Den Gegenangriff (Konterattacke) im Fechten lernen: Regeln bei Degen, Florett und Säbel, Opposition, Counter-time, typische Fehler und Meilenstein.
Darf ich einfach zurückschlagen, wenn mein Gegner angreift? Die ehrliche Antwort: Das hängt von deiner Waffe ab. Beim Degen gibt es kein Treffervorrecht: Beide Gegner können gleichzeitig einen gültigen Treffer setzen [3]. Bei Florett und Säbel gibt es dagegen ein Treffervorrecht. Dein Gegenangriff durchbricht es dort nur in bestimmten Fällen [3].
Nach den FIE-Regeln sind Gegenangriffe Offensivaktionen oder Offensiv-Defensiv-Aktionen, die du während der Offensivaktion des Gegners ausführst: der Sperrstoß, der Sperrstoß mit Opposition und der Sperrstoß in der Zeit [1]. Der FIE-Glossar fasst es breiter: Ein Gegenangriff ist eine einfache oder zusammengesetzte Gegenaktion auf den Angriff des Gegners, manchmal mit einem Schritt vor, manchmal beim Zurückweichen, Ducken, mit einem halben Ausfall oder mit gestreckter Fechtstellung [2].
Realistisch: Das Prinzip lernst du in einem Training. Den Moment und die Waffe richtig zu lesen, braucht Gefechtserfahrung – das ist Erfahrungswert, kein Studienergebnis.
Beim Degen gibt es kein Treffervorrecht [3]. Treffen beide, ist es ein Doppeltreffer: Es wird gegen jeden der beiden Fechter ein Treffer gewertet [1]. Bei Florett und Säbel hat der Angreifer zuerst das Vorrecht; ein Gegenangriff in einen einfachen Angriff geht dort zu deinen Lasten [1][3]. Deshalb ist das hier ein Degen-Skill, den du für Florett und Säbel mit Vorsicht lernst.
Der Glossar nennt mehrere Formen: den Gegenangriff beim Zurückweichen, beim Ducken, mit halbem Ausfall oder mit einem Strecken der Fechtstellung [2]. Welche du nutzt, hängt von Distanz und Moment ab. Dein Trainer entscheidet, welche Form du zuerst übst.
Beim Gegenangriff mit Opposition schließt du die Linie, in der der Angriff des Gegners enden wird [1]. Das schützt dich zusätzlich. Dein Arm ist gestreckt, deine Klinge deckt die Linie, und du triffst dabei (Praxis-Standard). Üb das zunächst im Stand gegen einen Partner, der seinen Angriff langsam ausführt: Du streckst den Arm, schließt die Linie und bleibst im Kontakt, bis der Partner „stopp“ sagt. Erst danach kommt Distanzarbeit dazu, und zuletzt das Tempo. So lernst du, dass der Gegenangriff aus Deckung und Treffer besteht, nicht nur aus Treffer.
Auf deinen Gegenangriff kann der Gegner reagieren: Jede Aktion des Angreifers gegen einen Sperrstoß des Gegners heißt Counter-time [1]. Der Glossar beschreibt es als das Parieren eines gegnerischen Gegenangriffs und anschließenden Angriff [2]. Hab das im Hinterkopf, bevor du ihn zum zweiten Mal anbietest.
Nach dem Gegenangriff kehrst du in die Fechtstellung zurück (siehe Guide zur Rückkehr).
Meilenstein: Wenn du bei zehn kontrollierten Angriffen eines Partners mindestens sieben Mal einen Gegenangriff vor dessen Treffer setzt, ohne gleichzeitig getroffen zu werden (im Degen: ohne Doppeltreffer), gehst du zu zusammengesetzten Aktionen weiter. Das ist ein Praxis-Standard, kein Studienwert.
Gegenangriffe führen die Fechter aufeinander zu; die Gefahr, zusammenzustoßen, steigt. Absichtlich herbeigeführte Körperberührungen werden bestraft [3]. Trag Maske, Jacke und Handschuh und kontrollier Tempo und Kraft. In einer 5-Jahres-Auswertung internationaler FIE-Turniere hatten Degenfechter ein etwa halb so großes Risiko für verletzungsbedingte Ausfälle wie Florett- und Säbelfechter (Risikoverhältnis 0,52 und 0,47) [5]. Das liegt nicht am Gegenangriff, sondern an der Waffe als Ganzes. Dieser Guide erklärt und motiviert – er ersetzt kein betreutes Training.
Entscheid früh, nicht mittendrin. In einer Studie mit zwölf Mitgliedern des spanischen Florett-Nationalteams veränderte sich die Ausführung des Ausfalls, wenn sich das Ziel erst spät änderte: Reaktions- und Bewegungszeit stiegen, es gab mehr Fehler [4]. Das war kein Gegenangriff-Versuch, aber die Lehre passt: Ein Gegenangriff, den du spät umentscheidest, wird schlechter. Leg vor dem Gefecht fest, wann du kontern willst, und bleib dabei, bis der Moment da ist.
Ein Gegenangriff ist eine einfache oder zusammengesetzte Gegenaktion auf einen Angriff des Gegners [2]. Nach den FIE-Regeln gehören der Sperrstoß, der Sperrstoß mit Opposition und der Sperrstoß in der Zeit dazu [1].
Weil es im Degen kein Treffervorrecht gibt: Beide Fechter können gleichzeitig treffen [3]. Deshalb haben Tempoaktionen dort die größte Bedeutung [3].
Wenn beide Treffer als gültig registriert werden, wird gegen jeden der beiden Fechter ein Treffer gewertet [1].
Jede Aktion des Angreifers gegen einen Sperrstoß des Gegners [1]. Der FIE-Glossar beschreibt es als das Parieren eines gegnerischen Gegenangriffs und anschließendes Angreifen [2].
Parade 2 Sekond lernen: Die tiefe Außenparade bei proniertem Griff — [object Object]