Landerolle beim Fallschirmspringen: Warum die Landung der riskanteste Moment ist, wie PLF-Haltung und Abrollweg aussehen und warum der Flare Plan A bleibt.
Die ehrliche Antwort vorweg: Die Landerolle (PLF, Parachute Landing Fall) ist Plan B. Plan A ist ein sauberer Flare, also das Abbremsen der Kappe kurz über dem Boden, und danach Stehen oder ein paar Schritte. Die PLF ist das, was du machst, wenn die Landung nicht ganz passt, und die USPA verlangt, dass du auf jeder Landung darauf vorbereitet bist [1].
Warum das so wichtig ist, zeigt die Statistik. In Schweden entfielen von 257 Verletzungen 226 auf die Landung, also 87,9 % [2]. Auch in den Niederlanden passieren die meisten Verletzungen bei der Landung, am häufigsten an Beinen und Wirbelsäule, mehr als die Hälfte der Verletzten kam ins Krankenhaus und rund 10 % mussten operiert werden [3]. Schüler hatten in Schweden ein etwa sechsfach höheres Risiko pro Sprung als Lizenzspringer [2].
Dazu kommt Physik: In einem Labortest mit Fallschirmjägern lag die Aufprallkraft bei langsamem Sinken bei rund dem 6-Fachen des Körpergewichts, bei schnellem Sinken beim 13,7-Fachen [4]. Bei 80 kg wären das ungefähr eine Tonne. Das Experiment ist Militär, die Sportkappe sinkt anders, aber das Prinzip stimmt: Je schneller du ankommst, desto mehr muss die Rolle abfangen.
Plan A: Du beginnst den Flare, wenn deine Füße etwa das Doppelte deiner Körpergröße über dem Boden sind, und beendest ihn mit durchgezogenen Armen, wenn die Füße ungefähr 30 bis 90 cm (ein bis drei Fuß) über dem Boden sind [1]. Beginnst du zu hoch, hältst du die Steuerleinen an der Stelle und lässt nicht abrupt los [1].
Auf dem letzten Teil des Endanflugs presst du Füße und Knie zusammen, die Knie leicht gebeugt [1]. Beide Hände bleiben beim Flare nah vor dem Körper, das schützt Handgelenke und Hände [1]. Das Kinn kommt zur Brust, das schützt den Nacken [1].
Die Füße berühren zuerst den Boden [1]. Sobald die Fußballen aufsetzen, lehnst du dich in die Landerichtung [1]. Du versuchst nicht, aufrecht stehen zu bleiben, wenn das nicht klappt.
Die USPA beschreibt den Weg so: Außenseite der Wade, derselbe Oberschenkel, dann durch den unteren Rücken und diagonal über den Rücken zur gegenüberliegenden Schulter. Danach rollst du weiter, um die Energie zu verteilen [1]. Merksatz: Fußballen, Wade, Oberschenkel, Rücken, Schulter. Die PLF-Haltung bleibt die ganze Rolle über bestehen [1].
Am Boden übst du die Haltung und die Rollreihenfolge mit deinem Lehrer. Meilenstein: Du wirst in jeder Landung mit zusammengepressten Füßen und Knien ankommen, auch wenn der Flare daneben ging. Das DFV legt als Hauptlernziel der Schirmfahrt in Level I ein sicheres und verletzungsfreies Landen fest [5].
Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt keine Landeausbildung und kein betreutes Training.
Das Gefühl vom Boden ist wichtiger als die Theorie. Lass dir von deinem Lehrer im Debriefing zeigen, was dein Körper in den letzten 3 Metern gemacht hat. Das DFV rät ausdrücklich, bei der Sprungnachbesprechung intensiv auf Flare- und Landetechnik einzugehen [5]. Wer dort ehrlich nachschaut, spart sich die harte Landung.
Nein, bei einem sauberen Flare bleibst du oft stehen oder machst ein paar Schritte. Die USPA verlangt aber, dass du auf jeder Landung auf eine PLF vorbereitet bist [1]. Heißt: Haltung bereit, dann entscheidest du im letzten Moment, ob du abrollen musst.
Füße und Knie zusammen, leicht gebeugt, Hände vor dem Körper, Kinn zur Brust. Mit den Fußballen aufsetzen, in die Landerichtung lehnen und über Wade, Oberschenkel, unteren Rücken und diagonal über den Rücken zur Schulter abrollen [1]. Sie wird am Boden mit Lehrer geübt.
Die Landung ist die Phase mit den meisten Verletzungen: In Schweden 87,9 % aller gemeldeten Verletzungen [2], in den Niederlanden vor allem an Beinen und Wirbelsäule [3]. Eine Übersichtsarbeit nennt trotzdem schwere Verletzungen mit Krankenhausaufenthalt bei weniger als 2 von 10.000 Sprüngen [8].
Mit Flare-Training, Bodenübung der PLF und einem klaren Landeplan. Das DFV nennt sorgfältige Landefall- und Schirmflugausbildung als wichtige Faktoren gegen Landeunfälle und legt in Level I ein sicheres, verletzungsfreies Landen als Hauptlernziel fest [5]. Funkunterstützung kann dabei helfen.
Cutaway und Reserve beim Fallschirmspringen: Überblick für Schüler — [object Object]