Kuzure-kesa-gatame im Judo lernen: Arm unter der Achsel statt um den Nacken, Hüfte, Basis und Wechsel aus Kesa-gatame. Mit Meilensteinen und Sicherheitsregeln.
Die ehrliche Antwort: Kuzure-kesa-gatame ist ein Schärpengriff, bei dem dein Arm nicht um Ukes Nacken läuft, sondern unter seiner Achsel durchgeht. Du bleibst seitlich an ihm und hältst ihn mit dem Körpergewicht am Boden. „Kuzure" heißt „abgewandelt". Der Deutsche Judo-Bund zählt Kuzure-kesa-gatame zusammen mit Kesa-gatame, Yoko-shiho-gatame, Kami-shiho-gatame und Tate-shiho-gatame zum Grundprogramm der Haltegriffe bis zum 4. Kyu [1].
Warum brauchst du die Abwandlung? Weil der klassische Kesa-gatame ein Problem hat: Sobald dein Partner (Uke) deinen Kopf wegschiebt oder den Arm um seinen Nacken blockiert, ist dein Griff leer. Kuzure-kesa-gatame ist dann dein Plan B, den du ohne Neustart erreichst. Im Wettkampf gilt: Wechselst du ohne Kontrollverlust in einen anderen Haltegriff, läuft die Haltezeit weiter bis Ippon, „Toketa!" (Griff gelöst) oder „Mate!" [2].
Die Haltezeiten kennst du: 20 Sekunden bringen einen Ippon, 10 bis 19 Sekunden ein Waza-ari, 5 bis 9 Sekunden ein Yuko [2]. Wie schnell du die Abwandlung im Griff hast, hängt von deinem Kesa-gatame ab. Rechne mit einigen Trainingseinheiten (Erfahrungswert, keine Studie).
Du sitzt seitlich an Uke, Brust an seiner Brust. Der Arm liegt wie beim klassischen Schärpengriff um den Nacken, die andere Hand hält Ukes Arm eng an deinem Körper. Meilenstein: Du hältst 10 Sekunden sauber, bevor du wechselst.
Statt um den Nacken führst du den Arm unter Ukes Achsel durch und greifst seinen Rücken oder den Jackenrand. Die genaue Griffposition lässt du dir von deinem Trainer zeigen, sie unterscheidet sich je nach Schule. Meilenstein: Du wechselst langsam und verlierst den Kontakt zu Ukes Brust nicht.
Dein Körper liegt schräg über Ukes Oberkörper, die Hüfte bleibt tief und nah an seiner Seite. Wenn du zu weit weg bist, kann sich Uke herauswinden. Meilenstein: Eine flache Hand zwischen deiner Hüfte und seinem Körper hat keinen Platz.
Die Beine sind breit gestellt, ein Bein weit nach hinten, damit Uke dich nicht umwirft. Der Kopf bleibt oben und neben Ukes Oberkörper, nicht neben seinem Gesicht. Meilenstein: Du bleibst zehn Sekunden stabil, obwohl Uke leicht drückt.
Wenn Uke brückt oder sich seitwärts herausschiebt, gehst du mit und kannst zurück in den Kesa-gatame oder in den nächsten Haltegriff wechseln. Meilenstein: Du hältst 20 Sekunden gegen einen Uke, der sich bewegt.
Haltegriffe sind ein ruhiger Einstieg, aber sie brauchen Regeln. Abklopfen heißt loslassen, sofort und ohne Diskussion. Der Regeltext sagt zudem klar: Du darfst nie nur um Kopf und Nacken halten, ohne mindestens einen Arm zu kontrollieren [2]. Bei Kuzure-kesa-gatame ist das im Normalfall erfüllt, weil dein Arm unter Ukes Achsel liegt. Achte trotzdem darauf, dass du nicht am Kopf ziehst.
Dreh Ukes Schulter oder Arm nie gegen ihre natürliche Bewegungsrichtung. Im Judo sind Knie, Schulter und Finger die häufigsten Verletzungsorte (meist Zerrungen und Prellungen), und die meisten Verletzungen entstehen beim Geworfenwerden, nicht am Boden [3]. Am Boden kommen sie also seltener, aber nicht nie. Trainiere Haltegriffe ohne Hebel und Würger, mit Absprache.
Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training.
Wenn du zwischen Kesa-gatame und Kuzure-kesa-gatame wechselst, lass die Hüfte nie los und tausche nur den Arm. Der Wechsel funktioniert wie ein Handtausch am Geländer: Eine Hand bleibt dran, die andere greift neu. Genauso bleibt dein Brustkontakt, während der Arm wechselt. Das macht dich für Uke unberechenbar.
So baust du es in die Woche ein: Übe zweimal pro Woche je fünf Minuten am Trainingsende. Mach dreimal Kesa-gatame, dann Wechsel zu Kuzure-kesa-gatame und zurück, mit einem Partner, der erst leicht, dann stärker mitarbeitet. Notiere dir einen Fehler pro Einheit. Das ist Erfahrungswert, keine Studie.
„Kuzure" heißt „abgewandelt". Kuzure-kesa-gatame ist also die abgewandelte Form des Schärpengriffs, bei der dein Arm unter Ukes Achsel statt um den Nacken geht. Der DJB führt ihn im Grundprogramm der Haltegriffe [1].
Wie jeden Haltegriff: 20 Sekunden für Ippon, 10 bis 19 Sekunden für Waza-ari, 5 bis 9 Sekunden für Yuko [2]. Wechselst du ohne Kontrollverlust in einen anderen Haltegriff, läuft die Zeit weiter [2].
Meistens dann, wenn Uke den Nackenarm blockiert oder deinen Kopf wegdrückt und der klassische Griff nicht mehr sitzt. Du wechselst, ohne Brustkontakt zu verlieren. Ob das im Randori funktioniert, zeigt dir dein Trainer am besten an konkreten Situationen.
Ja, der DJB ordnet ihn dem Grundprogramm bis zum 4. Kyu zu [1]. Voraussetzung ist ein halbwegs sauberer Kesa-gatame. Übe mit Absprache und Abklopfen auf der Matte und unter Aufsicht eines Trainers.
Kata-gatame: Der Schulter-Haltegriff im Judo kontrolliert lernen — [object Object]