Laufsprung (Hitch-Kick) im Weitsprung: Laufschritte in der Luft

Laufsprung im Weitsprung: 1½ bis 3½ Laufschritte in der Luft, Drehimpuls kontrollieren und aktiv landen – mit Aufbau, Regel, Studienlage und Fehlerbildern.

Sportart: Leichtathletik · Level: Profi

Einleitung

Der Laufsprung ist eine Flugtechnik im Weitsprung, bei der du die Laufbewegung in der Luft weiterführst: Das Schwungbein wird aktiv nach vorn oben geschleudert, danach folgen je nach Leistungsniveau 1½ bis 3½ Laufschritte. Der Oberkörper ist dabei leicht nach hinten geneigt und kommt erst zur Landung in die Vorlage [1].

Achtung, Verwechslungsgefahr: Der Schrittweitsprung ist etwas anderes. Dort behältst du nach dem Absprung die Schrittposition bei und führst das Sprungbein erst zur Landung nach vorn [1][6]. Der Laufsprung (Hitch-Kick, englisch) hat dagegen Laufschritte in der Luft. Beide Techniken unterscheiden sich ausschließlich in der Flugphase [5].

Die ehrliche Antwort auf die Frage, ob die Laufschritte dich weiter bringen: Nicht direkt. Der Absprung legt die Flugbahn des Körperschwerpunkts fest, danach lässt sie sich nicht mehr beeinflussen. Die Bewegungen in der Luft dienen dem Gleichgewicht und der Landevorbereitung [5]. Die Laufschritte wirken dem Vorwärtsdrehimpuls entgegen, den du aus dem Absprung mitnimmst [4]. In einer Studie mit zwölf Weitspringern hatte die 2½-Hitch-Kick-Gruppe beim Absprung mehr Drehimpuls und höhere Armgeschwindigkeiten und landete effizienter, mit dem Becken vor den Fersen; die Hang-Gruppe landete fast 6 Zentimeter dahinter [3]. Das ist eine kleine 2-D-Analyse, aber sie zeigt die Idee: Die Technik hilft dir bei der Landung.

Was du brauchst

Schritt für Schritt

1. Schrittweitsprung als Basis

Der Schrittsprung bildet die Grundlage für Lauf- und Hangsprung [1]. Halte die Take-off-Position im Absprung so lange wie möglich, um eine stabile Flugkurve zu erreichen [6].

Meilenstein (Praxis-Standard): 8 von 10 Sprüngen mit gestreckter Absprungposition und aufrechtem Oberkörper.

2. Schrittsprung mit 1½ Schritten

Das Hochschulskript führt unter den Absprungübungen einen Schrittweitsprung mit 1½ Schritten auf [5]. Wie du ihn genau ausführst, klärst du mit dem Trainer; als Richtung gilt: ein kurzer Laufschritt in der Luft, dann Landung.

Meilenstein: 8 von 10 Sprüngen mit ruhigem Oberkörper und kontrollierter Landung.

3. Zwei bis zweieinhalb Schritte

Je nach Leistungsniveau sind 1½ bis 3½ Laufschritte üblich; die untersuchten Springer nutzten 2½ [1][3]. Der Oberkörper ist leicht nach hinten geneigt [1]. Beginne aus einem Anlauf, der noch zu beherrschen ist.

Meilenstein: Du landest mit den Füßen vor der Hüfte, ohne zu kippen.

4. Landevorbereitung

Erst zur Landung bringst du den Oberkörper in die Vorlage [1]. Die Landung ist bei allen Techniken durch die typische Klappmesserhaltung (Sitzhaltung unmittelbar vor der Landung) gekennzeichnet; mit Bodenberührung schiebst du das Becken nach vorn, gibst in den Knien nach, die Arme schwingen etwas nach vorn [5].

Meilenstein: Landung ohne Zurückfallen in 7 von 10 Sprüngen.

5. Feinschliff mit Video

Der Drehimpuls entsteht im Absprung, gefördert durch die Armgeschwindigkeit [3]. Schau auf dem Video, ob der Armeinsatz im Absprung aktiv ist und ob dein Becken beim Landen vor den Fersen bleibt.

