Aufschlagannahme im Volleyball verbessern: Position, früher Fußstart, ruhige Plattform und klare Zuständigkeit. Mit Meilensteinen und typischen Fehlern.
Warum ist die Annahme so wichtig? Die ehrliche Antwort: Weil ein schlechter erster Ball dem Zuspieler fast alle Möglichkeiten nimmt. In einer Analyse von 4.113 Spielaktionen bei einer Weltmeisterschaft bestimmte die Qualität der Annahme, wie gut das anschließende Zuspiel gelang. Der Aufschlag selbst hatte dagegen keinen eigenen Einfluss [7].
Technisch ist die Annahme meist ein Bagger. Der Westdeutsche Volleyball-Verband hält Baggern trotz der Regel, die beim ersten Ballkontakt eine Doppelberührung erlaubt, weiter für die wichtigste Technik der Aufschlagannahme [1]. Der Ball darf beim ersten Ballkontakt eines Teams nacheinander verschiedene Körperteile berühren, solange es eine Aktion bleibt [2]. Das nimmt etwas Druck raus, ersetzt aber keine saubere Technik.
Die Daten zeigen, wie wichtig deine Ausgangsposition ist. Bei vier Spielern, die Sprungflatter-Aufschläge annahmen, hing eine Ausgangsposition weiter hinten im Feld und größere Laufwege in Längsrichtung mit schlechterer Annahme zusammen [3]. Stell dich also so, dass du eher nach vorn oder zur Seite gehst als rückwärts. Meilenstein: Du erkennst bei 10 Aufschlägen vorher, ob der Ball kurz oder lang kommt, und stehst in 8 Fällen richtig.
Bei 347 Annahmen der niederländischen Nationalmannschaft setzte die Fußbewegung zeitlich nach dem Aufschlag ein, die Armbewegung dagegen nach der Zeit bis zum Ballkontakt [5]. Praktisch heißt das: Die Füße starten früh, wenn der Ball fliegt. Die Arme bleiben ruhig und gehen erst am Ende in Position. Meilenstein: Du erreichst bei 10 Bällen eine stabile Position vor dem Treffpunkt, bevor die Arme sich bewegen.
Je schlechter ein Annehmer zu Ball und Ziel ausgerichtet war, desto häufiger spielte er einen seitlichen Bagger, und der war in einer Analyse von 182 Annahmen mit schlechterer Qualität verbunden [4]. Das passt zum Verband: Körper möglichst frontal hinter den Ball und den Treffpunkt nicht zu tief wählen [1]. Meilenstein: 8 von 10 Annahmen spielst du frontal.
Je schärfer der Ball kommt, desto weniger Impuls brauchst du, vielleicht sogar ein leichtes Nachgeben. Bei langsamen, hohen Bällen mehr [9]. Hohe und schnelle Aufschläge führten bei den Spielern in der Studie außerdem öfter zu einer Annahme mit den Fingern, wenn der Annehmer nah genug am Ziel stand [4]. Meilenstein: Bei weichen und scharfen Bällen im Wechsel landen 7 von 10 Annahmen im Zielkreis.
Im Spiel entscheidet nicht nur die Technik, sondern auch, wer zuständig ist. Das Verbandsmaterial weist darauf hin, dass die Entscheidung, wer annimmt, die Zeit für die Aktion zusätzlich verkürzt [8]. Sprecht ab, wer welchen Bereich nimmt, und ruft den Ball laut. Meilenstein: In einem 3-gegen-3 gibt es 10 Annahmen ohne Zusammenstoß und ohne „Wer hat den?".
Bei hart geschlagenen Aufschlägen kann der Ball den Unterarm schmerzhaft treffen. Triff den Ball nur auf der flachen Unterarmfläche. Prüfe bei Mannschaftsübungen, dass Annahmebereiche klar aufgeteilt sind, damit niemand zusammenstößt. Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training.
Annehmen hängt auch an dem, was du vorher siehst. In Daten aus 31 Spielen des World Cup 2007 erschwerten tiefe Aufschläge und Annahmen nahe der Grund- oder Seitenlinie dem Team ein gutes Zuspiel [6]. Beobachte also schon beim Anwurf, wo der Aufschläger hinzielt, und gehe früh in den Raum, in dem der Ball am schwersten zu spielen wäre. Das ist eine Ableitung aus Spieldaten auf hohem Niveau, kein Rezept für jeden Anfänger.
Baggern bleibt laut Verband die wichtigste Annahmetechnik [1]. Bei hohen, weichen Bällen kann Pritschen funktionieren. Welches von beiden nutzbar ist, hängt auch von Geschwindigkeit und Höhe des Aufschlags ab [4].
Stell dich so, dass du zum Ball nach vorn oder zur Seite gehst. In einer kleinen Studie mit vier Spielern gingen eine Position weit hinten und große Laufwege in Längsrichtung mit schlechterer Annahme einher [3].
Starte mit den Füßen früh, direkt nach dem Aufschlag, und stelle die Arme erst kurz vor dem Kontakt ein. Bei Annahmen der niederländischen Nationalmannschaft setzte die Fußbewegung zeitlich nach dem Aufschlag ein, die Armbewegung nach der Zeit bis zum Ballkontakt [5].
Oft stehen Körper und Plattform nicht zum Ziel. Seitliche Bagger waren in einer Analyse von 182 Annahmen mit schlechterer Qualität verbunden [4]. Drehe die Schultern zum Zuspieler.
Rückwärtspass: Über den Kopf zuspielen, ohne dich zu verraten — [object Object]