Tate-shiho-gatame im Judo lernen: rittlings auf dem Partner, Beine frei halten, 20 Sekunden bis Ippon. Mit Meilensteinen, Fehlern und Sicherheitsregeln.
Die ehrliche Antwort: Tate-shiho-gatame ist der Reitvierer. Du sitzt oder liegst rittlings auf deinem Partner (Uke), kontrollierst Kopf und einen Arm und hältst ihn mit deinem Gewicht auf dem Rücken am Boden. Er gehört zu den vier Haltegriffen, die der Deutsche Judo-Bund schon für den 7. Kyu verlangt: Kesa-gatame, Tate-shiho-gatame, Yoko-shiho-gatame und Kami-shiho-gatame [1]. Weil der DJB ihn im Einstiegsprogramm führt, stufen wir ihn als Beginner ein.
Warum ist er trotzdem tückisch? Weil er die größte Auflagefläche hat und Uke deshalb am meisten Hebel hat, um sich herauszuwinden. Der Regeltext verlangt eine klare Bedingung: Dein Körper und deine Beine dürfen nicht von Ukes Beinen kontrolliert sein, sonst gibt es keinen Haltegriff [2]. Wenn Uke seine Beine um dich schließt, ist das also kein gewertetes Halten.
Die Zeiten: 20 Sekunden bringen Ippon, 10 bis 19 Sekunden Waza-ari, 5 bis 9 Sekunden Yuko [2]. In der WM-Analyse von 176 Bodenpunkten fielen 68,6 % der Punkte nach einem misslungenen Standangriff [3]. Wer nach einem halben Wurf in den Reitvierer kommt, kann also direkt punkten. Rechne mit mehreren Einheiten, bis du ihn gegen echte Gegenwehr hältst (Erfahrungswert, keine Studie).
Uke liegt auf dem Rücken. Du setzt dich rittlings auf seinen Oberkörper, die Knie eng an seinen Rippen. Setz dich nicht mit vollem Gewicht auf den Bauch, sondern verteile es auf Brust und Hüfte. Meilenstein: Uke atmet normal und du sitzt ruhig.
Greife einen Arm von Uke und fixiere ihn eng an deinem Körper. Mit dem anderen Arm hältst du Ukes Kopf und Schulter nahe, ohne am Hals zu ziehen. Meilenstein: Ukes Arm lässt sich nicht freiziehen.
Deine Knie bleiben dicht an Ukes Hüfte. Schließe Ukes Beine nicht „ein", sondern hol deine Beine vor seine Hüfte, damit er sie nicht umklammert. Das ist die Bedingung des Regeltexts [2]. Meilenstein: Uke kommt mit den Beinen nicht um deine Hüfte.
Beuge dich vor, Brust auf Ukes Brust, Hüfte tief. Das Gewicht liegt vorne. Meilenstein: Du bleibst auch bei seitlichem Wegdrücken sitzen.
Rollt Uke, gehst du mit. Verliert er den Rücken von der Matte, brauchst du den Wechsel in Yoko-shiho- oder Kami-shiho-gatame. Meilenstein: Du hältst 20 Sekunden gegen einen Uke, der sich bewegt.
Ein Reitvierer sitzt viel Gewicht auf einem Menschen, deshalb gelten Atemwege frei und Abklopfen heißt sofort loslassen. Das Regelwerk erkennt zweimaliges Abklopfen mit Hand oder Fuß oder den Ruf „Maitta" an [2]. Sitze nie mit vollem Gewicht auf Ukes Bauch oder Gesicht. Im Training bleibt der Reitvierer ohne Würger und ohne Hebel.
Der Regeltext verlangt außerdem, dass du nicht nur um den Kopf hältst, ohne mindestens einen Arm zu kontrollieren [2]. Das schützt Uke, und du hältst dich daran. Im Review zu Judoverletzungen traten die meisten Verletzungen beim Geworfenwerden auf, Knie, Schulter und Finger waren die häufigsten Stellen [4]. Bei Bodenarbeit bedeutet das nicht „risikofrei": Pass auf Uke auf.
Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training.
Stell dir vor, du setzt dich in einen tiefen Sattel, nicht auf einen Barhocker. Tief sitzen heißt: Die Hüfte schwer, die Knie am Pferd, die Brust vorn. Tief ist stabil, hoch ist wackelig. Dieses Bild hilft dir, den Schwerpunkt zu finden, ohne dass du an Kraft denken musst.
So baust du es in die Woche ein: Übe zweimal pro Woche je fünf Minuten am Trainingsende. Halte dreimal 20 Sekunden gegen einen Partner, der erst leicht, dann stärker arbeitet. Wechsle die Rollen. Notiere dir einen Punkt für die nächste Einheit. Das ist Erfahrungswert, keine Studie.
„Tate" heißt „vertikal", „shiho" „vier Richtungen", „gatame" „Haltegriff". In der Praxis ist es der Reitvierer, bei dem du rittlings auf Uke sitzt. Der DJB führt ihn unter den vier Haltegriffen des 7. Kyu [1].
20 Sekunden für Ippon, 10 bis 19 Sekunden für Waza-ari, 5 bis 9 Sekunden für Yuko, gezählt ab „Osaekomi!" [2]. Uke muss mit dem Rücken auf der Matte liegen und darf deinen Körper nicht mit den Beinen kontrollieren [2].
Weil der Regeltext verlangt, dass dein Körper und deine Beine nicht von Ukes Beinen kontrolliert sind [2]. Dann hast du keinen Haltegriff, sondern Uke kontrolliert dich. Halte die Knie eng an der Hüfte.
Ja, der DJB lehrt ihn schon im 7. Kyu [1]. Beginne mit Absprache, auf der Matte und unter Aufsicht. Kommt Druck am Hals oder ein Abklopfen, lässt du sofort los.
Hiza-guruma: Das Knierad im Judo kontrolliert lernen — [object Object]