Kami-shiho-gatame im Judo lernen: Position am Kopfende, Griff am Gürtel, 20 Sekunden bis Ippon. Mit Meilensteinen, Fehlern und Sicherheitsregeln für Anfänger.
Die ehrliche Antwort: Kami-shiho-gatame ist ein Haltegriff vom Kopfende aus. Du liegst mit der Brust auf dem Oberkörper deines Partners (Uke), greifst seinen Gürtel auf beiden Seiten und hältst ihn mit breiter Basis am Boden. Der Deutsche Judo-Bund führt ihn unter den vier Haltegriffen, die schon für den 7. Kyu (gelber Gürtel) verlangt werden [1]. Du brauchst keinen Wurf dafür, nur Geduld und Gewicht an der richtigen Stelle.
Im Wettkampf zählt die Uhr: Nach dem Kommando „Osaekomi!“ bringen 20 Sekunden Halten einen Ippon, 10 bis 19 Sekunden ein Waza-ari und 5 bis 9 Sekunden ein Yuko [2]. Zwanzig Sekunden fühlen sich auf einem Menschen, der sich wehrt, ziemlich lang an. Das ist der Grund, warum die Basis wichtiger ist als Kraft.
Und warum lohnt sich das? Eine Auswertung von 176 Bodenpunkten bei der WM 2018 zeigte: 68,6 % der Punkte im Boden fielen nach einem misslungenen Standangriff [3]. Wer aus einem halben Wurf sofort einen Haltegriff macht, holt also oft die Punkte, die andere verschenken. Wie lange du bis zum sicheren Halten brauchst, hängt vom Partner und vom Training ab. Rechne mit einigen Einheiten für die Grundposition (Erfahrungswert, keine Studie).
Uke liegt auf dem Rücken. Du kniest oder hockst hinter seinem Kopf und legst dich dann mit der Brust auf seinen Oberkörper. Dein Kopf bleibt neben seinem Kopf, nicht über seinem Gesicht. Meilenstein: Uke kann normal atmen und du spürst seinen Brustkorb unter deinem.
Beide Hände gehen unter Ukes Armen durch und greifen seinen Gürtel links und rechts. Dadurch kann er seine Arme nicht frei nach oben schieben. Meilenstein: Du hältst beide Gürtelseiten, ohne dass deine Schultern hochgezogen sind.
Spreize die Beine weit nach hinten und setze die Zehen auf die Matte. Die Hüfte bleibt tief. Dein Gewicht liegt auf Ukes Brust, nicht auf seinem Gesicht. Meilenstein: Du kannst die Position zehn Sekunden halten, ohne dass Uke dich anhebt.
Wenn Uke zur Seite brückt oder sich dreht, gehst du mit: Dein Körper wandert über ihn, die Hüfte bleibt schwer. Nach Programm des DJB lernst du später im Erweiterungsprogramm den abgewandelten Kuzure-kami-shiho-gatame als Anschluss [1]. Meilenstein: Du bleibst dran, auch wenn Uke leicht zur Seite rollt.
Ein Mitschüler zählt laut bis 20. Ziel ist, dass die Haltezeit unabhängig von Kraft kommt. Meilenstein: 20 Sekunden gegen einen Uke, der sich bewegt, aber nicht mit voller Kraft wehrt.
Haltegriffe wirken sanft, brauchen aber Regeln. Vereinbare vorab: Abklopfen heißt sofort loslassen. Das Regelwerk zählt zweimaliges Abklopfen mit Hand oder Fuß oder den Ruf „Maitta" („ich gebe auf") als Aufgabe [2]. Hör nie auf „der Partner übertreibt nur".
Achte bei Kami-shiho-gatame besonders auf die Atemwege: Dein Brustkorb gehört auf Ukes Oberkörper, nicht auf sein Gesicht. Beim Üben im Verein arbeitest du ohne Hebel und ohne Würger; Haltetechniken sind der Einstieg. Im Review über Judoverletzungen war nicht der Boden, sondern das Geworfenwerden der häufigste Verletzungsmechanismus [4]. Das heißt nicht, dass Bodenarbeit risikofrei ist: Finger, Knie und Schultern leiden auch hier.
Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training.
Lege dich nicht flach auf Uke, sondern denk an eine Brücke: Hüfte tief, Schultern leicht, Gewicht auf den Zehen. Wenn du die Zehen aktiv in die Matte drückst, kannst du dich bei jeder Bewegung von Uke nachschieben. Das spart mehr Kraft als jeder Griff.
So baust du es in die Woche ein: Übe zweimal pro Woche fünf Minuten, am Ende des Trainings, wenn du warm bist. Halte dreimal 20 Sekunden mit einem Partner, der erst nur leicht, dann stärker mitarbeitet, und tausche dann die Rollen. Notiere dir einen einzigen Punkt, den du in der nächsten Einheit verbesserst. Das ist Erfahrungswert, keine Studie.
Nach dem Kommando „Osaekomi!" bringen 20 Sekunden Halten einen Ippon, 10 bis 19 Sekunden ein Waza-ari und 5 bis 9 Sekunden ein Yuko [2]. Diese Zeiten gelten für alle Haltegriffe. Dein Partner muss dabei mit dem Rücken (mindestens dem oberen Rücken) auf der Matte liegen.
Bei Kesa-gatame liegst du seitlich an Uke. Bei Kami-shiho-gatame sitzt du am Kopfende und greifst beide Gürtelseiten. Beide stehen im Grundprogramm des DJB [1]. Der Regeltext verlangt, dass du in einer Kesa-, Shiho- oder Ura-Position Druck auf den Oberkörper bringst [2].
Typische Antworten sind Brücken, Hüftbewegungen zur Seite und Drehen auf den Bauch. Im 7. Kyu lernt Uke laut DJB erste einfache Verteidigungshandlungen gegen Haltetechniken [1]. Genau das trainierst du paarweise, damit du als Tori lernst, dran zu bleiben.
Bei sauberer Ausführung nicht, wenn die Atemwege frei bleiben und das Abklopfen respektiert wird [2]. Üble Fehler sind Gewicht auf dem Gesicht und Weiterhalten trotz Abklopfen. Üb nur auf der Matte und mit Aufsicht.
Kuzure-kesa-gatame: Den abgewandelten Schärpengriff im Judo lernen — [object Object]