Wörtlich „Verschluss": eine leichte, gezielte Anspannung, die den Rumpf stabilisiert. Am bekanntesten ist Mula Bandha am Beckenboden.
Bandhas sind der am stärksten mystifizierte Teil des Yoga – dabei kennst du das Gefühl längst: Mula Bandha am Beckenboden entspricht ungefähr der Anspannung, die beim Husten unwillkürlich passiert. Im Ashtanga laufen sie als Teil der Atem- und Rumpfarbeit dauerhaft mit — sie sind das Unsichtbare neben Haltung, Atem und Blickpunkt, das aus Gymnastik bewegte Meditation macht. Der typische Fehler ist Übereifer: maximal anspannen, Bauch einziehen, Luft anhalten. Genau das blockiert den Atem, und ein blockierter Atem ist im Yoga das erste Warnsignal. Richtig ist eine sanfte, dauerhafte Grundspannung, unter der du weiter gleichmäßig atmen kannst. Sobald der Atem stockt, presst du nur noch – dann ist es keine Bandha mehr.