Shakehand-Griff lernen: Fingerposition, Handgelenk-Winkel und ein 20-Ball-Test, damit Vorhand und Rückhand von Anfang an sauber funktionieren.
Die ehrliche Antwort: Der Shakehand-Griff ist der Griff, mit dem du anfangen solltest. Du hältst den Schläger, als würdest du jemandem die Hand schütteln – und kommst auf Vorhand und Rückhand gleich gut an den Ball. In Europa spielen ihn die meisten, das Schweizer Bundesamt für Sport nennt ihn den "orthodoxen" Griff, den die meisten europäischen Spieler nutzen [1].
Dass das mehr ist als Gewohnheit, zeigt ein Laborvergleich: 18 fortgeschrittene Shakehand-Spieler und 9 Penholder-Spieler (Stiftgriff) schlugen Vorhand und Rückhand gegen Topspin und Unterschnitt. Bei der Vorhand gab es keinen Tempounterschied. Bei der Rückhand waren Schläger und Ball mit Shakehand schneller [2]. Wichtig: Das waren fortgeschrittene Männer. Für Anfänger belegt die Studie nichts, sie erklärt nur, warum der Griff bei den Besten so verbreitet ist.
Der Griff ist in fünf Minuten erklärt. Schwer ist etwas anderes: ihn bei jedem Ball wieder genauso zu greifen. Wie lange das dauert, ist bei jedem anders. Plane ein paar Trainingseinheiten ein, bis er sitzt (Erfahrungswert).
Gut zu wissen: Eine Schlägerseite ist schwarz, die andere farbig [3]. Das ist Pflicht und hilft dir gleich, denn so erkennst du jederzeit, welche Seite gerade nach vorn zeigt.
Halte den Schläger am Blatt mit der freien Hand. Schiebe deine Schlaghand über den Griff, als würdest du sie jemandem reichen. Dein Daumen liegt auf der Vorhandseite, der Zeigefinger gestreckt auf der Rückhandseite, die übrigen drei Finger umfassen den Griff locker [1]. Der Schlägerhals liegt in der Beuge zwischen Daumen und Zeigefinger.
Beuge den Ellbogen, halte den Schläger vor deinen Bauch. Von der Seite gesehen soll das Blatt fast eine Verlängerung deines Unterarms sein, ohne harten Knick im Handgelenk. Beim Penholder-Griff liegen Schläger- und Unterarmachse weniger in einer Linie – die Autoren sehen darin eine wahrscheinliche Ursache der geringeren Rückhand-Geschwindigkeit [2].
Auf einer Skala von 1 bis 10 sollst du mit etwa 3 greifen: so fest, dass der Schläger nicht wackelt, so locker, dass er sich leicht drehen ließe. Im Moment des Treffens darfst du kurz fester zupacken. Das ist ein Erfahrungswert, kein Messwert.
Tippe den Ball mit der Vorhandseite 20-mal hintereinander hoch, ohne den Griff nachzufassen. Dann dasselbe mit der Rückhandseite, indem du das Handgelenk drehst und nicht umgreifst. Wenn du beides schaffst, gehst du zum Vorhand-Konter.
Kleine Änderungen haben große Wirkung. In einem Experiment mit Anfängern (Topspin-Vorhand) veränderte ein um 20° gekippter Prototyp-Griff schon nach rund 30 Minuten Training den Schlägerwinkel – bei der Trefferquote gab es keinen signifikanten Unterschied [4]. Dein Griff beeinflusst also deinen Schlägerwinkel. Dreh nicht aus Versehen daran.
Tischtennis gilt als verletzungsarm. Wenn doch etwas passiert, sind es meist Überlastungen: Sehnenscheidenentzündungen, Muskelzerrungen und Verstauchungen gehören zu den häufigsten Diagnosen [5]. Die Datenlage ist dünn, die meisten Studien sind schwach. Ein Dauerkrampf im Griff hilft deinem Unterarm sicher nicht (Erfahrungswert). Wenn Handgelenk oder Unterarm beim Spielen schmerzen, hör auf und lass es abklären. Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training.
Mach den Griff-Test blind. Schließe die Augen, lege den Schläger auf den Tisch, nimm ihn auf und schau dir erst dann deine Finger an. Passt die Position nicht, trainiere genau das: Aufnehmen, prüfen, ablegen. Nach 20 Wiederholungen findet deine Hand den Griff ohne Hinsehen. Das spart dir im Spiel den ersten Gedanken an die Hand. Filme dich zusätzlich einmal pro Woche von oben, wenn du den Schläger in Bereitschaft hältst, und lege die Standbilder nebeneinander: So siehst du, ob sich dein Griff schleichend verändert, ohne dass du es merkst.
Der Shakehand-Griff. Ihn nutzen in Europa die meisten Spieler [1], deckt Vorhand und Rückhand ab und lässt sich in jedem Verein lehren. Der Penholder-Griff funktioniert, ist aber ein Spezialweg: In einer Studie mit fortgeschrittenen Männern erreichte er auf der Rückhand geringere Schlägertempi [2].
Ja. Die Regeln schreiben keinen Griff vor. Wichtig ist nur: Ein Schlag zählt, wenn du den Ball mit dem Schläger in der Hand oder mit der Schlaghand unterhalb des Handgelenks triffst [3]. Wie du die Finger setzt, entscheidest du selbst. Trotzdem lohnt sich ein bewährter Griff, weil er dir Lehrer, Videos und Trainingspartner erleichtert.
Locker, mit etwa 3 von 10 Kraft, und erst im Treffmoment kurz fester (Erfahrungswert). Ein zu fester Griff blockiert das Handgelenk und damit das Gefühl für den Schlägerwinkel, der beim Spin entscheidend ist. Teste es mit dem Hochtipp-Test: Wenn der Schläger beim Drehen mühelos mitgeht, liegst du richtig.
Möglich, aber nicht belegt. Typische Tischtennis-Beschwerden sind Überlastungen wie Sehnenscheidenentzündungen [5]. Lockerer greifen, mehr Pausen und eine Griffkontrolle per Video helfen oft. Bei anhaltendem Schmerz, Schwellung oder Taubheitsgefühl gehört es zum Arzt oder zur Ärztin, bevor du weiterspielst.
Vorhand-Konter: Dein erster Grundschlag im Tischtennis — [object Object]