Karte einnorden heißt: Norden auf der Karte zeigt nach Norden im Gelände. Mit Kompass, Geländemarken oder grob der Sonne richtest du sie sicher aus.
Was heißt „Karte einnorden", und wie geht das? Die ehrliche Antwort: Du drehst die Karte so, dass alles, was links, rechts, vorne und hinten auf der Karte liegt, auch im Gelände links, rechts, vorne und hinten liegt. Dann stimmt Norden auf dem Papier mit Norden in der Landschaft überein. Mit einem Kompass klappt das in unter einer Minute. Ohne Kompass geht es mit Geländemarken, aber ungenauer.
Warum lohnt sich das? Weil eine eingenordete Karte dein Gehirn entlastet. Du musst dir nicht mehr vorstellen, wie sich die Karte „in echt" dreht. Der Weg, der auf der Karte nach rechts abzweigt, zweigt auch im Gelände nach rechts ab. Der Deutsche Alpenverein betont, dass die Karte nur hilft, wenn man sie lesen kann, und nennt als Vorteil: kein Internet, kein Akku nötig [2]. Für Wege der Stufe T3 (anspruchsvolles Bergwandern) verlangt die Schweizer Wanderskala „durchschnittliches Orientierungsvermögen", ab T4 ein „gutes" [3]. Einnorden ist die Grundlage dafür.
Zu den Techniken selbst gibt es kaum Studien, aber bewährte Lehrmaterialien [1]. Rechne mit zwei bis drei Übungstouren, bis das Einnorden automatisch läuft.
Leg die Karte flach auf die Hand oder den Rucksack. Such deinen Standort anhand eines markanten Punktes, zum Beispiel einer Weggabelung oder einer Hütte.
Meilenstein: Du findest deinen Standort auf der Karte innerhalb von 30 Sekunden.
Lege die Anlegekante des Kompasses an eine Nord-Süd-Gitterlinie der Karte, sodass der Pfeil zum oberen Kartenrand zeigt. Drehe dann Karte und Kompass gemeinsam, bis die Magnetnadel nach Norden zeigt [1]. Jetzt ist die Karte eingenordet. Halte den Kompass flach und weg von Handy oder Metall.
Meilenstein: Du bringst die Karte ohne Hilfe in unter 60 Sekunden in die richtige Lage.
Vergleiche Karte und Gelände: Liegt der Gipfel dort, wo er auf der Karte sein soll? Verläuft der Bach in der gleichen Richtung? Wenn zwei bis drei Marken passen, stimmt die Ausrichtung. Stimmt etwas nicht, prüfe, ob du neben Metall gestanden hast oder dein Standort falsch war.
Ein Beispiel: Du stehst an einer Weggabelung, der linke Weg führt bergab zu einem Bach. Auf der eingenordeten Karte muss der Bach auf der gleichen Seite liegen wie im Gelände. Liegt er auf der anderen Seite, hast du die Karte um 180 Grad verdreht und musst sie neu einnorden.
Meilenstein: Du nennst drei Geländepunkte und zeigst sie auf der Karte.
Ungenau, aber besser als nichts: Zur Mittagszeit steht die Sonne in Mitteleuropa im Süden (im Sommer eher gegen 13:30 Uhr), morgens im Osten, abends im Westen (Praxis). Nutze das nur für eine grobe Richtung und prüfe dein Ergebnis an Geländemarken.
Meilenstein: Du erkennst, wo Süden ist, und vergleichst das mit einem Kompass.
Mach das Einnorden zur Gewohnheit an jeder Weggabelung, auch wenn du dir sicher bist. Wer an einfachen Stellen übt, kann es auch im Nebel. Zusätzlich: Markiere mit dem Bleistift deine Tagesetappe leicht auf der Karte, so findest du deine Stelle schneller wieder.
Kompass mit der Anlegekante an eine Nord-Süd-Gitterlinie legen, dann Karte samt Kompass drehen, bis die Magnetnadel nach Norden zeigt [1]. Der obere Kartenrand zeigt danach nach Norden. Kompass waagerecht halten und weg von Metall oder Handy.
Grob ja: Mit der Sonne (Mittags im Süden) oder durch den Vergleich markanter Geländepunkte mit der Karte. Das ist ungenauer und bei Nebel unbrauchbar. Ein Kompass wiegt wenig und ist günstig.
Für normale Wandertouren ist der Unterschied zwischen magnetisch und geografisch Nord klein (Praxis). Wer exakt peilt, liest die Angabe in der Kartenlegende nach.
Nur bedingt. Handy-Kompass-Apps können gestört sein, und der Akku kann ausfallen. Der Alpenverein empfiehlt die Papierkarte als Backup [2].
GPS- und Smartphone-Navigation beim Wandern: So planst du sicher — [object Object]