Kontrolliert abtauchen: Signal, Jacket leer, fußwärts am Seil und früh Druck ausgleichen. So vermeidest du Ohrenschmerzen auf den ersten Metern.
Wie tauchst du richtig ab, ohne dass dir die Ohren wehtun? Die ehrliche Antwort: langsam, mit Referenz und mit Druckausgleich, bevor es drückt. Wer zu spät ausgleicht, kämpft gegen einen Unterdruck, den er kaum noch aufbekommt. Wer früh und oft ausgleicht, taucht ohne Schmerzen ab.
Wie wichtig das ist, zeigen Zahlen. In einer Studie mit 67 Teilnehmern eines viertägigen Open-Water-Kurses hatten 48 mindestens einmal ein Mittelohr-Barotrauma (also eine Druckverletzung des Mittelohrs), das sind fast drei von vier Anfängern [2]. In einer finnischen Befragung von 1.881 Tauchern gaben sogar 81 Prozent an, es schon einmal erlebt zu haben (Selbstauskunft, Rücklaufquote 27 Prozent) [3]. Und bei den Tauchgängen, bei denen etwas schiefging, lag Druckausgleich mit 38 Prozent direkt hinter der Tarierung auf Platz 2 [4].
Dieser Guide führt dich durch den Abstieg als Ablauf. Er ersetzt keinen Tauchkurs und keinen Instructor, denn das Gefühl für den Druckausgleich lernst du am besten mit jemandem, der neben dir ist.
Das sollte vorher sitzen (Ausbildungs-Praxis):
Gib deinem Buddy das Zeichen zum Abtauchen. Dann das Jacket komplett entleeren: Schlauch hoch, Luft raus. Atme tief aus. Du sinkst.
Meilenstein: Du sinkst ruhig, ohne dass du mit den Flossen schlagen oder das Jacket nachfüllen musst.
Die gängige Haltung ist fußwärts, am Seil oder neben der Wand. Du siehst Tiefe, Buddy und Umgebung. Eine Hand hält leicht die Leine.
Meilenstein: Du sinkst die ersten drei Meter ohne Druck im Ohr.
Das ist der Kern. Das Divers Alert Network (DAN) empfiehlt: ungefähr alle zwei Fuß (rund 60 Zentimeter) Abstieg ausgleichen. Bei einem Tempo von 60 Fuß pro Minute (etwa 18 Meter pro Minute, grob ein Stockwerk in zehn Sekunden) heißt das: alle zwei Sekunden [1]. Der Grund: Schon sechs Fuß (knapp zwei Meter) unter der Oberfläche schrumpft der Raum im Mittelohr um 20 Prozent, das tut weh [1]. Und die kritischste Zone ist die oberste: In den ersten rund zehn Metern ändert sich der Druck am stärksten [5].
Gleiche nicht erst aus, wenn es drückt. Gleiche vorher aus.
Meilenstein: Du gleichst bei jedem kleinen Schritt nach unten aus und merkst jedes Mal, wie sich das Ohr öffnet.
Merkst du Druck, hör auf zu sinken. Steige ein bis zwei Meter wieder hoch und versuche es erneut. Weiter nach unten erst, wenn das Ohr frei ist. Wer nach unten durchzieht, riskiert Schäden. Dein Instructor kann dich auf zusätzliche Methoden (Schlucken, Frenzel) einweisen, falls Valsalva nicht reicht.
Meilenstein: Du kannst einen steckenden Druckausgleich durch Aufsteigen und Neustart lösen, ohne Panik.
Kurz bevor du deine Zieltiefe erreichst, füllst du das Jacket leicht und bremst das Sinken. Gleiche am tiefsten Punkt noch einmal aus, auch wenn du nichts spürst: Ein kleiner Unterdruck, der Minuten bleibt, kann ebenfalls Schäden verursachen [1].
Meilenstein: Du kommst schwebend auf Zieltiefe an, ohne auf dem Boden aufzusetzen.
Die ersten drei Meter sind die wichtigsten. Nimm dort bewusst Tempo raus: Wer an der Leine fast schwebend hinuntergleitet und schon an der Oberfläche einmal ausgeglichen hat, kommt ohne Schmerzen durch die gefährliche Zone. Danach darfst du etwas zügiger werden. Der Abstieg ist keine Zeit, die du sparst, sondern eine, die du investierst.
Das Divers Alert Network empfiehlt, ungefähr alle zwei Fuß, also etwa alle 60 Zentimeter, auszugleichen. Bei 18 Metern pro Minute wäre das etwa alle zwei Sekunden [1]. Mit zunehmender Tiefe wird es seltener nötig.
Hör auf zu sinken, steige ein bis zwei Meter hoch und versuche es erneut. Blase nicht mit Gewalt, DAN rät, Druck nicht länger als fünf Sekunden zu halten [1]. Klappt es dann noch nicht, brich den Tauchgang ab.
Häufig. In einer Studie hatten 48 von 67 Teilnehmern eines Open-Water-Kurses ein Mittelohr-Barotrauma [2]. In einer Befragung von 1.881 Tauchern gaben 81 Prozent an, es schon erlebt zu haben [3]. Wer schlecht ausgleichen konnte, war deutlich stärker betroffen.
Weil sich der Druck dort am stärksten ändert. In den ersten rund zehn Metern verändern sich Volumen und Druck am meisten [5]. Wer diesen Bereich beherrscht, hat die meisten druckbedingten Probleme im Griff.
Schweben (Hover): Tiefe halten ohne Hände und Flossen — [object Object]