Tauchzug & Wende: Der schnellste Meter im Brustrennen

Der Tauchzug nach Start und Wende ist die schnellste Phase im Brustrennen. So kombinierst du Unterwasserzug, Delfinkick und Aufschwung sauber zum Breakout.

Sportart: Schwimmen · Level: Profi

Einleitung

Klartext für Ambitionierte: Der Tauchzug (Pullout) nach Start und jeder Wende ist der schnellste Meter deines Brustrennens – schneller als jede Schwimmbewegung an der Oberfläche, weil unter Wasser der Wellenwiderstand wegfällt [1]. Wer den Tauchzug verschludert, verschenkt in einem 100-m-Rennen sekundenweise Zeit.

Der regelkonforme Ablauf: aus dem Streamline ein tiefer Armzug bis zu den Oberschenkeln, ein Delfinkick (irgendwo während des Zuges) und ein Beinschlag, der dich zum Aufschwung an die Oberfläche bringt. Der Kopf muss die Wasseroberfläche spätestens durchbrechen, bevor die Hände beim zweiten Zug den breitesten Punkt erreichen.

Der Tauchzug ist kein Übergang, er ist eine eigene Disziplin. Dieser Guide baut ihn dir Baustein für Baustein auf – plus die Wende mit korrektem Zwei-Hand-Anschlag, ohne die der beste Tauchzug nichts wert ist.

Rechne kurz nach, warum sich das lohnt: Ein 100-m-Rennen im 25-m-Becken hat einen Start und drei Wenden – also vier Tauchzüge. Holst du an jedem nur zwei Zehntel heraus, sind das fast eine Sekunde, ohne einen einzigen zusätzlichen Zug an der Oberfläche. Kaum ein anderer Bereich zahlt Trainingszeit so direkt in Bestzeit zurück.

Was du brauchst

Schritt für Schritt

### 1. Streamline-Abstoß Stoß dich tief und stromlinienförmig ab: Arme gestreckt über dem Kopf, eine Hand über der anderen, Bizeps an den Ohren, Körper eine Linie. Diese Ausgangsposition ist die schnellste Haltung im ganzen Schwimmen – halte sie, bis das Tempo vom Abstoß leicht nachlässt.

### 2. Der Tauchzug bis zu den Oberschenkeln Zieh mit beiden Händen in einem kräftigen, tiefen Zug bis zu den Oberschenkeln durch – anders als beim Oberflächenzug geht dieser weit nach hinten. Danach ziehst du die Hände eng am Körper wieder nach vorn in die Streckung.

### 3. Der eine Delfinkick Genau ein Delfinkick ist erlaubt – setz ihn dorthin, wo er den meisten Vortrieb bringt: meist gegen Ende des Armzuges, wenn die Hände nach hinten schießen. Der Kick kommt aus der Körperwelle (Hüfte → Knie → Fuß), nicht aus den Knien allein [2].

### 4. Aufschwung und erster Beinschlag Nach dem Zurückführen der Arme folgt der erste Brust-Beinschlag, der dich schräg nach oben zur Oberfläche trägt (Breakout). Timing ist alles: Der Kopf durchbricht die Oberfläche, bevor die Hände beim ersten Oberflächenzug den breitesten Punkt erreichen – sonst ist es regelwidrig.

### 5. Die Wende mit Zwei-Hand-Anschlag Berühre die Wand mit beiden Händen gleichzeitig, zieh die Knie an, dreh den Körper seitlich zur Wand, setz die Füße und stoß dich wieder in den Streamline ab. Aus der Wende startet sofort der nächste Tauchzug.

Häufige Fehler

Sicherheitshinweise

Der Tauchzug bedeutet Luftanhalten unter Wasser – übertreib die Unterwasserphase nie bis an deine Grenze. Verlängertes Luftanhalten, besonders nach Hyperventilation, kann zum Schwimmbad-Blackout (hypoxische Ohnmacht) führen. Das ist lebensgefährlich und passiert ohne Vorwarnung.

