Im Freefly steuerst du deine Fallrate aktiv über die Körperlage – anders als im Bauchflug. Wie du dich auf ein Level mit anderen bringst und Burbles vermeidest.
Warum fliegt dein Freefly-Partner plötzlich unter dir weg, obwohl ihr eben noch auf gleicher Höhe wart? Die ehrliche Antwort: Weil Freefly dir einen viel größeren Fallraten-Bereich gibt als der Bauchflug – und genau das macht „Leveln" zur eigenen Fertigkeit. Im Bauchflug änderst du deine Sinkgeschwindigkeit nur wenig; im Freefly kannst du sie über deine Körperausrichtung zum Wind aktiv und deutlich steuern [1].
Das klingt erstmal wie ein Vorteil – ist es auch, aber mit Tücke. Weil jede Position (Sitz, Kopf, Übergänge dazwischen) ihre eigene typische Fallrate hat, driften Flugpartner in unterschiedlichen Positionen leicht auseinander. Wer die Formation im Blick behalten will, muss ständig quer über die Gruppe schauen und die eigene Fallrate laufend nachjustieren [2] – Leveln ist keine einmalige Aktion, sondern ein Dauerprozess während des ganzen Sprungs.
Ein zweites Konzept, das im Freefly besonders relevant wird: die Burble – eine Zone toter, verwirbelter Luft direkt hinter oder unter jemandem, die durch seinen Körper entsteht [3]. Gerätst du hinein, verlierst du plötzlich Luftwiderstand und damit Kontrolle über deine eigene Fallrate [3]. Stell dir das vor wie Windschatten-Fahren auf dem Rad – nur dass du im Windschatten hier nicht schneller wirst, sondern instabil.
Anders als im Bauchflug kannst du im Freefly über deine Körperausrichtung zum Wind gezielt schneller oder langsamer werden [1]. Kleinere Anstellwinkel-Änderungen an Armen, Beinen oder Rumpf reichen oft schon aus – das ist dein Werkzeug fürs Leveln.
Die Fallrate einer Formation kann sich leicht ändern, und du musst laufend über die ganze Gruppe schauen, um das zu erkennen [2]. Fokussierst du nur auf eine Person, verlierst du das Gesamtbild und driftest unbemerkt ab.
Sobald du einen Griff oder eine Position in der Formation übernommen hast, musst du deine Körperlage laufend leicht anpassen, um relativ zur Formation stabil zu bleiben [2]. Große, abrupte Korrekturen werfen dich eher aus der Formation, als dass sie dich einfangen.
Verwirbelte Luft hinter oder unter einem Partner lässt dich schlagartig Luftwiderstand verlieren [3]. Bei instabilen Fliegern in der Gruppe entsteht diese Zone besonders leicht – halt bewusst Abstand zu jemandem, der gerade selbst noch kämpft, statt näher heranzurücken.
Gerät ein Flieger in eine instabile Lage, kann er selbst eine Burble erzeugen, die dann die ganze Formation zum Auseinanderbrechen bringt [3]. Reagier in dem Moment mit mehr Abstand statt mit dem Versuch, sofort wieder anzudocken.
Fallratenunterschiede sind im Freefly normal und kein Grund zur Panik – aber sie verlangen ständige Aufmerksamkeit. Verlier nie den Überblick über die vertikale Position aller Flugpartner, besonders bei mehr als zwei Personen in der Luft.
Gerätst du unerwartet in eine Burble und verlierst Stabilität, ist die richtige Reaktion Abstand gewinnen, nicht sofort gegensteuern. Trenn dich im Zweifel früh und plane die Formation im nächsten Dirt Dive konservativer.
Übe Leveling zuerst zu zweit im Windkanal, bevor du es in größeren Gruppen im echten Sprung versuchst. Im Kanal kannst du die Fallraten-Reaktion auf kleine Körperlage-Änderungen isoliert spüren, ohne gleichzeitig Höhe, Formation und Trennung im Kopf behalten zu müssen.
Ein Kniff aus der VFS-Szene: Sprecht vor dem Sprung explizit ab, wer bei Instabilität die Formation zuerst verlässt. Diese eine Absprache verhindert im Ernstfall, dass zwei Leute gleichzeitig reagieren und sich dabei erst recht in die Quere kommen.
Weil du deine Körperausrichtung zum Wind viel variabler verändern kannst als in der relativ fixen Bauchlage [1]. Kleine Anpassungen an Armen, Beinen oder Rumpf wirken sich im Freefly deutlich stärker auf deine Sinkgeschwindigkeit aus.
Eine Burble ist eine Zone verwirbelter, „toter" Luft direkt hinter oder unter einer Person [3]. Gerätst du hinein, verlierst du plötzlich Luftwiderstand und damit Kontrolle über deine eigene Fallrate – besonders riskant in engen Formationen.
Indem du kontinuierlich über die gesamte Gruppe scannst statt dich auf eine Person zu fixieren [2]. Fallraten einer Formation können sich leicht ändern – nur wer die ganze Gruppe im Blick behält, merkt es rechtzeitig.
Gewinn zuerst Abstand, statt hektisch gegenzusteuern. Instabilität eines Fliegers kann sich über die Burble auf die ganze Formation übertragen [3] – mehr Distanz ist meist die sicherere erste Reaktion als sofortiges erneutes Andocken.