Zweiter Aufschlag: Kick und Slice

Entwickle einen sicheren zweiten Aufschlag mit Topspin (Kick) und Slice. Der Kick fliegt hoch übers Netz und drängt den Gegner in die Defensive.

Sportart: Tennis · Level: Fortgeschritten

## Einleitung Warum landet dein zweiter Aufschlag ständig im Netz – oder wird sofort brutal attackiert, sobald er drin ist? Die ehrliche Antwort: Ein langsamer, gerader Zweiter hat auf Intermediate-Niveau keine Sicherheitsmarge mehr. Erfahrene Gegner erkennen ihn sofort und steigen aggressiv ein.

Der zweite Aufschlag gilt im Tennis als der ultimative Gradmesser für mentale Stärke und technisches Fundament. Die Lösung der DOMISPORTS Academy: ein aggressiver, aber hochprozentiger zweiter Aufschlag durch Topspin (Kick) und Slice.

Der Kick-Aufschlag ist deine Geheimwaffe: Er fliegt in einem hohen Bogen über das Netz – das reduziert Doppelfehler drastisch –, taucht steil ins Feld ab und springt danach extrem hoch Richtung gegnerische Rückhand. Der Slice-Aufschlag dagegen hat starken Seitwärtsdrall, fliegt flacher und zieht den Gegner, besonders auf schnellen Belägen, weit aus dem Feld. Dieser Guide erklärt dir die biomechanischen Nuancen, um beide Varianten verlässlich abzurufen.

## Was du brauchst Tennisschläger mit Continental-Griff: Ein zu dicker Griff oder eine falsche Haltung macht diese Aufschläge unmöglich. Einen Korb Bälle: Für das isolierte Training des Ballwurfs. * Ausreichende Schulter- und Rumpfmobilität: Kick-Aufschläge verlangen eine gute Rotation der Brustwirbelsäule (Thoracic Spine).

Schritt für Schritt

### 1. Das Fundament: Griff und Ausgangsposition Die absolute Grundlage für jeden Drall-Aufschlag ist der Continental-Griff (Hammergriff). Ohne ihn kannst du dein Handgelenk (Pronation) nicht flexibel genug einsetzen, um den Schlägerkopf für den starken Vor- oder Seitwärtsdrall zu beschleunigen.

Nimm deine gewohnte, leicht geschlossene Fußstellung (Platform oder Pinpoint Stance) an der Grundlinie ein.

### 2. Der Ballwurf als Steuerungselement Der kritischste Unterschied zwischen geradem Aufschlag, Kick und Slice ist dein Ballwurf (Toss).

Für den Kick-Aufschlag: Als Rechtshänder wirfst du den Ball leicht über und sogar minimal hinter den Kopf – etwa auf 12 Uhr bzw. über das linke Ohr. Dieser Wurf zwingt dich, den Ball tief im Rücken zu holen und extrem von unten nach oben zu wischen. Für den Slice-Aufschlag: Der Wurf erfolgt weiter vorne und deutlich weiter nach rechts (Richtung 1 bis 2 Uhr). So kann sich der Schläger optimal um die Außenseite des Balls wickeln.

### 3. Bogenspannung (Coiling) und Beinarbeit Für den schweren Effet brauchst du massive Kraft aus Unterkörper und Rumpf. Geh tief in die Knie und kipp deine Schulterachse so ab, dass deine linke Schulter deutlich höher steht als die rechte.

Dein Oberkörper neigt sich leicht rückwärts (Bogenspannung), wodurch Bauch- und Rückenmuskulatur vorgedehnt werden. Lade dein Gewicht auf das hintere Bein und stoß dich beim Aufwärtsschwung explosiv in die Höhe.

### 4. Schlägerpfad (Swing Path) und Treffpunkt Der Kick-Aufschlag: Der Schlägerkopf fällt extrem tief in den Rücken. Von dort beschleunigst du steil nach oben und „bürstest" über die Rückseite des Balls – stell dir ein Ziffernblatt vor und wische von 7 Uhr nach 1 Uhr (oder 8 nach 2). Der Slice-Aufschlag: Hier triffst du den Ball nicht so steil von unten, sondern streifst ihn eher an der rechten Seite („um den Ball herumschneiden"), was den Sidespin erzeugt.

