Rückwärtsrudern im Boot: Innenhebel zum Körper, Blatt aufdrehen, Durchzug beim Vorrollen, Abdrehen beim Zurückrollen. Nach DRV-Ruderbefehl, mit Fehlern.
Die ehrliche Antwort vorweg: Beim Rückwärtsrudern kehrst du die Reihenfolge um: Der Durchzug passiert beim Vorrollen, das Blatt wird beim Zurückrollen in die Rücklage abgedreht, und alles beginnt mit „Alles rückwärts – los!" So beschreibt es der Auszug „Ruderbefehle" aus dem Deutschen Ruderverband (DRV): Zur Ankündigung kommen die Innenhebel zum Körper und die Blätter flach auf das Wasser. Bei der Ausführung wird, entgegengesetzt zum Vorwärtsrudern, das Blatt aufgedreht, der Durchzug rückwärts erfolgt beim Vorrollen, dann wird das Blatt beim Zurückrollen in die Rücklage abgedreht [1]. Übersetzt: Alles andersherum, auch im Kopf.
Wozu brauchst du es? Zum Beispiel, um an einen Steg zu fahren, ein Hindernis zu umgehen oder die Wende vorzubereiten. Bei der „Wende über Backbord (Steuerbord)" rudert die genannte Seite zunächst rückwärts, das andere Ruder wird beim Vorrollen über dem Wasser mitgeführt [1]. Das Rückwärtsrudern ist also Baustein von weiteren Manövern.
Gut zu wissen (Praxis, keine Studie): Beim Rückwärtsrudern bewegt sich das Boot in die Richtung, in die du schaust. Das erleichtert die Orientierung, aber nur, wenn du auch tatsächlich hinschaust.
Typisch für Einsteiger: Der Kopf will vorwärts, die Hände sollen rückwärts. Das ist normal. Deshalb übst du die Folge zuerst an Land oder am Steg im Trockenen, mit leeren Händen, bevor du sie im Boot machst.
Wie schwer ist das? Die Reihenfolge lernst du in einer Einheit. Bis sie bei einem Kommando automatisch läuft, braucht es erfahrungsgemäß mehrere Trainings. Quellen zur Technik des Rückwärtsruderns gibt es kaum; die DRV-Ruderbefehle sind die tragende Verbandsquelle, ein Vereinsskript ergänzt [2]. Alles weitere ist Praxis-Standard.
Bei „Alles rückwärts" kommen die Innenhebel zum Körper, die Blätter liegen flach auf dem Wasser [1]. Du sitzt in der Rücklage, die Blattstellung ist entgegengesetzt zu der beim Vorwärtsrudern [2]. Meilenstein: Du findest die Stellung ohne Hinsehen.
Bei „los" wird das Blatt aufgedreht, entgegengesetzt zum Vorwärtsrudern [1]. Das Blatt steht nun so, dass es das Boot rückwärts bewegt.
Der Durchzug rückwärts erfolgt beim Vorrollen [1]. Du nutzt die ganze Rollbahn [2]. Die Bewegung ist gleichmäßig und ruhig.
Beim Zurückrollen in die Rücklage wird das Blatt abgedreht [1]. So gleitet das Blatt über dem Wasser zurück, ohne zu bremsen.
Wiederhole die Folge in einem ruhigen Rhythmus. Auf Kommando „Ruder halt" hörst du sofort auf [1]. Meilenstein: 10 Schläge rückwärts ohne Luftschlag, mit gleichmäßigem Rhythmus.
Üb das Rückwärtsrudern erst am Steg oder mit Obmann im Boot, in Stufen: erst nur ein Schlag und „Ruder halt", dann drei Schläge, dann zehn. Notiere, wie weit das Boot pro Schlag läuft. Mit dieser Zahl planst du das Anlegen: Wer kennt, wie weit sein Boot rückwärts läuft, bremst früher und sicherer.
Mit „Alles rückwärts – los!": Innenhebel zum Körper, Blatt flach, dann Blatt aufdrehen, Durchzug beim Vorrollen, Blatt abdrehen beim Zurückrollen [1].
Für das Anlegen am Steg, zum Ausweichen und als Teil der Wende [1].
Einseitiges Rückwärtsrudern kommt in der Wende vor: Die genannte Seite rudert zuerst rückwärts, das andere Ruder wird über Wasser mitgeführt [1].
Nein. Am Ergometer gibt es kein Boot, das rückwärts fährt. Es ist eine reine Wasser-Technik.
Steuern im Ruderboot: Sanft lenken, früh entscheiden, Kommandos richtig geben — [object Object]