker alle Fachbegriffe, die dir in unseren Tanzen-Guides begegnen werden.

Sportart: Tanzen · Level: Anfänger

## Einleitung "Was zum Teufel ist eigentlich Cuban Motion?" Wenn du gerade erst mit Tanzen anfängst, stolperst du in unseren Guides ständig über Begriffe, die einfach vorausgesetzt werden – Frame, Turnout, Groove, Clave. Kein Wunder: Tanzen hat sein eigenes Vokabular, gewachsen aus Ballettsälen, Salsa-Clubs und New Yorker Straßenecken gleichzeitig. Dieses Glossar räumt das aus dem Weg – die wichtigsten Fachbegriffe, einmal locker erklärt, bevor du in die eigentlichen Guides einsteigst.

## Musik & Timing – die Sprache, die jeder Tanz spricht Metrum ist schlicht der Puls eines Songs – der gleichmäßige Grundschlag, den du beim Klatschen mitzählst. Sobald bestimmte Schläge davon betont werden (meistens der erste von vieren), entsteht der Takt. Der Rhythmus wiederum beschreibt, wie die tatsächlichen Töne und Pausen über diesen Takt verteilt sind – Melodie und Gesang folgen ihm, nicht dem reinen Puls.

BPM (Beats per Minute) sagt dir, wie schnell ein Song ist – Salsa läuft z. B. zwischen 150 und 250 BPM, ein gemütlicher Walzer deutlich langsamer.

Die Clave ist ein fünfschlägiges Rhythmus-Muster über zwei Takte, das im Herzen fast jeder kubanisch geprägten Musik steckt (Salsa, Son, Mambo). Merk dir nur: Sie ist der unsichtbare Dirigent, an dem sich alle anderen Instrumente orientieren.

On1 / On2 beschreibt, auf welcher Zählzeit du deinen Salsa-Grundschritt beginnst – beides ist richtig, es sind einfach zwei verschiedene Zählsysteme.

Musicality heißt, nicht nur im Takt zu bleiben, sondern die Musik zu interpretieren – auf einen Break reagieren, eine Phrase mit deinem Körper "erzählen".

## Körper & Haltung – dein Handwerkszeug Alignment ist die korrekte Ausrichtung von Fuß, Knie, Hüfte und Wirbelsäule zueinander – keine Stilfrage, sondern dein wichtigster Schutz vor Verletzungen.

Core (auch Rumpfspannung) ist die Anspannung deiner Bauch- und Rückenmuskulatur, die wie ein natürliches Korsett verhindert, dass dein Körperschwerpunkt beim Tanzen wegkippt.

Turnout (auch Auswärtsdrehung oder En Dehors) ist die typische Ballett-Fußstellung, bei der die Beine aus der Hüfte heraus nach außen rotiert sind – wichtig: aus der Hüfte, nie aus dem Knie erzwungen.

Plié ist einfach eine Kniebeuge im Tanz – der Stoßdämpfer bei Landungen und die Sprungfeder für jede dynamische Bewegung.

Relevé heißt, dich auf die Fußballen oder auf die Zehenspitzen zu heben.

Die kinetische Kette beschreibt, wie Kraft durch deinen Körper wandert – vom Rumpf über die Schultern bis in die Arme, zum Beispiel beim Führen im Paartanz.

Isolationen sind Bewegungen, bei denen du gezielt nur einen Körperteil bewegst (Kopf, Brustkorb, Hüfte), während der Rest ruhig bleibt – die Basis von Hip-Hop und Jazz.

## Partner-Begriffe – wenn zwei zusammen tanzen Frame ist der Rahmen aus Oberkörper und Armen in der geschlossenen Tanzhaltung – der Kanal, durch den beim Standardtanz jede Führung läuft.

Topline ist die obere Linie aus Kopf, Nacken und Schultern innerhalb dieses Rahmens.

Führen & Folgen (Lead & Follow) passiert im guten Paartanz über den Körper, nicht über die Arme – der Führende zeigt mit der Körpermitte die Richtung, der Folgende liest sie über den Kontakt.

Connection ist genau dieser körperliche Kontakt, über den Information zwischen zwei Tänzern fließt, ganz ohne Worte.

