Das gleichmäßige Ziehen beider Steuerleinen kurz über dem Boden: Der Anstellwinkel steigt, Sink- und Vorwärtsfahrt fallen — aus dem Anflug wird eine Landung.
Kein anderer Handgriff im Sport entscheidet so viel. In einer schwedischen Erhebung entfielen 87,9 Prozent der Verletzungen auf Schirmfahrt und Landung, gegenüber 2,7 Prozent im Freifall — und eine niederländische Auswertung über 25 Jahre und rund 2,1 Millionen Sprünge nennt falsches Flare-Timing als häufigste dokumentierte Ursache von Landeverletzungen. Zu früh gezogen, steigt die Kappe kurz und setzt dich danach hart ab; zu spät gezogen, bremst nichts mehr. Was oft als feste Zahl weitergereicht wird, ist keine: Einsteiger-Briefings nennen als Orientierung rund drei bis vier Meter über Grund, aber die tatsächliche Höhe verschiebt sich mit Kappe, Flächenbelastung und Wind. Deshalb wird das Timing vom Boden aus gecoacht — und deshalb bleibt der Parachute Landing Fall die Rückfallebene, wenn Sink- oder Vorwärtsfahrt zu hoch sind.