Die Kraul-Rollwende Schritt für Schritt: Anschwimmen, Purzelbaum, Abstoß in Rückenlage und Eindrehen. So drehst du schnell, ohne Tempo zu verlieren.
Die Rollwende ist der Purzelbaum an der Wand, mit dem Kraulschwimmer ohne Anhalten die Richtung wechseln. Der Schlüssel, der Einsteiger überrascht: Du atmest vor der Wende nicht und drehst dich über einen kompakten Purzelbaum – nicht seitlich, sondern nach vorne über den Kopf.
Und noch ein Punkt, der alles einfacher macht: Nach dem Purzelbaum stößt du dich auf dem Rücken liegend ab und drehst dich erst danach unter Wasser in die Bauchlage. Wer versucht, sich schon in der Luft komplett zu drehen, verkrampft. Erst abstoßen, dann eindrehen.
Die Rollwende spart im Becken pro Bahn wertvolle Sekunden und hält deinen Rhythmus flüssig. Sie sieht schwerer aus, als sie ist – mit einer klaren Schrittfolge hast du sie in ein paar Einheiten grob drauf.
### 1. Anschwimmen ohne letzten Atemzug Die letzten zwei bis drei Meter schwimmst du ohne zu atmen flach auf die Wand zu. Ein Atemzug direkt vor der Wende bringt dich aus dem Rhythmus und drückt den Kopf hoch.
### 2. Purzelbaum einleiten Der letzte Arm zieht bis zur Hüfte, dann senkst du den Kopf zur Brust und leitest mit den Bauchmuskeln einen engen Purzelbaum nach vorn ein. Je kompakter (Knie anziehen), desto schneller die Drehung.
### 3. Durch die Nase ausatmen Während des Purzelbaums atmest du kontinuierlich durch die Nase aus. Das hält das Wasser draußen und verhindert das unangenehme „Nase-voll"-Gefühl, das Anfänger abschreckt.
### 4. Füße an die Wand, in Rückenlage abstoßen Die Füße landen schulterbreit an der Wand, Zehen zeigen nach oben – du liegst jetzt kurz auf dem Rücken. Von hier stößt du dich kraftvoll in der Streckung (Streamline, Arme über dem Kopf) ab.
### 5. Eindrehen und Breakout Unter Wasser drehst du dich beim Abstoß von der Rücken- in die Bauchlage. In der Streckung gleitest du, ergänzt bei Bedarf einige Delfin- oder Kraulkicks und nimmst den ersten Armzug erst kurz vor dem Auftauchen – nicht direkt an der Wand hektisch losrudern.
Übe die Rollwende zuerst in der Beckenmitte ohne Wand, um den Purzelbaum und das Nasen-Ausatmen zu lernen, bevor du ihn an der harten Wand machst. So vermeidest du Desorientierung und Zusammenstöße.
Achte auf genug Abstand zu anderen Schwimmern und drehe nicht auf einer vollen Bahn blind. Wenn dir beim Kopfüber-Drehen schwindelig wird, mach langsamer und weniger Wiederholungen – der Gleichgewichtssinn gewöhnt sich schrittweise daran.
Trainiere die Wende in Zeitlupe als „Purzelbaum-Serie": Schwimm an, dreh dich, aber stoß dich nur sanft ab und stell dich hin. Wiederhole nur die Drehung, bis das Nasen-Ausatmen und das Füße-Setzen automatisch sind.
Erst wenn die Drehung selbst rund läuft, koppelst du den kraftvollen Abstoß dazu. So lernst du sauber statt hektisch – und die Sekunden kommen von allein.
### Wie mache ich eine saubere Rollwende? In fünf Schritten: die letzten Meter ohne Atemzug flach anschwimmen, mit gesenktem Kopf und Bauchmuskeln einen engen Purzelbaum nach vorn einleiten, dabei durch die Nase ausatmen, die Füße schulterbreit an die Wand setzen und dich in Rückenlage in der Streckung abstoßen. Unter Wasser drehst du dich dann in die Bauchlage und tauchst erst spät zum ersten Zug auf.
### Warum bekomme ich bei der Rollwende Wasser in die Nase? Weil du die Luft anhältst, statt auszuatmen. Beim Kopfüber-Drehen drückt das Wasser sonst in die Nase. Atme während der gesamten Drehung kontinuierlich durch die Nase aus – dann bleibt das Wasser draußen. Für den Anfang kann eine Nasenklammer den Einstieg erleichtern, bis das Ausatmen automatisch sitzt.
### Muss ich mich in der Luft komplett zur Bauchlage drehen? Nein, und genau das ist der häufigste Denkfehler. Du machst nur den Purzelbaum und stößt dich auf dem Rücken liegend ab. Die Drehung von der Rücken- in die Bauchlage passiert erst danach unter Wasser während des Gleitens. Erst abstoßen, dann eindrehen – das ist schneller und entspannter.
### Wie finde ich den richtigen Abstand zur Wand? Über Übung und Orientierung. Nutze die Bodenlinie und die T-Markierung am Beckenende als Anhaltspunkt, wann du den Purzelbaum einleitest. Drehst du zu früh, erreichen die Füße die Wand nicht mit Kraft; zu spät, staucht es dich. Ein paar bewusste Wiederholungen kalibrieren dein Gefühl schnell.
### Ist die Rollwende wirklich schneller als das einfache Anschlagen? Ja, deutlich – vorausgesetzt, du beherrschst sie sauber. Beim einfachen Anfassen und Umdrehen hältst du an und verlierst deinen Schwung komplett. Die Rollwende trägt dein Tempo durch die Wende und den kraftvollen Abstoß mit, sodass du fast ohne Unterbrechung weiterschwimmst. Bis sie sitzt, kann eine hektische Rollwende aber langsamer sein als eine ruhige offene Wende – deshalb erst sauber lernen, dann auf Tempo bringen. Nach dem Abstoß gleitest du in der Streckung und ergänzt einige Kicks, bevor du auftauchst.