Trapezfahren lernen: Tampen und Gabelbaum richtig einstellen, sicher ein- und aushaken und den Segelzug über die Hüfte statt über die Arme halten.
Was bringt das Trapez beim Windsurfen? Es überträgt den Segelzug über einen Haken an deiner Hüfte auf deinen Körperschwerpunkt, sodass dich dein Körpergewicht hält und nicht deine Arme [1]. Im Trapez kannst du bei kräftigerem Wind länger fahren, ohne dass die Unterarme brennen.
Die ehrliche Antwort zur Schwierigkeit: Das Trapez fühlt sich beim ersten Mal an, als würdest du dich an einem Seil über dem Abgrund festhalten. Nach ein paar Fahrten spürst du den Unterschied. Dass Arme und Schultern beim Windsurfen viel arbeiten, zeigt eine Messung auf dem Wasser: Beim Kreuzen und auf Raumschotkurs (jeweils mit Pumpen) waren bei sechs Windsurfern in leichtem bis mittlerem Wind der Kapuzenmuskel (M. trapezius), Unterarm-Beuger und -Strecker und der Bizeps sehr aktiv [5]. Auch die Griffhaltung am Gabelbaum zählt: In einem Simulator mit sechs erfahrenen Windsurfern war der Griff mit beiden Händen in Supination (Handflächen nach oben) auf einem 28-mm-Gabelbaum für die Unterarmmuskulatur am sparsamsten [6].
Im VDWS-System gehört das Trapezfahren zu Stufe 3 gemeinsam mit dem Beachstart – nach Grundschein und schneller Wende und Halse [7].
Stelle das Segel in den Wind, hole voll dicht und hänge dich ins Segel. Der Segeldruckpunkt liegt dann ungefähr zwischen deinen Händen – dort gehört auch die Mitte der Tampen hin. Für den Anfang setzt du die beiden Klettverschlüsse ein bis zwei Handbreit auseinander [1].
Länge-Check: Reichen die Tampen vom Handgelenk bis zum Ellenbogen, passt es meist. Der Gabelbaum sollte nicht unter Schulterhöhe liegen. Auf dem Brett stehend, Segel dicht, sollten die Tampen knapp über dem Haken enden [1].
Drehe vorderen Fuß und Schultern in Fahrtrichtung. Dann wirkt die Kraft nach vorn und das Brett kommt früher ins Gleiten [1]. Wer mit zu tiefem Gabelbaum und zu kurzen Tampen fährt, dessen Kraft geht quer aufs Brett: Mit Füßen und Schultern nach Lee würgst du den Vortrieb ab [1].
Hole auf Halbwindkurs kräftig dicht. Ziehe den Gabelbaum zu dir und schiebe die Hüfte nach vorn; die Schultern bleiben hinten, damit dich dein Körperschwerpunkt nicht nach Lee zieht. Verlagere den Segelzug langsam ins Trapez und entspanne die Arme. Eingehakt solltest du die Arme komplett strecken können [1].
Meilenstein: Du hängst im Trapez, die Arme sind locker, und du kannst Kurs halten, ohne dass die Unterarme brennen.
Steuere mit Körpergewicht und feinen Segelbewegungen (Auffieren und Dichtholen), nicht mit hektischen Armbewegungen. Das Prinzip von Anluven und Abfallen bleibt wie ohne Trapez; neu ist nur, dass dein Gewicht den Zug hält (Praxis-Hinweis, kein Studienbeleg).
Vor jeder Wende, Halse oder großen Steuerbewegung hakst du aus: Gabelbaum zu dir ziehen, Hüfte nach vorn, Schultern hinten lassen. Der Tampen rutscht dann aus dem Haken [1].
Probiere vor dem ersten Einhaken auf dem Wasser das Hängen im Trapez an Land: Segel in den Wind, voll dichtholen, hängen. Wenn die Tampen zu kurz oder zu weit auseinander sind, merkst du es dort in Sekunden. Dein Kopf lernt: Hüfte vor, Schultern hinten, Arme lang.
Wenn du Kurs, Auffieren und Dichtholen sicher beherrschst und der Segelzug in den Armen spürbar wird. Im VDWS-System steht das Trapez in Stufe 3, nach dem Grundschein und der schnellen Wende und Halse [7].
Für den Anfang gilt: Reichen die Tampen vom Handgelenk bis zum Ellenbogen, passt es meist. Empfohlen sind verstellbare Tampen mit 22 bis 30 Zoll, also etwa 56 bis 76 Zentimeter [1].
Hole auf Halbwindkurs dicht, ziehe den Gabelbaum zu dir, schiebe die Hüfte nach vorn und lass die Schultern hinten. Dann verlagerst du den Segelzug langsam ins Trapez und entspannst die Arme [1].
Rückenbeschwerden sind beim Windsurfen häufig, aber ob das Trapez der Auslöser ist, zeigen die vorliegenden Studien nicht [2][3]. Eine Übersicht führt Krafttraining für Ober- und Unterkörper sowie Aufwärmen als vorgeschlagene, nur schwach belegte Prävention auf [4].
Angleiten und in die Fußschlaufen: so kommst du ins Gleiten — [object Object]