Sicherheitsstopp als Fertigkeit: Gas einplanen, in 3 bis 5 Metern sauber schweben und die ehrliche Antwort, was der Stopp wirklich bringt. Mit Instructor üben.
Was bringt der Sicherheitsstopp wirklich, und wie machst du ihn richtig? Die ehrliche Antwort: Er ist ein fünfminütiger Halt in 3 bis 5 Metern Tiefe kurz vor dem Auftauchen, der weit verbreitet ist [1]. Sein Nutzen ist plausibel, aber laut einem aktuellen Übersichtsartikel zur Dekompressionskrankheit nicht durch definitive Studien belegt [1]. Dein Tauchcomputer verlangt ihn bei einem Tauchgang innerhalb der Nullzeit nicht [1]. Du machst ihn als zusätzlichen Puffer.
Dass er dennoch ernst genommen wird, hat Gründe. In einer Fall-Kontroll-Studie unter Tauchern auf Okinawa (94 mit Dekompressionskrankheit, 175 gesunde Taucher) tauchten Sicherheitsstopps als Schutzfaktor auf, neben Trinken vor dem Tauchgang und Nitrox [2]. Und ein Review zur Unfallforschung fordert, Sicherheitsstopps und langsame Aufstiegsraten weiter zu fördern [4]. Hinzu kommt: Aufstiegstempo zählt. Taucher, die nach demselben 35-Meter-Tauchgang (mit Dekostopps) mit 17 statt 9 Metern pro Minute aufstiegen, bildeten mehr Gasbläschen im Blut [3].
Ohne Fertigkeit bleibt der Stopp aber eine Theorie: Wer in 4 Metern nicht ruhig stehen kann, schwankt zwischen 2 und 6 Metern. Dieser Guide zeigt dir, wie du den Stopp als Fertigkeit übst. Er ersetzt keinen Instructor.
Voraussetzungen (Ausbildungs-Praxis):
Der Stopp kostet fünf Minuten Luft. Plane sie vor dem Tauchgang ein: Beginne den Aufstieg so, dass du mit ausreichender Reserve am Stopp ankommst und danach oben genug übrig hast. Unzureichendes Gas war in einer Analyse von 947 tödlichen Tauchunfällen der häufigste Auslöser (41 Prozent) [5]. Wenn dein Gas knapp wird, hat die Luft Vorrang vor dem Stopp. Sprich im Briefing mit deinem Instructor ab, wie ihr damit umgeht.
Meilenstein: Du kannst vor dem Tauchgang laut sagen, bei welchem Flaschendruck du den Aufstieg beginnst.
Steige langsam und kontrolliert auf. Lass beim Aufstieg Luft aus dem Jacket, damit sie sich nicht ausdehnt und dich beschleunigt. Behalte den Computer im Blick.
Meilenstein: Du erreichst die Stopp-Tiefe ohne Überschießen nach oben.
Der Stopp wird in 3 bis 5 Metern gehalten [1]. Hier gilt, was du im Guide zum Schweben gelernt hast: waagerecht, ruhig atmen, keine Hände, keine Flossen. Wenn eine Leine da ist, halte sie nur locker. Gerade in den obersten zehn Metern ändert sich der Druck am stärksten, deshalb lohnt sich hier jede Ruhe [6].
Meilenstein: Du hältst fünf Minuten lang die Tiefe, ohne mehr als einen halben Meter zu schwanken.
Der Computer zeigt den Stopp meist an. Warte die vollen fünf Minuten [1]. Nutze sie: Lies deinen Flaschendruck ab, beobachte dein Umfeld, kontrolliere deinen Buddy.
Meilenstein: Du beendest den Stopp nicht vorzeitig, nur weil dir langweilig oder kalt ist.
Nach dem Stopp steigst du weiter langsam auf, die letzten Meter besonders ruhig. Erst an der Oberfläche Jacket aufblasen.
Meilenstein: Du kommst an der Oberfläche kontrolliert und ohne Hektik an.
Nutze den Stopp als Qualitätstest für dein Schweben. Wenn du fünf Minuten in 4 Metern stehst, ohne Hände, ohne Flossenschlag, ohne dein Jacket zu füllen, dann ist dein Hover echt, nicht Zufall. Der Stopp ist die einzige Prüfung, die jeder Tauchgang kostenlos mitbringt. Und schau am Ende des Stopps auf den Flaschendruck: So lernst du über viele Tauchgänge deinen Verbrauch kennen.
Der Nutzen ist plausibel, aber nicht definitiv bewiesen [1]. Studien und Unfallforschung sprechen aber für ihn [2][4]. Bei einem Tauchgang innerhalb der Nullzeit verlangt ihn der Computer nicht. Mach ihn trotzdem, wenn dein Gas es zulässt.
Üblich sind fünf Minuten in 3 bis 5 Metern Tiefe, direkt vor dem Auftauchen [1]. Das ist ungefähr die Zeit, die du für einen Kaffee brauchst. Genaue Vorgaben richten sich nach deiner Ausbildung und deinem Computer.
Bespreche das schon im Briefing mit deinem Instructor. Die Luft hat Vorrang, unzureichendes Gas war der häufigste Auslöser in tödlichen Unfällen (41 Prozent) [5]. Plane den Stopp deshalb von Anfang an in dein Gas ein.
Weil Tempo Bläschen erzeugt. In einer Studie mit 50 Tauchern bildeten sich bei 17 statt 9 Metern pro Minute mehr Gasbläschen im Blut [3]. Dein Stopp und ein langsamer Aufstieg gehören zusammen.
Tauchgerät zusammenbauen: Jacket, Flasche und Regler richtig montieren — [object Object]