Übe lange Unterwasserphasen nur ausgeruht, beaufsichtigt und niemals in Kombination mit bewusstem Hyperventilieren. Im Zweifel taucht lieber einen Tick früher auf – kein Trainingsvorteil ist ein Blackout-Risiko wert.

Pro-Tipp

Finde deinen Breakout-Punkt über die Geschwindigkeit, nicht über Gefühl: Tauche genau dann auf, wenn dein Unterwassertempo auf dein Renntempo abgesunken ist – keine Sekunde früher, keine später.

Miss es im Training mit Unterwasservideo: Der ideale Breakout liegt dort, wo die Kurve deiner Geschwindigkeit dein Oberflächen-Renntempo kreuzt. Wer diesen Punkt trifft, gewinnt an jeder Wand ein Stück Bahn.

FAQ

### Wie viele Züge und Kicks sind beim Tauchzug erlaubt? Nach Start und Wende ist ein kompletter Armzug bis zu den Oberschenkeln, ein Delfinkick und ein Beinschlag erlaubt. Der Kopf muss die Oberfläche durchbrechen, bevor die Hände beim zweiten Zug den breitesten Punkt erreichen. Prüfe stets das aktuelle Regelwerk deines Verbands.

### Ist beim Brustschwimmen ein Delfinkick erlaubt? Ja – aber nur ein einziger und nur während des Tauchzuges nach Start und Wende. Im normalen Schwimmzyklus an der Oberfläche ist der Delfinkick verboten und führt zur Disqualifikation. Der eine erlaubte Kick ist ein großer Tempogewinn, wenn er sauber getimt ist.

### Wann soll ich aus dem Tauchzug auftauchen? Wenn dein Unterwassertempo auf dein Oberflächen-Renntempo abgesunken ist – dann bist du oben schneller als unten. Zu frühes Auftauchen verschenkt den schnellen Unterwasser-Speed, zu spätes lässt dich unter Renntempo fallen. Der ideale Punkt ist über Video und Geschwindigkeit messbar [1].

### Warum ist der Zwei-Hand-Anschlag so wichtig? Weil das Regelwerk bei Brust (und Schmetterling) eine gleichzeitige Berührung mit beiden Händen vorschreibt. Ein einhändiger oder zeitlich versetzter Anschlag führt zur Disqualifikation. Übe den Anschlag so lange, bis er auch unter Renntempo und Ermüdung automatisch sauber sitzt.

### Wie viel schneller ist der Unterwasser-Tauchzug? Deutlich – unter Wasser entfällt der Wellenwiderstand, der an der Oberfläche stark bremst, und der Streamline ist die widerstandsärmste Haltung überhaupt [1]. Deshalb ist der Tauchzug die schnellste Phase im Brustrennen und einer der größten Zeithebel, den ein Wettkampfschwimmer hat.

Schritt für Schritt

  1. Streamline-Abstoß: Tief und stromlinienförmig abstoßen: Arme über dem Kopf, Bizeps an den Ohren, Körper eine Linie, bis das Tempo nachlässt.
  2. Tauchzug zu den Oberschenkeln: Mit beiden Händen kräftig und tief bis zu den Oberschenkeln ziehen und die Hände eng am Körper nach vorn zurückführen.
  3. Ein Delfinkick: Den einen erlaubten Delfinkick aus der Körperwelle gegen Ende des Armzuges setzen, wo er den meisten Vortrieb bringt.
  4. Aufschwung und Beinschlag: Mit dem ersten Brust-Beinschlag zur Oberfläche steigen; der Kopf durchbricht sie vor dem breitesten Punkt des ersten Zuges.
  5. Wende mit Zwei-Hand-Anschlag: Wand gleichzeitig mit beiden Händen berühren, Knie anziehen, seitlich eindrehen, Füße setzen und in den Streamline abstoßen.

Key Takeaways

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