Durchbruch im Handball: Neben dem Verteidiger in die Wurfchance

Durchbruch im Handball lernen: So gehst du nach der Finte neben dem Verteidiger durch, schützt den Ball und schließt gegen den Torwart sicher ab.

Sportart: Handball · Level: Fortgeschritten

Einleitung

Der Durchbruch ist das Eindringen in den Raum neben dem Verteidiger bis zu einer freien Wurfchance gegen den Torwart. Er beginnt mit einer Finte, nutzt deine 3 erlaubten Schritte [1] und endet im Wurf oder Anspiel an den Kreis. Es gibt den geraden und den bogenförmigen Durchbruch.

Die ehrliche Antwort auf „Wie gut ist die Chance nach dem Durchbruch?": Sehr gut, wenn du wirklich frei bist. Bei der WM 2015 gingen Würfe in einer Konter-Situation, in der die Abwehr unterlegen war und der Angreifer allein gegen den Torwart stand („Breakthroughs" in der Studie), zu 80 % ins Tor (564 von 704), Gegenstöße zu 79 %. Würfe aus 9 Metern waren mit 37 % deutlich weniger erfolgreich [2]. Achtung: Das war kein klassischer Durchbruch gegen die gestellte Abwehr, die Studie meint Würfe nach Ballgewinn mit 2 bis 5 Pässen [2]. Sie zeigt aber, wie viel mehr eine freie Gasse wert ist als ein Wurf von weit weg.

Wie lange du bis zum sicheren Durchbruch brauchst, hängt von deinem Ausgangsniveau ab. Eine belastbare Studienzahl dazu gibt es nicht, das ist Trainererfahrung.

Der Durchbruch beginnt nicht mit dem Antritt, sondern mit der Finte davor.

Was du brauchst

Schritt für Schritt

1. Position und Blick

Stell dich im Rückraum etwa 1 bis 2 Meter vor dem Verteidiger auf, den Ball auf Brusthöhe. Schau auf den Raum neben ihm, nicht auf ihn. Meilenstein: Du erkennst im Stand, auf welcher Seite des Verteidigers mehr Platz ist.

2. Die Finte, danach der Antritt

Täusche eine Richtung an und geh dann in die andere. Gute Fintierer haben laut einer Studie mit 96 Handballern kürzere Bodenkontaktzeiten, höhere Geschwindigkeit, einen flacheren Schnittwinkel und eine größere Schnittbreite als weniger gute, außerdem eine schnelle Kopfbewegung gegen die eigentliche Richtung [3]. Das heißt: Tempo und Schulter/Kopf täuschen, nicht nur die Füße. Meilenstein: In 6 von 10 Versuchen kommt der Verteidiger auf die falsche Seite.

3. Gerader oder bogenförmiger Durchbruch

Beim geraden Durchbruch gehst du in einer Linie neben dem Verteidiger durch. Beim bogenförmigen läufst du einen kurzen Bogen, um ihn herum, mit dem Ball in der abgewandten Hand. Der Bogen ist länger, schützt den Ball aber besser. Meilenstein: Du kannst beide Varianten aus 5 Metern Anlauf zeigen.

4. Ball und Körper schützen

Halte den Ball auf der dem Verteidiger abgewandten Seite und die Schulter zwischen ihm und dem Ball. Berührt dich der Verteidiger, bleib stabil. Wenn du nach einem Foul Ball und Körper unter Kontrolle behältst, gibt es keinen Siebenmeter, du spielst weiter [1]. Meilenstein: Du bleibst nach leichtem Kontakt in 8 von 10 Fällen auf den Beinen und behältst den Ball.

5. Abschluss gegen den Torwart

Wirf nach deinem dritten Schritt, bevor der Torwart sich ordnen kann. Als Alternative spielst du auf den Kreis, wenn Torwart und Abwehr zu dir kommen. Meilenstein: 6 von 10 Durchbrüchen enden in einem sauberen Wurf oder Anspiel.

Häufige Fehler

Sicherheitshinweise

Der Antritt nach der Finte ist der gefährlichste Moment für dein Knie. In einer dänischen Befragung von 4.540 verletzten Handballern mit Kreuzbandriss kamen 55 % der Verletzungen ohne Fremdeinwirkung zustande, 25 % bei Drehbewegungen und 11 % bei Landungen auf einem Bein. In 80 % der Fälle hatten die Spieler den Ball, am häufigsten beim Fintieren (32 %) oder Werfen (30 %) [4]. In einer Videoanalyse von 20 Kreuzbandrissen im Frauenhandball war die häufigste Situation (12 von 20) ein Stemmschritt mit Richtungswechsel bei fast gestrecktem Knie [5]. Eine Studie warnt zudem vor einem möglichen Zielkonflikt: Gute Fintierer zeigten ein größeres maximales Knieabduktionsmoment, also ein stärkeres Einknicken des Knies nach innen, über die Standphase [3]. Setz den Stemmschritt mit leicht gebeugtem Knie über dem Fuß [6]. Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training und keinen Trainer.

Pro-Tipp

Entscheide dich erst nach dem ersten Schritt. Wer schon vor dem Antritt weiß, ob er wirft oder passt, ist lesbar. Nach dem ersten Schritt siehst du, wie Torwart und Abwehr reagieren. Das ist Praxiserfahrung. Eine Studie, die das misst, haben wir nicht gelesen.

FAQ

Wie gelingt ein Durchbruch im Handball?

Mit einer Finte, die den Verteidiger zur falschen Seite lockt, einem schnellen Antritt in die Lücke, geschütztem Ball und einem Abschluss innerhalb von höchstens 3 Schritten [1][3].

Was ist der Unterschied zwischen geradem und bogenförmigem Durchbruch?

Der gerade Durchbruch nimmt den kürzesten Weg neben dem Verteidiger. Der bogenförmige läuft einen kurzen Bogen um ihn herum, der Ball ist dabei besser geschützt, der Weg aber länger. Beide Varianten sind Praxis-Standard.

Gibt es einen Siebenmeter, wenn ich beim Durchbruch gefoult werde?

Nur wenn dadurch eine klare Torchance zerstört wird. Behältst du trotz des Fouls Ball und Körper unter Kontrolle, gibt es keinen Siebenmeter, du spielst weiter [1].

Wie oft führt ein Durchbruch zum Tor?

Das hängt vom Raum ab. Bei der WM 2015 gingen Würfe aus dem Gegenstoß mit 2 bis 5 Pässen („Breakthroughs") zu 80 % ins Tor, Würfe aus 9 Metern zu 37 % [2].

Schritt für Schritt

  1. Position und Blick: 1 bis 2 Meter vor dem Verteidiger, Blick auf den Raum neben ihm.
  2. Die Finte, danach der Antritt: Tempo und Kopf/Schulter täuschen, dann schnell in die Lücke.
  3. Gerader oder bogenförmiger Durchbruch: Beide Varianten aus 5 Metern Anlauf zeigen können.
  4. Ball und Körper schützen: Ball auf der abgewandten Seite, Schulter zwischen Ball und Verteidiger.
  5. Abschluss gegen den Torwart: Nach dem dritten Schritt werfen oder an den Kreis spielen.

Key Takeaways

Nächster Guide

Wurffinte im Handball: Den Torwart zur falschen Reaktion verleiten — [object Object]

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