Cross Body Lead ist eine Salsa-Grundfigur, bei der der Führende die Linie wechselt und den Partner quer über die eigene Position schickt.

Cuban Motion ist die kreisende Hüftbewegung im Lateintanz – sie entsteht übrigens nicht, indem du die Hüfte aktiv schwenkst, sondern indem du die Knie abwechselnd beugst und streckst. Die Hüfte folgt nur.

## Stil-Vokabular – Begriffe aus einzelnen Szenen Groove ist das ständige, weiche Wippen im Takt, das unter jedem Streetdance-Stil liegt – ohne ihn wirkt selbst eine korrekte Bewegung hölzern.

Bounce & Rock sind die zwei Grundrichtungen dieses Groove: Bounce geht nach unten auf den Schlag, Rock nach oben.

Toprock ist dein Einstieg im Breaking – der Groove, den du im Stehen tanzt, bevor du überhaupt auf den Boden gehst.

Footwork (auch Downrock genannt) sind die Schritte am Boden im Breaking.

Freeze ist eine eingefrorene Pose mitten in der Bewegung, oft auf einem Höhepunkt der Musik.

Power Move bezeichnet die spektakulären, kraftbasierten Drehungen im Breaking wie den Windmill.

Cypher ist der Kreis, in dem sich Breaker oder Tänzer gegenseitig battlen oder einfach nur tanzen – die soziale Grundform der Szene.

Contraction & Release ist das Fundament von Contemporary Dance: Die Kontraktion zieht deine Körpermitte nach innen wie beim Ausatmen, der Release öffnet dich wieder nach außen.

Spitzenschuhe (auch Pointe Shoes) sind die verstärkten Ballettschuhe, mit denen fortgeschrittene Tänzerinnen auf den Zehenspitzen tanzen – kein Anfänger-Equipment.

## Pro-Tipp Lern die Begriffe im Körper, nicht im Kopf. Fachvokabular bleibt abstrakt, bis du es fühlst. Merk-Kniff: Sobald du auf ein neues Wort stößt – Turnout, Groove, Frame, was auch immer –, probier es sofort in einer Minibewegung aus, statt es nur zu lesen. Dein Nervensystem verknüpft den Begriff dann mit einem echten Gefühl, und beim nächsten Guide erkennst du ihn sofort wieder, ohne nachzudenken. Genau das ist der Unterschied zwischen Auswendiglernen und wirklichem Verstehen.

FAQ

### Was ist Cuban Motion beim Tanzen? Cuban Motion ist die kreisende Hüftbewegung, die den Lateintanz prägt. Sie entsteht nicht durch aktives Hüftschwenken, sondern durch abwechselndes Beugen und Strecken der Knie – die Hüfte folgt nur. Das Hüftgelenk wird dabei stärker belastet als jedes andere Gelenk in der Bewegungskette.

### Was bedeutet Turnout beim Tanzen? Turnout (auch Auswärtsdrehung oder En Dehors genannt) ist die typische Ballett-Fußstellung, bei der die Beine aus dem Hüftgelenk heraus nach außen rotiert sind. Wichtig: Die Drehung kommt aus der Hüfte, niemals erzwungen aus Knie oder Knöchel – sonst drohen Verletzungen.

### Was ist der Unterschied zwischen Frame und Connection? Der Frame ist die feste Körperhaltung, die du im Paartanz aufbaust – Oberkörper und Arme als Rahmen. Connection ist der Kontakt, über den durch diesen Rahmen Informationen zwischen dir und deinem Partner fließen. Ohne stabilen Frame gibt es keine klare Connection.

### Was heißt Groove beim Streetdance? Groove ist das ständige, weiche Wippen im Takt, auf dem jeder Streetdance-Move aufbaut – bestehend aus Bounce (Bewegung nach unten) und Rock (Bewegung nach oben). Ohne Groove wirken selbst technisch korrekte Schritte steif; er ist reine Übungssache, kein Talent.

### Was ist die Clave in der Salsa-Musik? Die Clave ist ein fünfschlägiges Rhythmus-Muster über zwei Takte, das im Kern fast jeder kubanisch geprägten Musik steckt. Sie gibt vor, worauf sich alle anderen Instrumente ausrichten – deshalb hilft es enorm, sie einmal bewusst herauszuhören, bevor du selbst tanzt.

Key Takeaways

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