Dreischrittanlauf: Rhythmus, Stemmschritt und Absprung am Netz

Dreischrittanlauf im Volleyball lernen: kurzer Orientierungsschritt, langer Stemmschritt, Beistellschritt. Mit Meilensteinen, typischen Fehlern und Timing.

Sportart: Volleyball · Level: Anfänger

Einleitung

Wie viele Schritte hat der Anlauf im Volleyball? Die ehrliche Antwort: Beim klassischen Anlauf sind es drei Schritte. Ein kurzer Orientierungsschritt, ein deutlich längerer, explosiver Stemmschritt und ein Beistellschritt, der beide Füße zum Absprung zusammenbringt [1]. Beim Rechtshänder läuft das Muster links, rechts, links. Linkshänder spiegeln es.

Der Anlauf ist kein Beiwerk. In einer Bewegungsanalyse mit 16 erfahrenen Spielern hing die Sprunghöhe beim Angriffssprung stark mit der waagerechten Geschwindigkeit des Körperschwerpunkts am Ende des Anlaufs zusammen. Die Autoren schreiben deshalb von der Bedeutung eines optimalen Anlaufs [2]. Und eine Gruppe um Fuchs konnte bei zwölf Spitzenspielerinnen in einer Saison zeigen, dass gezielt trainierte Anlauf- und Armschwung-Details die Sprunghöhe von rund 0,44 Metern um 11,9 Prozent erhöhten, das sind etwa 5 Zentimeter, ungefähr die Breite von drei Fingern [4]. Das war keine Zufallsstudie mit Zufallsgruppen, aber ein Hinweis, wie viel im Anlauf steckt.

Was du brauchst

Schritt für Schritt

1. Rhythmus ohne Ball

Lerne zuerst nur die Schrittfolge. Für Rechtshänder: kurzer, lockerer Schritt mit links (Orientierungsschritt), dann ein großer, flacher Schritt mit rechts (Stemmschritt), dann das linke Bein neben das rechte ziehen. Der Stemmschritt ist deutlich länger und explosiver als der erste Schritt [1]. Der Verband empfiehlt Silben als Hilfe, zum Beispiel „Jam-ta-dam": Abdruck, Ferse aufsetzen, Beistellen und Absprung [1]. Meilenstein: 10 Anläufe in Folge im gleichen Rhythmus.

2. Stemmschritt über den Graben

Setze die Ferse zuerst auf und rolle über den Fuß ab. Der Stemmfuß wird betont mit der Ferse aufgesetzt, nicht flach [1]. Übe an den Markierungen oder über zwei Matten mit Abstand. Meilenstein: Du landest 8 von 10 Mal mit dem Stemmfuß in der Markierung.

3. Arme dazunehmen

Beim kurzen Orientierungsschritt schwingen die Arme nach vorn, beim Stemmschritt gehen beide Arme nach hinten, im Absprung reißt du beide Arme gleichzeitig hoch [1]. Der Armschwung bringt wirklich etwas: Bei Elite-Volleyballern erhöhte er die Höhe eines Strecksprungs aus dem Stand um 38 Prozent, ein Hinweis aus einem anderen Sprung (TRANSFER, kein Anlauf) [5]. Bei Spielerinnen war ein weiter, dynamischer Armschwung einer von drei Schlüsselfaktoren der Sprunghöhe [3]. Meilenstein: 10 Anläufe, bei denen beide Arme gleichzeitig nach oben gehen.

4. Absprungposition und Abstand zum Ball

Beim Beistellschritt setzt du den linken Fuß näher zum Netz als den rechten. So kommst du seitlich offener zum Ball und die Schlagschulter kann weit nach hinten [1]. Als Anfänger springst du etwa eine Armlänge vom Ball entfernt ab [1]. Meilenstein: Aus fünf verschiedenen Startpunkten landest du immer etwa eine halbe Armlänge vom Netz entfernt [1].

5. Timing mit dem Ball

Beim hohen Zuspiel startest du den Anlauf mit dem Abdruck zum Stemmschritt, wenn der Ball kurz vor dem höchsten Punkt ist. Bei einem Meterball startest du, wenn der Ball in der Hand des Zuspielers ist [1]. Beginne zunächst mit einem kurzen Anlauf aus Stemmschritt und Beistellschritt [1]. Meilenstein: 7 von 10 Zuspielen triffst du im höchsten Punkt deiner Reichhöhe.

Häufige Fehler

Sicherheitshinweise

Das Risiko liegt am Netz: Wer zu nah abspringt, landet leicht im gegnerischen Feld. In einer Videoanalyse von Knöchelverletzungen im Weltklasse-Volleyball landete der Angreifer in 11 von 12 Situationen, in denen er auf einem Gegner unter dem Netz aufkam, im gegnerischen Feld [6]. Halte deshalb den Abstand zum Netz und landest nah am Absprungort [1]. Übe den Anlauf zunächst ohne Sprung und ohne Ball [1]. Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training.

Pro-Tipp

Stelle dir vor, du willst dich von der Ferse in den Boden „stempeln". Der Verband beschreibt den Stemmschritt als Sprung über einen breiten Graben vor einem hohen Reck [1]. Dieses Bild hilft, den Schritt lang und flach zu machen statt steil.

Eine zweite Hilfe: Lass einen sicheren Partner den Start rufen. Das schult dein Timing, ohne dass du zu früh startest [1].

FAQ

Mit welchem Fuß beginne ich den Anlauf?

Als Rechtshänder machst du den Stemmschritt mit dem rechten Fuß, der Anlauf läuft also links, rechts, links. Das Lehrmaterial erklärt, dass ein Stemmschritt mit links Anfänger häufig dazu bringt, den rechten Fuß netznäher zu setzen und die Schlagschulter zu früh nach vorn zu drehen [1].

Wann starte ich den Anlauf?

Bei einem hohen Zuspiel mit dem Abdruck zum Stemmschritt, wenn der Ball kurz vor dem höchsten Punkt ist. Bei einem kurzen Meterball, sobald der Ball in der Hand des Zuspielers ist [1].

Wie weit vom Netz springe ich ab?

Das Lehrmaterial empfiehlt, so anzulaufen, dass du etwa eine halbe Armlänge vom Netz entfernt landest, und als Anfänger etwa eine Armlänge vom Ball entfernt abzuspringen [1].

Hilft der Armschwung wirklich beim Springen?

Ja. Bei Elite-Volleyballern erhöhte der Armschwung die Höhe eines Strecksprungs um 38 Prozent [5], bei Spielerinnen war ein weiter, dynamischer Armschwung ein Schlüsselfaktor der Sprunghöhe im Angriffssprung [3].

Schritt für Schritt

  1. Rhythmus ohne Ball: Links, rechts, links mit kurzem ersten Schritt und langem Stemmschritt. Meilenstein: 10 Anläufe im gleichen Rhythmus.
  2. Stemmschritt über den Graben: Ferse zuerst, flach und lang. Meilenstein: 8 von 10 Stemmfuß-Landungen in der Markierung.
  3. Arme dazunehmen: Arme vor im Orientierungsschritt, zurück im Stemmschritt, beide gleichzeitig hoch im Absprung.
  4. Absprungposition und Abstand: Linken Fuß netznäher beisetzen, etwa eine Armlänge vom Ball abspringen.
  5. Timing mit dem Ball: Start beim hohen Zuspiel kurz vor dem höchsten Punkt. Meilenstein: 7 von 10 Bällen im höchsten Punkt.

Key Takeaways

Nächster Guide

Aufschlagannahme: Position, Füße, Plattform und Zuständigkeit — [object Object]

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