Return im Tennis lernen: Timing mit dem Split-Step, kurze Ausholbewegung, Platzierung und Meilensteine – mit Fehlern, Sicherheitstipps und FAQ.
Der Return ist dein Rückschlag auf den Aufschlag. Du hast dafür oft nur Sekundenbruchteile, und gleichzeitig ist es der Schlag, mit dem du dem Aufschläger den Vorteil nimmst oder nicht. Dein Ziel ist selten der Winner. Dein Ziel ist, den Ball sicher und tief zurückzubringen und den Ballwechsel zu beginnen.
Die ehrliche Antwort auf „Wie wichtig ist das Timing wirklich?": sehr. In einer Untersuchung mit Weltklasse-Spielern (ATP-/WTA-Profis und ITF-Junioren) starteten alle vier Gruppen den Split-Step ungefähr zum Zeitpunkt des Ball-Schläger-Kontakts beim Aufschlag und landeten, sobald erste Flugdaten des Balls sichtbar waren [1]. Eine zweite Studie mit 12 männlichen Experten maß: Die Landung erfolgte nach Angabe der Autoren etwa 133 ms und der Beginn der Seitwärtsbewegung etwa 177 ms nach dem Aufschlagschlag; schlechtere Returns gab es bei genauen Aufschlägen mit später Rumpfbewegung zum Ball [3].
Eine zweite Einordnung: Es gibt keine goldene Regel für die Position. In Interviews mit acht aktuellen und ehemaligen Top-250-Profis nannten sie als Themen unter anderem Bewusstsein, taktisches Gespür, Informationsquellen aus Bewegung und Situation des Gegners und „Druck auf den Aufschläger aufbauen" [4]. Das heißt: Der Return ist Wahrnehmung plus Plan, nicht nur Technik.
Wie lange dauert es? Das Prinzip lernst du in einer Einheit. Bis das Timing sitzt, rechne mit Wochen (Erfahrungswert, keine Studie); eine zwölfwöchige Sehübung mit 20 Junioren verbesserte das Zusammenspiel von Split-Step und Schulterdrehung beim Return [5].
Stelle dich passend zur Aufschlaggeschwindigkeit: bei schnellen Aufschlägen etwas weiter hinten, bei langsamen weiter vorn (Praxis-Standard). Die Regeln schreiben dir keine feste Position vor; du musst bereit sein und darfst den Ball nicht vor dem Aufsprung spielen [2]. Praktisch heißt das: Du kannst vor oder hinter der Grundlinie stehen und testen, wo du am besten zurechtkommst.
Meilenstein: Du passt deine Position bei 8 von 10 Aufschlägen bewusst an.
Starte den Hüpfer so, dass du ungefähr beim Kontakt des Aufschlägers oder kurz danach landest. Bei Weltklasse-Spielern liegt der Start ungefähr beim Ballkontakt, die Landung kommt, wenn die ersten Flugdaten da sind [1]. In einer Videoanalyse war die Reaktionszeit (Abstand zwischen Gegnerkontakt und eigenem Split-Step) in der Aufschlagsituation am kleinsten und stieg dann über den Return zum Grundlinienspiel [6]; auf den ersten Aufschlag reagierten Spieler schneller als auf den zweiten [6].
Meilenstein: Du landest bei 7 von 10 Aufschlägen in dem Moment, in dem der Ball den Schläger verlässt (Partner ruft „jetzt").
Kürze die Ausholbewegung und blocke oder slice den Ball zurück. Die LTA gibt als Lehrpunkt: Körper und Schläger an den ankommenden Ball anpassen und ihn vor und seitlich der Schuhe treffen [7].
Meilenstein: 7 von 10 Returns triffst du in der Schlägermitte vor dem Körper.
Spiele den Ball tief in die Mitte oder cross; so hast du die meiste Fläche und Netzhöhe. Die LTA empfiehlt, den Ball in einen Raum zu spielen, um den Gegner zu bewegen [7]. Bei schwierigen Aufschlägen reicht ein sicherer Ball in die Mitte.
Meilenstein: 6 von 10 Returns landen im hinteren Drittel, 9 von 10 im Feld.
Nach dem Return gehst du sofort in die Bereitschaftsposition. Die Pros berichten, dass Druck auf den Aufschläger ein Ziel des Returns ist [4]; wenn du ihn zum nächsten Schlag zwingst, hast du schon einen Teil erreicht.
Meilenstein: Du bist nach 8 von 10 Returns bereit für den nächsten Ball.
Trainiere die Wahrnehmung, nicht nur die Technik. In der Interviewstudie mit Top-250-Profis nannten sie sowohl Bewegungs- als auch Situationsinformationen als Quelle für Vorausahnung [4]. Beobachte beim Training den Aufschläger: Wohin zeigt die Schulter, wie ist der Ballwurf? Und die Situation: Zweiter Aufschlag? Wichtiger Punkt? Notiere nach jedem Spiel drei Muster des Gegners. Das ist Training für den Blick (Praxis).
Ja. Wenn der Rückschläger den Aufschlag vor dem Aufsprung spielt, verliert er den Punkt [2].
Ungefähr zum Zeitpunkt des Ballkontakts des Aufschlägers; Weltklasse-Spieler landen, sobald die ersten Flugdaten des Balls sichtbar sind [1].
Mit kurzer Ausholbewegung, Treffpunkt vor dem Körper und sicherer, tiefer Platzierung [7]. Eine zwölfwöchige Sehübung verbesserte in einer Studie zudem das Timing von Split-Step und Schulterdrehung [5].
Meist sicher. Das Ziel ist, den Ballwechsel zu beginnen und den Aufschläger unter Druck zu setzen [4].
Annäherungsschlag im Tennis: so gehst du sicher ans Netz — [object Object]