Der Clear schickt den Ball hoch und tief ins gegnerische Hinterfeld. So findest du den richtigen Treffpunkt, nutzt deinen Körper und vermeidest Armschläge.
Die ehrliche Antwort: Der Clear ist ein hoher Überkopfschlag, der den Ball weit ins Hinterfeld des Gegners bringt und dort fast senkrecht fallen lässt. Er verschafft dir Zeit, wenn du unter Druck bist, und zwingt deinen Gegner nach hinten. Mit ihm fängt für die meisten Spieler das echte Spiel an.
Zwei Dinge machen den Clear schwer. Erstens: Er braucht Technik, nicht Kraft. Wer nur mit dem Arm schlägt, schlägt kurz und flach. Zweitens: Du musst vorher richtig unter dem Ball stehen. Eine Studie mit 29 Spielern (14 geübt, 15 Anfänger) zeigte, dass die Position des Körpers zum Ball den Abflugwinkel und die Höhe des Schlags direkt beeinflusst [2]. Die Studie untersuchte den Smash, aber die Schlussfolgerung gilt für alle Überkopfschläge: Position vor Schlag.
Eine ehrliche Anmerkung: Zum Clear selbst gibt es weniger Forschung als zum Smash. Wo ich auf Smash-Studien zurückgreife, steht das dabei. Alles ohne [n] ist Trainerpraxis.
Dreh dich seitlich zum Netz: Schlägerschulter hinten, die andere Schulter zeigt zum Netz. Der freie Arm zeigt nach oben zum Ball. Das hilft dir bei Balance und Zielen. Wichtig: Lauf zuerst unter den Ball, dann schlägst du. Der Treffpunkt liegt über dir und etwas vor dir. In der Studie war die Standposition der Schlüssel dafür [2].
Praxis-Tipp: Bei Anfängern bewährte sich, sich bequem unter den hängenden Ball zu stellen und dann mit einem Fuß einen Schritt zurückzutreten [2].
Der Ellbogen geht hoch, der Schläger hängt entspannt hinter dem Kopf, fast wie bei einem Wurf. Der Griff bleibt locker. Geübte Spieler entspannten Trizeps und Handbeuger sofort nach dem Treffer, Ungeübte nicht [5].
Jetzt drehst du Hüfte und Schultern auf. Beim Smash zeigte eine Studie, dass Geübte deutlich mehr Rumpfdrehung nutzen als Anfänger und damit ein höheres Tempo des Balls erreichen [3]. Das gilt als Transfer auch für den Clear: Wer aus dem Rumpf schlägt, braucht weniger Arm. Strecke dich dann ganz nach oben.
Triff den Ball am höchsten Punkt deiner Reichweite, leicht vor der Schlagschulter. Der Unterarm dreht nach innen, das Handgelenk schnappt am Ende nach. Nicht den Ball nur wegschieben, sondern durch ihn hindurch schlagen.
Meilenstein: Sieben von zehn Bällen fliegen höher als der Netzpfosten und landen in der hinteren Feldhälfte.
Direkt nach dem Schlag läufst du in die Grundstellung zurück und machst den nächsten Split-Step. Wer nach dem Schlag stehen bleibt, verschenkt den Vorteil, den der Clear ihm gibt.
Mach den „Handtuch-Test": Lege zwei Handtücher an die Grundlinie, eines links, eines rechts. Dein Ziel ist, abwechselnd beide zu treffen. So trainierst du Richtung und Länge gleichzeitig, und du merkst, ob du den Ball zu früh oder zu spät erwischst. Zählen schlägt Gefühl: Notiere zehn Versuche pro Einheit.
Lauf seitlich unter den Ball, nimm den Schläger hinter den Kopf, drehe Rumpf und Schulter auf und triff den Ball am höchsten Punkt leicht vor der Schlagschulter. Schlage durch den Ball und laufe sofort zurück in die Mitte. Die Position unter dem Ball bestimmt Winkel und Höhe [2].
Meist triffst du den Ball zu spät oder nur mit dem Arm. Laufe weiter nach hinten, damit der Ball vor dir bleibt, und nutze Rumpfdrehung; Geübte drehen den Rumpf deutlich mehr als Anfänger [3]. Auch ein zu fester Griff bremst den Schläger.
Der Clear fliegt hoch und tief ins Hinterfeld, der Drop fällt kurz hinter dem Netz. Beide werden aus derselben Ausholbewegung begonnen, nur im Treffmoment wird der Schlag weich statt hart. Lerne zuerst den Clear sicher, der Drop baut darauf auf.
Wenn du unter Druck bist oder Zeit brauchst. Ein hoher, tiefer Ball verschafft dir einige Sekunden, um in die Mitte zu kommen. Er zwingt zudem den Gegner nach hinten. Das ist Trainerpraxis.
Ausfallschritt im Badminton: Sicher zum Netz und wieder zurück — [object Object]