Soutenu-Drehung: Die Halbdrehung auf zwei Füßen

Soutenu lernen: die Drehung in der Sous-sus-Position auf zwei Füßen. Mit Schrittfolge, Blicktechnik (Spotting), typischen Fehlern und einem Sicherheits-Check.

Sportart: Tanzen · Level: Anfänger

Einleitung

Die ehrliche Antwort auf „Was ist eine Soutenu-Drehung?“: Es ist eine Halb- oder Ganzdrehung, bei der du auf beiden Füßen in der gekreuzten Fünften auf Halbspitze (Sous-sus) stehst. „Soutenu en tournant“ heißt wörtlich „getragene Drehung“. Du bleibst auf der Stelle, die Beine kreuzen sich, und du drehst dich auf den Ballen.

Warum lernst du sie früh? Weil sie die erste Drehung ist, bei der du nicht auf einem Bein stehst. Zwei Füße geben dir einen größeren Boden unter dem Körper. Daran lernst du, was später bei der Pirouette zählt: aufrechte Achse, Kopf zuletzt weg und zuerst wieder da.

Was die Forschung zu Drehungen sagt: Bei 11 geübten Tänzerinnen hing die Zahl der Umdrehungen in der Pirouette weder von der Startgeschwindigkeit noch von den anderen gemessenen Kennwerten ab, sondern davon, wie stark die Standfläche pro Umdrehung wandert (r = 0,873) [2]. Wer perfekt „festgenagelt“ stehen will, gerät eher aus dem Gleichgewicht. Die Studie handelt von Pirouetten, nicht von Soutenu – aber das Prinzip gilt: ein kleines Mitwandern ist normal.

Wie schwer ist es wirklich? Die Schrittfolge sitzt nach ein bis zwei Stunden. Stabil auf Halbspitze zu drehen, ohne zu wackeln oder zu schwindeln, braucht Wochen (Erfahrungswert, ohne Studienbeleg).

Was du brauchst

Schritt für Schritt

1. Sous-sus allein

Stell dich in die fünfte Position, geh auf Halbspitze, die Fersen eng aneinander, Knie gestreckt. Halte acht Zählzeiten. Meilenstein: Du stehst ruhig, ohne dass die Ferse nach außen kippt.

2. Der Auftakt zur Seite

Aus dem Demi-plié (Knie weich gebeugt) führst du das vordere Bein im Dégagé zur Seite. Das Gewicht folgt, du steigst auf Halbspitze. Dein Rumpf bleibt aufrecht.

3. Beine kreuzen

Das hintere Bein kreuzt in die Fünfte, beide Fersen kommen eng zusammen. Jetzt stehst du in Sous-sus. Die Drehrichtung (nach vorn oder nach hinten, rechts oder links) legt deine Lehrkraft fest – übe beide Richtungen.

4. Die halbe Drehung

Dreh dich auf beiden Ballen eine halbe Umdrehung. Der Kopf bleibt so lange wie möglich am Blickpunkt und dreht dann schnell nach („Spotting“). Experten nennen Kopfisolation, Timing und gezielte Blickrichtung als Kern [1]. Der Kopf ist zuletzt weg und zuerst wieder da.

5. Weich auslaufen

Nach der Drehung gehst du weich ins Demi-plié in fünfter Position, Rumpf gerade, Blick nach vorn. Fang die Drehung mit den Beinen ab, nicht mit dem Oberkörper. Erst wenn die halbe Drehung ruhig ist, probierst du eine ganze.

Häufige Fehler

Als Orientierung: Bei hochgeübten Tänzern wanderte der Standfuß weniger weit, wenn sie einen sichtbaren Bezugspunkt hatten [3] – ein Blickpunkt hilft also auch dir.

Sicherheitshinweise

Auf Halbspitze und mit Drehung rutscht der Fuß schnell weg. Trage Schuhe oder Socken mit glatter, aber nicht rutschiger Sohle und drehe nie auf Teppich oder nassem Boden. Wenn dir schwindelig wird, halte an: Schau auf einen festen Punkt, atme tief durch und mach Pausen. Bei Knöchel- oder Fußschmerzen sofort aufhören. Spitzenschuhe kommen für Soutenu erst nach Freigabe deiner Lehrkraft in Frage. Diese Beschreibung erklärt und motiviert, sie ersetzt kein betreutes Training.

Pro-Tipp

Dreh dich vor dem Spiegel erst ohne Kopf: Lass den Blick vorn am Blickpunkt, bis der Körper eine Viertel gedreht ist, dann springt der Kopf nach. Das übst du zehnmal in jede Richtung, dann erst mit Musik. So sitzt das Timing von Kopf und Körper in den Muskeln, bevor es schnell wird. (Praxiserfahrung, ohne Studienbeleg.)

FAQ

Was bedeutet Soutenu im Ballett?

Soutenu bedeutet „gestützt“ oder „getragen“. Gemeint ist die Position, in der die Beine in der Fünften eng gekreuzt auf Halbspitze stehen (Sous-sus). Im Soutenu en tournant drehst du dich in dieser Position um die eigene Achse. Es ist eine Drehung auf zwei Füßen.

Wie vermeide ich Schwindel bei der Soutenu-Drehung?

Nutze ein Spotting: Der Blick bleibt so lange wie möglich auf einem festen Punkt und der Kopf dreht erst spät nach. Experten nennen Kopfisolation, Timing und Blickrichtung als Kern [1]. Atme weiter und dreh zu Beginn nur eine halbe Umdrehung.

Ist Soutenu eine Pirouette?

Nein. Bei der Pirouette stehst du auf einem Bein, beim Soutenu auf zwei Füßen. Dadurch ist die Soutenu-Drehung leichter zu stabilisieren und eine gute Vorstufe zur Pirouette. Sie wird in der Praxis oft vor den ersten Pirouetten gelehrt.

Wie halte ich die Balance im Sous-sus?

Zieh die Oberschenkel aktiv gegeneinander, halte die Fersen eng und die Rippen über dem Becken. Ein fester Blickpunkt hilft; bei hochgeübten Tänzern wanderte der Standfuß weniger weit, wenn sie einen Bezugspunkt hatten [3]. Übe das Halten ohne Drehung zuerst.

Brauche ich Spitzenschuhe für Soutenu?

Nein. Die Soutenu-Drehung wird auf Halbspitze (Demi-pointe) gelernt, in Ballettschuhen oder Socken. Auf Spitze machst du sie nur nach Freigabe durch deine Lehrkraft. Die Freigabe hängt von Kraft, Balance und Technik ab, nicht vom Alter allein.

Schritt für Schritt

  1. Sous-sus allein: Fünfte Position auf Halbspitze (Relevé), Fersen eng zusammen, Knie gestreckt, acht Zählzeiten halten.
  2. Seitlicher Auftakt: Aus dem Demi-plié das vordere Bein im Dégagé zur Seite führen, das Gewicht folgt.
  3. Beine kreuzen: Das hintere Bein kreuzt in die Fünfte, beide Fersen kommen zusammen und du stehst im Relevé.
  4. Halbe Drehung: Du drehst eine halbe Umdrehung auf beiden Füßen, Kopf zuletzt weg, zuerst wieder da.
  5. Auslaufen: Weich im Demi-plié in der Fünften auslaufen, Rumpf gerade, Blick nach vorn.

Key Takeaways

Nächster Guide

Échappé sauté: Aus der Fünften „entkommen“ und sicher landen — [object Object]

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