## Häufige Fehler - Schultern zu früh öffnen (Kick): Deinen Oberkörper im Treffpunkt frontal zum Netz zu drehen, ist fatal – bleib seitlich (side-on). Korrektur: Bleib bis nach dem Treffpunkt seitlich, sonst wird aus dem Kick ein flacher Slice. - Ballwurf beim Kick zu weit vorne: Wirfst du den Ball so weit nach vorne wie beim platten Ersten, fällst du ins Feld und kannst nicht von unten nach oben bürsten. Korrektur: Den Wurf bewusst über bzw. leicht hinter den Kopf setzen. - Kraft nur aus dem Arm holen (Muscling): Den Spin mit verkrampftem „stiff arm" erzwingen zu wollen, kostet Schlägerkopfgeschwindigkeit und provoziert Gelenkprobleme. Korrektur: Kraft aus Beinen und Rumpf holen, der Arm bleibt locker.

## Sicherheitshinweise Der Kick-Aufschlag verlangt eine unnatürlichere Biegung des Rückens und eine starke Außenrotation der Schulter. Erzwingst du diese Rotation rein muskulär aus dem Arm und vernachlässigst den Unterkörper (Beinstreckung), riskierst du akute Schmerzen im unteren Rücken und in der Rotatorenmanschette.

Die Kraft muss stets aus Beinen und Rumpf kommen (der „kinetic chain"), die Arbeit für den Arm bleibt minimal. Wärme deine Brustwirbelsäule vor dem Aufschlagtraining intensiv auf.

## Pro-Tipp Nutze den Kick-Aufschlag intelligent im taktischen Kontext. Die optimale Kombination im Herrentennis (und fortgeschrittenen Damentennis) ist der Kick-Aufschlag auf die Vorteils-Seite (Ad-Court), hoch auf die Rückhand des Gegners gezielt.

Da der Ball extrem hoch über Schulterhöhe abspringt, kann ein einhändiger Rückhandspieler kaum Druck aufbauen – er muss verteidigen. Das eröffnet dir sofort das diktierende „Serve+1"-Muster, meist mit deiner eigenen Vorhand.

FAQ

### Wann sollte ich als Fortgeschrittener auf den Kick-Aufschlag umsteigen? Sobald dein flacher zweiter Aufschlag regelmäßig attackiert wird, ist es Zeit. Der Kick-Aufschlag braucht 4 bis 8 Wochen gezieltes Ballwurf-Training, bis er zuverlässig sitzt, lohnt sich aber schon im Training gegen stärkere Gegner. Übe ihn zuerst isoliert, dann im Matchdruck.

### Warum landet mein Kick-Aufschlag ständig im Netz statt im Feld? Meist liegt es am Ballwurf: Wirfst du zu weit vorne statt über bzw. leicht hinter den Kopf, kannst du nicht von unten nach oben bürsten und triffst den Ball zu flach. Kontrolliere deinen Wurf mit einem Partner oder per Video – schon 10 bis 15 cm Korrektur machen einen riesigen Unterschied.

### Ist der Slice-Aufschlag leichter zu lernen als der Kick? Ja, für die meisten Spieler schon. Der Slice verlangt weniger Rückenbeugung und Schulterrotation, weil du den Ball seitlich statt von unten anschneidest. Viele Trainer empfehlen, den Slice zuerst zu festigen und danach den anspruchsvolleren Kick draufzusetzen.

### Kann der Kick-Aufschlag meinem Rücken schaden? Nur bei falscher Ausführung. Kommt die Kraft rein aus dem Arm statt aus Beinen und Rumpf, entstehen unnatürliche Scherkräfte im unteren Rücken. Wärm deine Brustwirbelsäule gründlich auf und achte darauf, dass die Beinstreckung den Großteil der Energie liefert.

Schritt für Schritt

  1. Schritt 1: Continental-Griff: Greife den Schläger im reinen Hammergriff, um maximale Handgelenksflexibilität für den Drall zu haben.
  2. Schritt 2: Modifizierter Ballwurf: Passe deinen Ballwurf an: Hinter den Kopf für den Kick, nach außen für den Slice.
  3. Schritt 3: Bogenspannung & Beinarbeit: Gehe tief in die Knie und erzeuge durch das Rückwärtsneigen der Schultern eine starke Körperspannung.
  4. Schritt 4: Der Schlägerpfad (Wischbewegung): Schwinge den Schläger für den Kick von 7 auf 1 Uhr über den Ball, um massiven Topspin zu erzeugen.

Key Takeaways

← Mehr Tennis-Guides