Tieftauchen lernen: Abtauchen, Ring vom Grund holen, ruhig auftauchen. Schritt für Schritt vom Seepferdchen bis 2 Meter, mit Druckausgleich und Sicherheit.
Tieftauchen heißt: Du tauchst von der Oberfläche ab, holst einen Gegenstand vom Grund und hältst ihn über Wasser. Die ehrliche Antwort auf „Ist das schwer?": Die Bewegung ist es nicht. Schwer sind der Druck auf den Ohren und das Gefühl, dass oben „weit weg" ist. Beides lässt sich trainieren.
Der Skill taucht in fast jeder Prüfungsstufe auf. Beim Seepferdchen holst du einen Gegenstand aus schultertiefem Wasser, bei Bronze einmal aus etwa 2 m Tiefe, bei Silber zweimal, bei Gold dreimal innerhalb von 3 Minuten [1]. Zwei Meter sind ungefähr die Länge eines großen Erwachsenen, der senkrecht im Wasser steht. Bei den Rettungsschwimmern wird es ernst: ein 5-kg-Tauchring, so schwer wie fünf Packungen Mehl, aus 2 bis 3 m Tiefe [1].
Rechne ehrlich: Das Abtauchen auf Schultertiefe sitzt oft nach wenigen Einheiten. Die 2 m brauchen meist länger, weil der Druckausgleich sitzen muss (Erfahrungswert, kein Studienwert).
Die DLRG schreibt vor, dass der Druckausgleich im Mittelohr vor der ersten Tauchübung vermittelt wird [1]. Aus der Tauchmedizin weißt du warum: Ein unzureichender Druckausgleich der Mittelohren kann sogar heftigen Drehschwindel auslösen [2]. Der übliche Weg: Nase zuhalten und sanft gegen die geschlossene Nase pusten. Meilenstein: In 1 m Tiefe spürst du ein leises „Plopp" in den Ohren. Tut es weh, tauchst du sofort ein Stück hoch.
Leg drei Ringe in schultertiefes Wasser, bezogen auf deine Körpergröße [1]. Hol sie einzeln, halte jeden kurz über Wasser. Meilenstein: Drei von drei, ohne dass du hektisch hochkommst.
Atme normal ein, beug den Oberkörper nach vorn, streck die Beine nach oben. Das Gewicht der Beine schiebt dich nach unten. Die Arme ziehen dich Richtung Grund, das Kinn bleibt zur Brust. Meilenstein: Du erreichst 1,5 m Tiefe, ohne dass die Beine an der Oberfläche hängen bleiben.
Beim Retter-Bronze wird beides verlangt, kopfwärts und fußwärts. Beim fußwärts-Abtauchen müssen die Füße die geforderte Tiefe zuerst erreichen [1]. Du drückst dich mit den Armen nach oben und sinkst senkrecht ab. Am Boden stößt du dich mit den Füßen ab.
Greif den Ring, stoß dich ab und steig ruhig auf. Beim Heraufholen gilt: Der Gegenstand muss über die Wasseroberfläche gehoben werden, und du darfst dabei nicht mit dem Kopf unter Wasser sein [1]. Meilenstein: Ein Ring aus 2 m, ruhiger Aufstieg, Gegenstand über Wasser.
Für die höheren Abzeichen tauchst du mehrmals hintereinander. Zwischen den Tauchgängen darfst du dich nicht am Beckenrand festhalten [1]. Atme dazwischen normal, nicht gierig.
Fixiere beim Abtauchen den Ring, nicht die Oberfläche. Wer nach oben schaut, hebt den Kopf und die Beine sinken wieder. Stell dir vor, du „fällst" in Richtung Ring, statt dich nach unten zu zwingen. Und noch ein Kniff: Übe zuerst mit einem Ring, den du siehst. Erst wenn das ruhig läuft, nimmst du einen, der im Schatten oder zwischen anderen Ringen liegt. So trainierst du Orientierung unter Wasser, ohne dass der Stress sofort mitwächst.
Für Deutsches Schwimmabzeichen Bronze musst du einmal ca. 2 m tief tauchen und einen Gegenstand, zum Beispiel einen kleinen Tauchring, heraufholen. Beim Seepferdchen reicht schultertiefes Wasser [1].
Mit der Tiefe steigt der Druck auf das Trommelfell. Der Druckausgleich gleicht ihn über die Ohrtrompete aus. Er wird deshalb vor der ersten Tauchübung vermittelt, und unzureichender Ausgleich kann Schwindel auslösen [1][2]. Bei Schmerz sofort ein Stück auftauchen.
Normal tief atmen ist in Ordnung. Zulässig sind maximal vier Atemzüge, fortgesetzte Hyperventilation ist verboten [1]. Sie kann unter Wasser zur Bewusstlosigkeit führen [3][4].
Für Prüfungen nicht: Alle Übungen laufen ohne Hilfsmittel, also ohne Schwimmbrille [1]. Zum Üben darfst du eine nutzen, aber gewöhn dich früh an offene Augen.
Beinschlag in Seitlage: Rotation lernen, bevor du kraulst — [object Object]