Kime

Der Endfokus im Karate: einen Sekundenbruchteil volle Körperspannung genau im Treffmoment, mit scharfem Ausatmen — und sofort danach wieder lösen. Ohne das Lösen bleibt nur Steifheit.

Worauf es ankommt

Kime — wörtlich „Entscheidung“ — ist der Moment, der aus Tempo Wirkung macht. Die Geschwindigkeit entsteht davor, in der kinetischen Kette von unten nach oben: Beim Tritt erreicht der Oberschenkel rund 4 m/s, das Schienbein 7 und der Fuß zuletzt fast 12 m/s, nacheinander statt gleichzeitig. Kime bündelt das in einen Punkt. Zwei Fehler kosten es: Luft anhalten oder einatmen im Treffmoment — dann verlierst du genau dort Stabilität — und Dauerspannung durch die ganze Technik, die dich langsam und müde macht. Richtig ist scharf ausatmen, für einen Sekundenbruchteil alles fest machen, sofort lösen. Was oft untergeht: Kime rettet keine Technik, deren Kette am Arm begonnen hat. Erst die Hüfte, dann der Arm — und allein die Faustdrehung kurz vor dem Ziel bringt 6,7 bis 12,2 % mehr Aufprallkraft.