Der Exit im AFF: Aufbau, Absprung, Wegfliegen. Was du am Boden übst, wie Lehrer dich halten und warum der Ausstieg seltener Probleme macht als die Landung.
Die ehrliche Antwort vorweg: Ein guter Exit ist kein mutiger Sprung ins Nichts, sondern ein kurzer Ablauf in drei Teilen: Aufbau, Absprung, Wegfliegen [2]. Genau diese Reihenfolge übst du am Boden, bis du sie im Schlaf abrufen kannst [1]. Du musst im Flugzeug nichts erfinden, du musst nur eine eingeübte Abfolge abspulen.
Dazu eine Zahl, die viele beruhigt: In der schwedischen Verletzungsstatistik (257 gemeldete Ereignisse bei rund 540.000 Sprüngen) passierten nur 5 Verletzungen beim Ausstieg, also knapp 2 % [3]. Auf die Landung entfielen dagegen 226 Fälle, fast 88 % [3]. Der Exit entscheidet also weniger darüber, ob du heil bleibst, als darüber, wie sauber dein ganzer Sprung startet.
Beim AFF (Accelerated Freefall, die Freifallausbildung mit zwei Lehrern an deiner Seite) sind beide Lehrer beim Ausstieg dicht bei dir und halten dich fest [1]. Dieser Guide zeigt dir, was du dabei lernst. Er ersetzt keine Einweisung durch deine Schule, und den Exit übst du nie auf eigene Faust.
Dein Lehrer zeigt den Ablauf vor, erklärt ihn und lässt dich ihn nachmachen und üben [1]. Das Handbuch rät zu kurzen, prägnanten Anweisungen ohne lange Dialoge. Meilenstein: Du zeigst den Ablauf mit Höhenmesser und Griffattrappe fehlerfrei, bevor es ins Flugzeug geht [1].
An der Tür gehen Lehrer und du in Position, du wirst dabei ständig von mindestens einem Lehrer gesichert [1]. Je nach Flugzeugtyp läuft ein „Hotelcheck“ (Check-in, Check-out) zwischen euch ab [1]. Die USPA beschreibt das Ziel so: Du bringst Hüfte, Kopf, Füße und Hände in die einfachste Position, damit der Absprung leicht fällt [2].
Auf das Kommando springt ihr gemeinsam. Sobald du draußen bist, schiebst du die Hüfte in den Fahrtwind und hältst Kopf und Augen oben [2].
Du hältst eine entspannte Arch, während sich der Wind verändert: erst der Fahrtwind des Flugzeugs, dann der Fallwind des Freifalls [2]. Nach dem Exit bringst du das Becken vor und liegst symmetrisch auf dem Wind [1]. Danach folgt dein erster großer Beobachtungskreis (Horizont, Höhe, Blick zu den Lehrern) [1].
Der Exit wächst mit deinen Levels. In Level I lassen die Lehrer dich absichtlich nicht los [1]. Ab Level III fällst du solo ohne Halten [1], Level IV läuft nur noch mit einem Lehrer [1], und im DFV-Handbuch lernst du in Level VI den Solo-Exit [1]. Die Nummerierung kann je nach Schule abweichen. Lass dir von deiner Schule zeigen, wo du stehst.
Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt keine Ausbildung. Der Exit wird ausschließlich mit Lehrer trainiert.
Spiel den Exit am Boden laut durch, so wie es das DFV im Debriefing vorsieht: Du präsentierst deine Version zuerst, physisch als „Walk and Talk“, danach folgt die Lehrerversion [1]. Wer den Ablauf einmal gesprochen und gelaufen ist, speichert ihn im Körper. Das hilft dann, wenn der Kopf wegen der Aufregung leer ist.
Du wechselst beim Absprung von einer Windrichtung in die andere: vom Fahrtwind des Flugzeugs in den Fallwind [2]. Wenn du deine Arch hältst und gleichmäßig atmest, ist die Phase kurz und klar geführt. Dein Lehrer hält dich dabei. Wie intensiv sich das anfühlt, ist individuell.
In der schwedischen Auswertung von 1999 bis 2003 entstanden 5 von 257 Verletzungen beim Exit, rund 2 %. 226 entfielen auf die Landung [3]. Das ist eine Momentaufnahme eines Landes, aber sie zeigt, wo die Technik am meisten zählt.
Ein Exit-Funnel ist ein vorübergehender Verlust der kontrollierten Fluglage in der Absprungphase, du überschlägst dich zum Beispiel mit deinen Lehrern [1]. Im Briefing lernst du, die beste neutrale Lage einzunehmen. Lehrer und Schüler stabilisieren sich danach gemeinsam.
Beim AFF übst du den Solo-Exit erst nach mehreren Levels, im DFV-Handbuch in Level VI [1]. Davor lassen dich die Lehrer erst in Level III erstmals im Freifall los [1]. Wann du dran bist, entscheidet dein Lehrer nach deinem Können.
Fallschirm auslösen: Abwinken, Ziehen und Höhe richtig timen — [object Object]