Meilenstein: Becken landet in 6 von 10 Sprüngen vor den Fersen.

Häufige Fehler

Sicherheitshinweise

Die Luftphase des Laufsprungs ist technisch heikel. Salti sind im Weitsprung nicht erlaubt: Wer in der Anlauf- oder Sprungphase irgendeine Form von Salto ausführt, begeht einen Fehlversuch [2]. Die Laufschritte sollen die Vorwärtsdrehung gerade verhindern [4]. Lern ihn nur mit Trainer und baue langsam auf.

Landungen: In einer Studie an Hochschulspringern war der Knöchelumknickunfall die häufigste Verletzung der Weitspringer (23,3 %) [8]. Die Sandgrube muss locker sein. Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training und keinen Trainer.

Pro-Tipp

Behandle die Laufschritte als Antwort auf den Absprung, nicht als Show. Die Arbeit von Herzog beschreibt, dass Arm- und Beinbewegungen den Drehimpuls vom Absprung ausgleichen müssen, damit der Rumpf in der Luft seine Orientierung hält; sie diskutiert auch Schwächen von Segel- und Hitch-Kick-Technik [4]. Praktisch heißt das: Je sauberer der Absprung, desto weniger musst du in der Luft ausgleichen. Und wenn die Arme beim Absprung schneller sind, erzeugst du mehr Drehimpuls [3].

FAQ

Was ist der Laufsprung im Weitsprung?

Eine Flugtechnik, bei der die Laufbewegung in der Luft weitergeführt wird: Das Schwungbein wird nach vorn oben geschleudert, dann folgen 1½ bis 3½ Laufschritte, der Oberkörper bleibt leicht zurückgeneigt [1]. Im Englischen heißt sie Hitch-Kick.

Ist der Laufsprung dasselbe wie der Schrittsprung?

Nein. Der Schrittsprung hält die Schrittposition und führt das Sprungbein erst zur Landung nach vorn [1]. Der Laufsprung hat Laufschritte in der Luft. Beide unterscheiden sich nur in der Flugphase [5].

Wozu braucht man die Laufschritte in der Luft?

Um die Körperlage zu halten und die Landung vorzubereiten. Die Arm- und Beinbewegungen wirken dem Vorwärtsdrehimpuls vom Absprung entgegen [4]. Die Flugbahn des Körperschwerpunkts ändern sie nicht mehr [5].

Ist der Laufsprung ein Salto?

Nein, er ist kein Salto. Salti sind im Weitsprung verboten [2]. Die Laufschritte sollen gerade verhindern, dass sich der Körper nach vorn überschlägt [4].

Wie viele Laufschritte sind richtig?

Je nach Leistungsniveau 1½ bis 3½ [1]. In der untersuchten Gruppe waren es 2½ [3]. Wie viele du brauchst, hängt von deinem Absprung und deiner Armarbeit ab; entscheide das mit dem Trainer.

Schritt für Schritt

  1. Schrittweitsprung als Basis: Absprung und Schwungbein im Schrittsprung stabil halten. Meilenstein: 8 von 10 Sprüngen mit gestreckter Absprungposition und aufrechtem Oberkörper.
  2. Schrittsprung mit 1½ Schritten: Nach dem Absprung ein Laufschritt, dann Landung. Meilenstein: 8 von 10 Sprüngen mit ruhigem Oberkörper und kontrollierter Landung.
  3. 2½ Schritte aus längerem Anlauf: Zwei bis zweieinhalb Laufschritte mit leichter Rücklage des Oberkörpers. Meilenstein: du landest mit den Füßen vor der Hüfte, ohne zu kippen.
  4. Landevorbereitung: Oberkörper erst zur Landung in die Vorlage bringen. Meilenstein: Landung ohne Zurückfallen in 7 von 10 Sprüngen.
  5. Feinschliff mit Video und Anlauf: Armeinsatz im Absprung aktiv, Landeposition messen. Meilenstein: Becken landet in 6 von 10 Sprüngen vor den Fersen.

Key Takeaways

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