Rückwärtspass im Volleyball lernen: Körper unter den Ball, Streckung nach hinten, saubere Hände. Mit Meilensteinen, typischen Fehlern und Täuschungs-Tipps.
Was ist ein Rückwärtspass? Die ehrliche Antwort: Du pritschst den Ball über den eigenen Kopf nach hinten, zum Beispiel vom Zuspieler auf Position 3 zum Angreifer auf Position 2. Technisch ist er ein normales Pritschen mit anderer Streckrichtung. Spielerisch ist er mehr: Er ist ein Mittel, die Richtung deines Zuspiels so lange wie möglich zu verbergen.
Warum das zählt, zeigt ein Videotest: Erfahrene Volleyballer sagten die Richtung eines Zuspiels, vorwärts oder rückwärts, schneller und genauer voraus als Anfänger [6]. Ein Zuspieler, der sich früh verrät, wird also vom Block früh gelesen. Das Taktik-Material des Westdeutschen Volleyball-Verbands führt „rückwärts über Kopf" ausdrücklich als eine der Möglichkeiten auf, wie ein Zuspieler stellt, neben hoch nach außen, halbhoch oder kürzer [3]. Frage dich deshalb nicht nur wie, sondern auch wann du rückwärts spielst.
Wie beim frontalen Pritschen entscheidet die Vorbereitung. Stell dich so, dass der Ball über deiner Stirn ankommt, die Füße schulterbreit, die Knie leicht gebeugt. Beim Rückwärtspass ist dein Körper etwas weiter hinter dem Ball, als du es vom frontalen Pass kennst. Das ist Praxiserfahrung, keine Studienaussage. Meilenstein: Du bringst 10 Anwürfe hintereinander unter den Treffpunkt über der Stirn.
Die Hände bilden ein Körbchen wie beim normalen Pritschen. Die Streckung geht nicht nach vorn oben, sondern nach hinten oben: Hüfte schiebt leicht vor, der Kopf bleibt neutral, die Arme strecken sich. Die Kraft kommt aus den Beinen und den Armen, nicht aus dem Hohlkreuz. Beim Pritschen allgemein speichern die Handgelenk-Beuger im Moment der Annahme Spannung und geben sie danach wieder ab, geübte Spieler nutzen das deutlich besser als Anfänger [4]. Meilenstein: 10 Selbstanwürfe, die du rückwärts fängst, statt sie zu spielen.
Wirf dir den Ball selbst an und spiele ihn rückwärts zu einem Ziel. Das Lehrmaterial rät zu Selbstanspiel, damit du Gefühl und Handstellung ohne Zeitdruck lernst [2]. Meilenstein: 7 von 10 Bällen landen in einem 2-Meter-Kreis hinter dir.
Je weiter der Pass, desto mehr Beinarbeit. Bei zwölf Elite-Spielern änderten sich die Beinbewegungen deutlich zwischen 3, 6 und 9 Metern Passweite, die Arm-Muskelaktivität unterschied sich dagegen nur zwischen 3 und 6 Metern [5]. Die Studie untersuchte frontales Pritschen, die Übertragung auf den Rückwärtspass ist eine Ableitung (TRANSFER). Meilenstein: Du spielst abwechselnd 3 Meter und 6 Meter nach hinten und triffst jeweils 6 von 10 Mal den Zielkreis.
Mit Zuwurf eines Partners wird es echt. Ändere den Zuwurf in Höhe und Seite, sodass du laufen musst. Dann trainierst du die Täuschung: Das Verbandsmaterial beschreibt beim Pritschen nach Eigenanspiel, dass die tatsächliche Abspielrichtung länger verborgen bleibt, wenn du den Oberkörper erst nach dem Anwerfen in die Abspielrichtung drehst [2]. Ziel: Vorwärts- und Rückwärtspass aus derselben Körperhaltung. Meilenstein: Ein Partner hinter dem Netz oder neben dir kann bei 10 Pässen die Richtung nur in der Hälfte vorher erraten.
Beim Rückwärtspass blickst du nach oben und streckst dich nach hinten. Das ist belastend für Nacken und unteren Rücken, wenn du es mit Kraft erzwingst. Das ist Praxiserfahrung. Übe zunächst mit leichten Bällen, nicht zu hohen Wiederholungszahlen und achte auf freien Raum hinter dir, damit du nicht über Mitspieler stolperst. Wenn Finger dick werden oder nach einem Tag noch schmerzen, lass sie ärztlich ansehen. Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training.
Trainiere den gleichen Anlauf und die gleiche Körperposition für vorwärts und rückwärts. Viele Spielerinnen und Spieler legen den Kopf oder die Schultern schon vor dem Kontakt in die Richtung des Passes, und der Block liest genau das. Bei erfahrenen Volleyballern zeigte der Videotest, dass sie Hinweise im Körper des Zuspielers effizient nutzen [6]. Ein Video von dir von hinten und von der Seite zeigt dir in zwei Minuten, wo du dich verrätst.
Ja. Der Ball darf nicht gefangen oder geworfen werden, und beim Zuspiel müssen die Berührungen gleichzeitig stattfinden. Dann ist die Richtung egal [1].
Das hängt von Mannschaft, Angreifern und Block ab. Das Taktik-Material nennt „rückwärts über Kopf" als eine von mehreren Möglichkeiten, wie ein Zuspieler stellt [3]. Der Rückwärtspass lohnt sich, wenn du damit einen Angreifer an der Seite erreichst und der Block die Richtung nicht früh erkennt.
Mit einem Selbstanwurf und einem Ziel hinter dir, zum Beispiel einem Reifen oder einer Wand-Markierung. Das Selbstanspiel gehört im Lehrmaterial zu den Übungen, bei denen du ohne Zeitdruck Gefühl und Handstellung lernst [2].
Meist fehlt die Beinstreckung oder die Hüfte schiebt nicht mit. Bei weiteren Zuspielen sind mehr Beinbewegungen nötig [5].
Lob / Tip: Die Finte, die den Block ins Leere laufen lässt — [object Object]