Interlocking-Griff beim Golf: So verhakst du den kleinen Finger, hältst den Druck locker und weißt, wann der Griff dir mehr Halt gibt als der Overlap.
Beim Interlocking-Griff hakt der kleine Finger deiner Schlaghand zwischen Zeige- und Mittelfinger deiner Führhand ein. Die Hände sitzen dadurch fest aneinander. Ob das besser ist als der Overlap-Griff, kann ich dir nicht belegen: Eine Vergleichsstudie habe ich in PubMed und Europe PMC nicht gefunden.
Die ehrliche Antwort auf „Welcher Griff ist der richtige?“ lautet deshalb: der, mit dem deine Hände nicht auseinanderrutschen. Belegt ist etwas anderes. In einer Studie mit 28 Freizeitspielern flogen die Bälle mit neutraler und starker Handstellung gerader und weiter als mit schwacher Handstellung [3]. Die Handstellung zählt also mehr als die Frage, ob ein Finger darüber oder dazwischen liegt. Auch bei einem weiteren Test mit zwölf Profis stand die Schlagfläche bei schwachem Griff am Treffpunkt offener als bei neutralem und starkem Griff [4].
Wann lohnt sich der Interlock trotzdem? Praxis-Erfahrung aus dem Training: bei kleinen Händen, wenig Handkraft oder wenn dir der Schläger im Schwung zwischen den Händen „aufgeht“. Das ist kein Beleg, sondern ein Grund zum Ausprobieren.
Ein guter Griff fühlt sich nach nichts an: Du spürst den Schläger, aber nicht deine Finger.
Alle Beschreibungen gelten für Rechtshänder, Linkshänder spiegeln. „Führhand“ ist die linke Hand, „Schlaghand“ die rechte.
Lege den Schläger diagonal über die Finger der Führhand, nicht tief in die Handfläche. Schließe die Finger, der Daumen liegt leicht rechts der Schaftmitte. Du solltest von oben etwa zwei Knöchel der Führhand sehen.
Meilenstein: Du hältst den Schläger nur mit der Führhand waagerecht, ohne dass die Spitze absinkt.
Setze die Schlaghand so an, dass die Handfläche zum Ziel zeigt. Ihre Handlinie deckt den Daumen der Führhand ab, der Daumen verschwindet fast ganz.
Der kleine Finger der Schlaghand löst sich vom Schaft und hakt zwischen Zeige- und Mittelfinger der Führhand ein. Er hängt dort wie ein Kleiderbügel am Haken, ohne zu ziehen.
Meilenstein: Du baust den Griff mit geschlossenen Augen auf, und dein Spiegelbild zeigt jedes Mal dasselbe.
Stell dir eine Skala von 1 bis 10 vor, 10 wäre „Schläger zerquetschen“. Ziel sind etwa 4. Das ist eine Faustregel aus dem Unterricht, keine gemessene Zahl. Gemessen wurde bei acht Spielern mit Handicap 0 bis 7: Der meiste Druck kommt aus den letzten drei Fingern der Führhand, er schwankt im Schwung stark und ist erst am Treffpunkt sehr konstant [1]. Von Schwung zu Schwung wich das Kraftmuster bei jedem Spieler kaum ab. Heißt für dich: Ein gleichbleibender Griff schafft ein gleichbleibendes Gefühl.
Schwinge zehnmal ohne Ball bis Hüfthöhe. Danach: Haken die Finger noch? Ist der Griff gewandert? Wenn ja, nicht fester zupacken, sondern Schritt 1 neu aufbauen.
Ein Griff ist ungefährlich, aber nicht folgenlos. Ein Review zu Handgelenksverletzungen im Golf nennt starken Griff, zu festes Zupacken und abgenutzte Griffe als häufige Mitverursacher. Die Führhand ist am häufigsten betroffen [2]. Wenn du Schmerzen auf der kleinfingerseitigen Handkante spürst, die nicht nach einer Pause verschwinden, lass sie ärztlich abklären. Der Review nennt dort den Haken des Hakenbeins als häufigste Knochenverletzung, die oft spät erkannt wird [2]. Wechsle abgenutzte Griffe. Dieser Guide ersetzt keine Stunde bei einem PGA-Pro oder DGV-Trainer.
Mach den Lockerheits-Test: Baue den Griff auf und öffne dann bewusst Daumen und Zeigefinger der Schlaghand um ein, zwei Millimeter. Der Schläger sollte sicher bleiben, gehalten von den letzten drei Fingern der Führhand. Genau dort sitzt bei guten Spielern der Hauptdruck [1]. Das ist ein Übungstrick aus der Praxis, kein Messverfahren.
Beim Interlocking-Griff hakt der kleine Finger der Schlaghand zwischen Zeige- und Mittelfinger der Führhand ein. Beide Hände sind dadurch miteinander verbunden und rutschen weniger auseinander. Der Griff wird oft bei kleinen Händen oder wenig Handkraft empfohlen. Eine Studie, die das belegt, habe ich nicht gefunden.
Das ist wissenschaftlich offen: Einen direkten Vergleich habe ich nicht gefunden. Belegt ist nur, dass die Handstellung zählt. Neutral oder leicht stark erzielte bessere Genauigkeit und Weite als schwach [3]. Probiere beide auf der Range je zehn Bälle und nimm den, der sich stabiler anfühlt.
Locker, etwa 4 von 10. Das ist eine Faustregel, kein Messwert. Gemessen wurde, dass bei guten Spielern der Druck im Schwung stark schwankt und erst am Treffpunkt sehr konstant ist [1]. Werden deine Unterarme hart oder die Knöchel weiß, packst du zu fest zu.
Ein leichtes Ziehen in der Anfangszeit ist normal. Hakst du den Finger zu tief ein, drückt er die Nachbarfinger zusammen. Dann nur bis zum mittleren Gelenk einhaken. Bleiben Schmerzen an der kleinfingerseitigen Handkante, lass es ärztlich abklären [2].
Aus der Trainerpraxis: für Spieler mit kleinen Händen oder wenig Handkraft, bei denen die Hände im Schwung auseinanderlaufen. Ein Beleg dafür fehlt. Entscheidend bleibt eine neutrale oder leicht starke Handstellung [3].
Starker, neutraler oder schwacher Griff beim Golf: Was ist richtig? — [object Object]