Control Check: Die Kappe nach der Öffnung prüfen

Nach dem Öffnen prüfst du: Ist sie da, ist sie rechteckig, ist sie steuerbar? So läuft der Control Check und warum bei 2.500 ft die Entscheidung fällt.

Sportart: Skydiving · Level: Anfänger

Einleitung

Die ehrliche Antwort vorweg: Der Control Check ist ein kurzer Funktionstest deiner Kappe direkt nach dem Öffnen, mit dem du in wenigen Sekunden herausfindest, ob sie fliegt, bremst und lenkt [1]. Du prüfst nicht das Wetter und nicht das Gelände, du prüfst, ob dein Schirm taugt, um damit zu landen.

Die USPA stellt dafür drei Fragen, die du dir merken kannst: Ist sie da? Ist sie rechteckig? Ist sie steuerbar? [1] Wenn du alle drei mit Ja beantwortest, fliegst du weiter zum Landeplatz. Wenn nicht, hast du eine klare Entscheidungsgrenze: Spätestens in 2.500 ft Höhe (rund 760 m) musst du wissen, ob die Kappe sicher zu landen ist [1][2]. Ist sie es nicht, beginnst du sofort dein Notverfahren [1].

Der Guide beschreibt, was du lernst und warum. Er ersetzt keine Ausbildung. Die Notverfahren selbst übst du in deiner Schule im Gurtzeug-Trainer und nicht aus einem Text.

Was du brauchst

Schritt für Schritt

1. Zählen, dann hinschauen

Nach dem Auslösen zählst du „1000-2000-3000“ und prüfst dann die Kappe [3]. Die USPA beschreibt zunächst die Sichtprüfung: Ist die Kappe da (groß und voll aufgeblasen)? [1] Meilenstein: Du schaust nach oben, bevor du etwas anfasst.

2. Ist sie rechteckig und stabil?

Eine gute Kappe hat vier klar erkennbare Kanten und ein rechteckiges Bild. Die Leinen verlaufen in vier ordentlichen Gruppen zu den Tragegurten, der Slider (das Stoffteil, das die Öffnung bremst) sitzt unten an den Tragegurten [1]. Außerdem fliegt sie stabil: Sie dreht und trudelt nicht, sondern gleitet zum Horizont [1]. Fixierbare Probleme (etwa verdrehte Leinen) löst du zuerst, wie du es im Training gelernt hast [1].

3. Ist sie steuerbar? Der Funktionstest

Jetzt kommt der eigentliche Control Check. Die USPA beschreibt die Reihenfolge so [1]:

  1. Toggles lösen und prüfen, ob die Kappe geradeaus fliegt.
  2. Beide Toggles ganz herunterziehen (Flare), um zu prüfen, dass der Schirm bremst. Dann sanft wieder hochlassen.
  3. Nach rechts schauen, mindestens 90° nach rechts drehen und die Drehung stoppen, indem du in den vollen Gleitflug zurückkehrst.
  4. Dasselbe nach links.

Meilenstein: Du kannst die vier Schritte am Boden im Hängetrainer in der richtigen Reihenfolge zeigen.

4. Die Entscheidung bei 2.500 ft

Die Entscheidungshöhe für Schüler und A-Lizenz-Inhaber liegt bei 2.500 ft, für B- und C-Lizenz bei 2.000 ft [2]. 2.500 ft sind knapp fünf Kölner Dome (je 157 m) übereinander. Spätestens dort entscheidest du: Kappe landbar oder Notverfahren [1]. „Im Zweifel“ gilt das Notverfahren, denn die USPA rät ausdrücklich davon ab, einen beschädigten Schirm zu landen [1].

5. Danach: Position und Platz

Erst wenn die Kappe passt, orientierst du dich: Höhe prüfen, Position über dem Boden, Landeplatz suchen und zum Wartebereich fliegen [1].

Häufige Fehler

Sicherheitshinweise

Das erklärt und motiviert, es ersetzt keine Ausbildung. Notverfahren sind Handlungsabläufe, die dein Körper schneller kennen muss als dein Kopf, und sie werden in der Schule geübt.

Pro-Tipp

Achte beim Check auf dein Gefühl: Wenn du die Toggles ganz herunterziehst, sollte der Schirm spürbar langsamer werden. Genau dieses Gefühl brauchst du später beim Landen. Die USPA nennt das Hochlassen der Toggles aus dem Flare ausdrücklich als Teil des Tests [1]. Du testest also nicht nur, ob der Schirm bremst, sondern lernst nebenbei, wie er sich im Flare anfühlt.

FAQ

Was ist ein Control Check beim Fallschirmspringen?

Der Control Check ist der physische Teil der Kappenprüfung nach dem Öffnen: Du löst die Toggles, prüfst Geradeausflug, bremst mit einem vollen Flare und drehst mindestens 90° nach rechts und links [1]. So weißt du, dass der Schirm lenkt und bremst.

Welche Fragen stellt man sich nach der Öffnung?

Die USPA nennt: Ist sie da? Ist sie rechteckig? Ist sie steuerbar? [1] Im DFV-Handbuch folgt auf das Zählen „1000-2000-3000“ der Kappen-Check [3]. Beide Systeme lehren dieselbe Reihenfolge: erst sehen, dann testen.

Bis zu welcher Höhe muss ich entscheiden?

Für Schüler und A-Lizenz-Inhaber nennt die USPA 2.500 ft als Entscheidungshöhe, für B und C 2.000 ft [2]. Ist die Kappe bis dahin nicht sicher landbar, beginnst du das Notverfahren sofort [1]. Deine Schule kann abweichende Höhen festlegen.

Wann ist ein Problem klein genug zum Weiterfliegen?

Verdrehte Leinen, geschlossene Endzellen, ein hängender Slider oder eine ungewollte Drehung gelten bei der USPA meist als kleine Probleme, die du zuerst anzugehen versuchst [1]. Verschlimmert sich das Problem, beginnst du das Notverfahren bis 2.500 ft [1]. Was im Einzelfall richtig ist, klärst du im Gurtzeug-Training.

Schritt für Schritt

  1. Zählen und hinsehen: 1000-2000-3000 zählen und prüfen, ob die Kappe da ist.
  2. Form und Stabilität prüfen: Vier Kanten, vier Leinengruppen, Slider unten, kein Trudeln.
  3. Funktionstest: Toggles lösen, Geradeaus, voller Flare, Kurve rechts und links um mindestens 90°.
  4. Entscheidung bei 2.500 ft: Landbar oder Notverfahren, im Zweifel Notverfahren.
  5. Orientieren: Höhe, Position, Landeplatz suchen und zum Wartebereich fliegen.

Key Takeaways

Nächster Guide

Toggle Turns: Den Schirm mit den Steuerleinen lenken — [object Object]

Verwandte Guides

← Mehr Skydiving-Guides

Skydiving-Fachbegriffe im Glossar nachschlagen