Continental, Eastern oder Semi-Western: Finde per Bevel-System den richtigen Griff für Vorhand, Rückhand, Aufschlag und Volley – und vermeide früh Fehler.
Die Architektur eines Tennisschlags beginnt genau am Kontaktpunkt zwischen dir und dem Schläger. Die richtige Griffhaltung ist ein zentrales Element, weil sie direkt Richtung, Geschwindigkeit, Kraftübertragung und Spin beeinflusst.
Viele Anfänger halten den Schläger unkontrolliert oder für alle Schläge gleich – das provoziert frühe Technikfehler und schränkt die Präzision massiv ein.
In der Tennis-Pädagogik der DOMISPORTS Academy basiert die technische Konstanz auf einem detaillierten Verständnis der Griffmechanik und der kinematischen Kette. Dieser Guide führt dich durch die essenziellen Griffarten, damit du von Beginn an mit der richtigen Technik Kontrolle und Sicherheit aufbaust.
Im modernen Tennis ist der Schlägergriff kein simpler Hebel, sondern ein Präzisionsinstrument in Form eines achteckigen Prismas („Oktagon"). Diese acht Kanten (Bevels) sind die Referenzpunkte für die Position von Zeigefinger-Grundgelenk und Handballen.
Stell dir das Griffende wie ein Ziffernblatt vor: Hältst du den Schläger hochkant, ist die flache Oberseite Bevel 1 (12 Uhr). Für Rechtshänder geht es im Uhrzeigersinn weiter – die obere rechte Schräge ist Bevel 2 (1:30 Uhr), die rechte flache Seite Bevel 3 (3 Uhr) und die untere rechte Schräge Bevel 4 (4:30 Uhr). Durch das Verschieben der Hand auf diesen Kanten veränderst du den Schlägerwinkel im Treffpunkt dramatisch.
Der Continental-Griff („Hammergriff") wird gegriffen, indem das Zeigefinger-Grundgelenk genau auf Bevel 2 liegt. Du hältst den Schläger buchstäblich so, als würdest du mit der harten Schlägerkante einen Nagel in die Wand schlagen.
Historisch wurde er für fast alle Schläge genutzt, heute ist er ein hochspezialisierter Griff für Aufschlag, Volleys, Defensiv-Slice und Overheads. Er bringt das Handgelenk in eine starke, vielseitige Position, ist aber nicht optimal, um einer Grundlinien-Vorhand viel Topspin mitzugeben.
Für den Eastern-Griff legst du das Grundgelenk deines Zeigefingers auf die dritte Kante (3 Uhr). Dieser eher traditionelle Griff wird oft von Legenden wie Roger Federer oder Pete Sampras verwendet.
Für Anfänger bietet er einen hervorragenden Kompromiss aus Kraft und Kontrolle und eignet sich besonders für relativ flache, schnelle Bälle. Der Nachteil: Bei tiefen Bällen oder extremem Topspin im modernen Grundlinienspiel stößt er an Grenzen.
Drehst du die Hand weiter nach unten, sodass das Zeigefingergelenk auf Bevel 4 (4:30 Uhr) ruht, bist du im Semi-Western-Griff. Das ist der absolute Standard im modernen Profi-Tennis, präferiert von Top-Spielern wie Novak Djokovic oder Andy Murray.
Die Handfläche liegt hier eher hinter und leicht unter dem Griff. So kannst du bei der Vorhand aggressiv von unten nach oben durch den Ball wischen („Scheibenwischer-Bewegung") – das erzeugt ein optimales Verhältnis aus Power und Topspin.
Für die einhändige Rückhand nutzt du klassisch den „Eastern Backhand Grip": Das Zeigefinger-Grundgelenk wandert komplett auf die obere Kante (Bevel 1 oder leicht versetzt auf Bevel 8).
Für die immer beliebtere beidhändige Rückhand bleibt die dominante (untere) Hand meist im Continental-Griff (Bevel 2), während die obere Hand im Semi-Western- oder Eastern-Vorhandgriff fasst – das sorgt für enorme Stabilität und Durchschlagskraft.
Eine falsche Griffhaltung kombiniert mit unpassender Griffgröße (zu dünn oder zu dick) oder permanentem, extremem Festhalten kann langfristig zu schweren Überlastungsschäden führen. Ein chronisch verspannter Unterarm ist die Hauptursache für den gefürchteten „Tennisarm" (Epicondylitis).
Halte den Schläger locker und erhöhe nur im Moment des Balltreffpunkts (Impact) für den Bruchteil einer Sekunde die Griffspannung. Ermüden Unterarm oder Handgelenk schnell, überprüfe sofort Griffstärke und Technik.
Weltklassespieler nutzen ihre freie (nicht-dominante) Hand am Schlägerhals intensiv, um den Schläger zu stabilisieren und blitzschnelle Griffwechsel vorzubereiten („Stalking the ball"). Gewöhne dir an, in deiner Bereitschaftsstellung (Split-Step) den Schlägerhals locker mit der zweiten Hand zu stützen.
So kannst du die dominante Hand am Griff während der Ausholbewegung im Bruchteil einer Sekunde völlig blind vom Continental- in den Semi-Western-Griff drehen.
Der Schlägergriff hat die Form eines Achtecks mit acht flachen Kanten, den sogenannten Bevels. Sie dienen als feste Referenzpunkte: Legst du das Grundgelenk deines Zeigefingers auf eine bestimmte Kante, bestimmst du damit exakt den Winkel deiner Schlagfläche im Moment des Treffpunkts.
Den Continental-Griff auf Bevel 2, auch Hammergriff genannt. Er bringt dein Handgelenk in eine vielseitige, stabile Position, mit der du ohne Griffwechsel sowohl Vorhand- als auch Rückhand-Volleys spielen kannst – am Netz bleibt für einen Griffwechsel schlicht keine Zeit übrig.
Der Eastern-Griff auf Bevel 3 eignet sich gut für flache, schnelle Bälle, stößt aber bei viel Topspin an seine Grenzen. Der Semi-Western-Griff auf Bevel 4 dreht die Hand weiter nach unten und ermöglicht die kraftvolle Scheibenwischer-Bewegung – heute der Standard im modernen Profitennis.
Deine untere, dominante Hand bleibt meist ganz normal im Continental-Griff, während die obere, führende Hand zusätzlich im Semi-Western- oder Eastern-Vorhandgriff zufasst. Diese Kombination gibt dem Schlag enorme Stabilität und Durchschlagskraft, besonders bei hohen oder sehr schnellen Bällen an der Grundlinie.
Ein zu fester oder falsch gewählter Griff überträgt die Aufprallkräfte ungefiltert in deinen Unterarm, statt sie sanft abzufedern. Halte den Schläger locker und spanne die Hand nur im Bruchteil einer Sekunde beim Treffpunkt bewusst an – das schützt Sehnen und Gelenke langfristig.
Das Netzspiel: Der Basis-Volley — [object Object]