Segel aufholen ohne Krafteinsatz: Mit Körpergewicht, geradem Rücken und gestreckten Armen holst du das Rigg schonend aus dem Wasser – Schritt für Schritt.
Wie holst du beim Windsurfen das Segel auf? Mit deinem Körpergewicht, nicht mit deinen Muskeln: Du stehst mit geradem Rücken quer zum Wind, hältst die Aufholleine (die Startschot) am Ende und lehnst dich langsam mit gestreckten Armen nach hinten, bis das Rigg aus dem Wasser kommt [1].
Die ehrliche Antwort zur Schwierigkeit: Aufholen ist keine Kraftübung, sondern ein Balanceakt. Du wirst es in der ersten Stunde nicht perfekt können – aber nach ein paar Dutzend Wiederholungen läuft es von allein. Und die Technik lohnt sich vermutlich: In einer Befragung unter 107 Windsurfern (Regatta- und Freizeitfahrer) waren Muskelzerrungen die häufigste Verletzung (35 % der neuen Verletzungen), und rund 22 % der neuen Weichteilverletzungen der unteren Körperhälfte waren Zerrungen im unteren Rücken [2]. Ob das Aufholen dafür verantwortlich ist, sagt die Studie nicht. Es ist eine Praxis-Annahme, dass ein runder Rücken und reine Armkraft beim Herauswuchten des Riggs genau dort belasten, wo es später wehtut.
Dieser Guide ist ein Lern-Skill: Er ersetzt keinen Kurs bei einer anerkannten Windsurfschule, aber er sorgt dafür, dass du verstehst, was dort passiert.
Richte das Brett im Wasser quer zum Wind aus, den Bug auf die gewünschte Seite. Das Segel liegt dann im Lee, also auf der windabgewandten Seite. Du steigst von der Luvseite aus quer aufs Brett, kniest dich hin, greifst die Aufholleine und stehst auf [1].
Meilenstein: Du stehst ruhig, die Füße links und rechts vom Mastfuß, auf der Mittellinie des Bretts. Nur dort liegt das Brett stabil im Wasser [1].
Halte die Aufholleine am Ende und verlagere dein Gewicht mit geradem Rücken nach hinten. So hebst du das Segel langsam aus dem Wasser. Der Merksatz aus der Schulung: Körpergewicht statt Muskelkraft [1].
Strecke dazu die Arme, damit dein Körperschwerpunkt möglichst weit hinten liegt. Du lehnst dich also wie in einen Stuhl, der hinter dir steht, nicht wie ein Gewichtheber.
Sobald sich das Segel hebt, greifst du an der Leine Richtung Gabelbaum nach. Halte die Arme gestreckt, denn das Wasser braucht Zeit, um vom Segel abzufließen. Langsames Hochziehen ist sehr kraftsparend [1].
Ungeduld ist hier der Gegner: Wer hektisch reißt, hebt Wasser mit und muss mehr Gewicht stemmen.
Sobald der Mast nah genug ist, greifst du ihn mit der vorderen Hand unterhalb des Gabelbaums. Der Mastarm bleibt gestreckt. Jetzt zeigt dir das Segel die exakte Windrichtung an, und das Brett richtet sich von selbst quer zum Wind aus [1].
Körper, Mastarm und Mast bilden dabei ein gleichschenkliges Dreieck. Das ist deine Grundstellung, von der aus der Schotstart (der eigentliche Start) beginnt.
Wiederhole das Ganze auf beiden Seiten. Übe erst das Aufholen, wirf dich dann absichtlich wieder ins Wasser und beginne neu. Wer Aufholen im Schlaf kann, hat später beim Wasserstart und Beachstart keine Angst vor dem Rigg.
Wenn dein Segel hartnäckig klebt, warte eine Sekunde länger. Es fühlt sich falsch an, aber genau in dieser Pause fließt das Wasser ab und das Rigg wird leichter. Fortgeschrittene holen bei wenig Wind so oft auf, dass sie den Ablauf rhythmisch zählen: ziehen, warten, nachgreifen, warten.
Halte die Aufholleine am Ende, strecke die Arme und verlagere dein Gewicht mit geradem Rücken nach hinten. Das Segel hebt sich langsam aus dem Wasser. Sobald es sich löst, greifst du in Richtung Gabelbaum nach, ohne die Arme zu beugen [1].
Meist zieht man zu schnell oder mit gebeugten Armen. Das Wasser braucht Zeit, um vom Segel abzufließen. Strecke deine Arme, warte kurz und lass dein Körpergewicht arbeiten, statt zu reißen [1].
Stelle beide Füße hüftbreit links und rechts neben den Mastfuß, auf die Mittellinie des Bretts. Nur dort liegt es stabil im Wasser. Das Brett steht quer zum Wind, das Segel liegt im Lee [1].
Es kann es sein, wenn du mit rundem Rücken ziehst. Zerrungen im unteren Rücken machten in einer Umfrage unter Regatta- und Freizeitwindsurfern rund 22 % der neuen Weichteilverletzungen der unteren Körperhälfte aus [2]. Gewicht statt Muskelkraft ist die Lehrregel des Handbuchs [1]; ob sich dadurch Rückenverletzungen verringern, ist nicht untersucht.
Schotstart beim Windsurfen: Segel aufrichten, dichtholen, losfahren — [object Object]