Wurffinte im Handball lernen: So täuschst du den Wurf an, lässt den Torwart zu früh reagieren und wirfst zur richtigen Zeit in die freie Ecke.
Eine Wurffinte ist ein angetäuschter Wurf: Du holst aus, als würdest du werfen, und bringst Torwart oder Abwehrspieler dazu, zu früh zu reagieren. Danach wirfst du in die andere Richtung oder zu einem späteren Zeitpunkt. Die Regeln bleiben dieselben: höchstens 3 Schritte und 3 Sekunden mit dem Ball [1].
Die ehrliche Antwort auf „Funktioniert das wirklich?": Es hängt davon ab, was du täuschst. Ein Überblick über Studien zu Strafwürfen im Fußball und Handball kommt zu dem Schluss, dass Täuschung über den Ort (wohin wirfst du?) im echten Spiel weniger wirkt als im Video-Test. Torhüter achten im Spiel eher auf den Zeitpunkt. Die Autoren raten deshalb, die zeitliche Information zu manipulieren, also wann du wirfst [5].
Das passt zu dem, was Torhüter tun: Bei Distanzwürfen starten sie ihre Bewegung im Mittel 193 ± 67 Millisekunden vor der Ballabgabe, in einer weniger unsicheren Situation sogar rund 349 Millisekunden vorher [2]. Das ist etwa ein Fünftel bis gut ein Drittel einer Sekunde. Dein Fenster zum Täuschen ist also winzig.
Wie lange du bis zu einer wirksamen Finte brauchst, hängt von deinem Ausgangsniveau ab. Eine belastbare Studienzahl dazu gibt es nicht, das ist Trainererfahrung.
Die beste Finte ist die, die wie ein echter Wurf beginnt.
Mach zuerst deinen Wurf so, wie du ihn immer machst, und filme ihn von vorn und von der Seite. Das ist deine Vorlage: Die Finte muss möglichst genau so beginnen. Eine Studie mit 788 getäuschten und 792 normalen Strafwürfen von Novizen und Experten zeigt, dass Experten ihre Täuschung deutlich ähnlicher zum echten Wurf ausführen als Anfänger. Der Unterschied wächst, je näher man der Ballabgabe kommt [4]. Meilenstein: Dein Partner kann auf dem Video nicht sagen, was Finte und was Wurf ist, bis zum Moment des Abwurfs.
Hol aus wie beim Wurf, stopp den Arm kurz und zieh den Ball zurück, statt zu werfen. Der Rumpf täuscht mit, nicht nur der Arm. Meilenstein: Dein Partner reagiert in 6 von 10 Fällen in die falsche Richtung.
Weil Torhüter vor allem auf den Zeitpunkt achten [5], variiere die Pause: mal früh, mal später. Wirf nicht jedes Mal im selben Takt. Erfahrene Torhüter warten mit ihrer senkrechten Schwerpunktbewegung länger als unerfahrene und hielten bei Distanzwürfen 67 % der Bälle, unerfahrene nur 24 % [3]. Gegen sie hilft keine Standardfinte. Meilenstein: Du wirfst Finte-Wurf mit drei verschiedenen Pausenlängen.
Täusche eine Ecke an und wirf in die andere. Oder täusche den Wurf, warte, und wirf, wenn der Torwart schon geht. Meilenstein: 6 von 10 Würfen gehen in die Ecke, in die der Torwart nicht gegangen ist.
Jetzt kommt alles zusammen: Anlauf im Dreischrittrhythmus, Wurffinte im dritten Schritt, Wurf. Denk an die Grenzen von 3 Schritten und 3 Sekunden [1]. Meilenstein: Du schaffst Finte und Wurf, ohne einen Schrittfehler zu begehen.
Die Finte selbst ist harmlos, wenn danach sauber gelandet wird. Bei Sprungwurf-Finten ist die Landung der gefährliche Moment: In einer Videoanalyse von 20 Kreuzbandrissen im Frauenhandball waren 4 von 20 Einbein-Landungen nach einem Sprungwurf, bei fast gestrecktem Knie [7]. Lande auf beiden Beinen oder weich auf einem Bein mit gebeugtem Knie.
Wiederholte Wurfbewegungen belasten die Schulter. Ein Schulterprogramm, dreimal pro Woche im Aufwärmen, senkte in einer Studie mit 660 Spitzenhandballern die Quote an Schulterproblemen von 23 % auf 17 % (Odds Ratio 0,72) [8]. Frag deinen Trainer nach einem solchen Programm. Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training und keinen Trainer.
Fintiere mit der Zeit, nicht mit dem Ort. Wenn Torhüter im Spiel eher auf den Zeitpunkt achten [5], dann bring sie durch eine kurze Verzögerung aus dem Rhythmus, statt nur die Ecke zu wechseln. Auch Experten schaffen keine perfekte Täuschung: Je näher die Ballabgabe, desto sichtbarer werden die Unterschiede [4]. Spar dir deshalb die Finte für den Moment kurz vor dem Wurf nicht auf.
Ein angetäuschter Wurf, der Torwart oder Abwehrspieler zu einer frühen Reaktion verleitet. Danach wirfst du in die andere Richtung oder später.
Teilweise. Eine Übersichtsarbeit zu Strafwürfen sagt, dass Täuschung über den Ort im echten Spiel weniger wirkt als im Video-Test, und rät, den Zeitpunkt zu manipulieren [5].
Im Mittel starten sie rund 193 ± 67 Millisekunden vor der Ballabgabe, bei geringerer Unsicherheit etwa 349 Millisekunden vorher [2].
Ja, zum Teil. Geübte Torhüter, die ein Videotraining bekamen, wurden besser, bei Täuschungswürfen aber weniger als bei direkten [6].
Schlenzer im Handball: Der Hüftwurf unter dem Block hindurch — [object Object]