Schotstart Schritt für Schritt: Mast aufrichten, Segelhand erst spät greifen, dichtholen und auf Halbwindkurs losfahren – mit den typischen Fehlern und Fixes.
Wie startest du beim Windsurfen aus dem Stand? Du holst das Segel auf, stellst dich in die Grundstellung, richtest den Mast auf und greifst den Gabelbaum erst, wenn der Mast senkrecht steht. Dann holst du langsam dicht und das Brett fährt auf Halbwindkurs los [1][2].
Die ehrliche Antwort zur Schwierigkeit: Der Schotstart ist der Moment, in dem sich Windsurfen vom Wassersport zum Fahren wandelt – und der Moment, in dem die meisten Anfänger zum ersten Mal bewusst ins Wasser kippen. Das gehört dazu. Das Ausbildungsziel des VDWS-Grundscheins, dem Basis-Schein der deutschen Windsurfschulen, ist genau das: Segel setzen, im Übungsrevier fahren und sicher anlegen, bei bis zu 3 Beaufort Wind – also einer schwachen Brise von bis zu etwa 19 km/h [3].
Der Schotstart kommt direkt nach dem Aufholen. Wenn dir das Segel noch nicht sauber aus dem Wasser kommt, übe zuerst den Skill davor.
Das Rigg ist aus dem Wasser, dein vorderer Arm hält den Mast unterhalb des Gabelbaums. Der Mastarm bleibt gestreckt, das Brett richtet sich quer zum Wind aus. Die Füße stehen links und rechts vom Mastfuß, der hintere Fuß in Hüftbreite Richtung Heck, beide auf der Mittellinie [2].
Meilenstein: Du kannst 10 Sekunden ruhig in der Grundstellung stehen, ohne dass das Brett wegdreht oder du wackelst.
Jetzt kippst du den Mast mit Schwung nach vorn und zu dir (Richtung Luv). Das gelingt mit einer Oberkörperdrehung und dem Anziehen des Mastarms, bis der Mastarm wieder gestreckt ist. Das Segel ist erst richtig, wenn es im Gleichgewicht steht und du durch das Segelfenster die Nase des Bretts siehst [2].
Merksatz: Der Mast steht richtig, wenn er zwischen deinem Kopf und der Brettspitze steht und der Gabelbaum etwa waagerecht liegt [1].
Das ist der Punkt, an dem fast alle Anfänger scheitern: Die hintere Hand greift den Gabelbaum zu früh. Warte, bis der Mast wirklich senkrecht steht. Erst dann greift die Segelhand an den Gabelbaum und du drehst den Oberkörper so, dass dein Rücken nach Luv zeigt [1][2].
Jetzt holst du langsam dicht, verlagerst das Gewicht auf das hintere Bein und hältst den Mast senkrecht [1]. Dichtholen ist wie eine Tür öffnen und schließen: Der Mast ist die Angel. Nimm das Segel nie dichter, als es für Halbwind nötig ist, sonst reißt die Strömung ab und du verlierst Vortrieb [2].
Rücken gerade, Schultern zurück, Arme gestreckt: Körper, Arme und Mast bilden ein Dreieck. Lehn dich ins Rigg zurück, statt es mit Muskelkraft zu halten [2]. Sobald du Fahrt hast und dich sicher fühlst, löst du die Masthand vom Mast, greifst den Gabelbaum und schiebst die Segelhand etwas Richtung Schothorn [2].
Starte jeden Versuch mit einem Fixpunkt am Ufer, bevor du das Segel anhebst. Der Kurs, in den das Brett in der Grundstellung zeigt, ist der Kurs, den du fährst [1]. Wer den Punkt vorher festlegt, vermeidet das typische Eindrehen in den Wind.
Aus der Grundstellung richtest du den Mast senkrecht auf, greifst erst dann mit der Segelhand den Gabelbaum und holst langsam dicht. Das Gewicht liegt auf dem hinteren Bein, der Mast bleibt senkrecht, und das Brett fährt auf Halbwindkurs los [1].
Meistens stand der Mast nicht ganz senkrecht, oder die Segelhand griff zu früh zu. Geh zurück in die Grundstellung, wähle einen Fixpunkt am Ufer und richte den Mast neu auf, bevor du dichtholst [1].
Für den Grundschein gilt als Zielbereich bis 3 Beaufort [3]. Als ideal nennt das Magazin 1 bis 3 Beaufort und glattes Wasser [1]. Ab etwa 2 Beaufort ist genug Zug zum Fahren da (Praxis), aber keine Böen, die dich aus dem Gleichgewicht reißen.
Strecke die Segelhand und fiere das Segel auf, damit der Druck nachlässt. Setze dein Gewicht gegen den Zug und richte den Mast danach wieder auf [1].
Selbstrettung beim Windsurfen: Was tun bei Flaute, Bruch und Erschöpfung — [object Object]