Gruppen-Exit: Gemeinsam aus dem Flugzeug starten

Der Gruppen-Exit im Überblick: Aufbau, Absprung, Wegfliegen, die Positionen Floater und Diver und warum Abstand zwischen den Gruppen zählt. Nur mit Coach.

Sportart: Skydiving · Level: Fortgeschritten

Einleitung

Die ehrliche Antwort vorweg: Ein Gruppen-Exit ist ein abgesprochener, getakteter Start mehrerer Springer aus dem Flugzeug. Dabei hat jeder eine feste Position, springt auf ein gemeinsames Zeichen und fliegt dann so weg, dass die Gruppe nicht auseinanderbricht [1]. Die USPA nutzt dafür dieselben Bausteine wie beim Solo-Exit: Aufbau, Absprung (Launch) und Wegfliegen (Flyaway) [1].

Das Risiko liegt in der Gruppe. Taucht einer zu früh ab oder bleibt einer zu lang hängen, kommt es zum Funnel: Die Formation bricht zusammen oder scheitert [1]. Und es kann gefährlich schnell werden: Der Geschwindigkeitsunterschied zwischen zwei Springern kann nach USPA über 150 mph betragen (etwa 240 km/h), ungefähr so schnell wie ein ICE auf der Schnellfahrstrecke [4].

Der Gruppen-Exit gehört in die Hände von Coach und lizenzierten Springern. Dieser Guide gibt dir einen Überblick und die Voraussetzungen. Er ist keine Anleitung zum Selbsttraining und nennt bewusst keine Details zum Klettern an Strebe und Tür.

Was du brauchst

Schritt für Schritt

1. Die drei Bausteine

Jeder Gruppen-Exit besteht aus Aufbau, Absprung und Wegfliegen. Im Aufbau hat jeder seine Position, mit festem Fuß- und Handplatz, damit die Hüfte in den Wind zeigt [1]. Du kannst mit oder ohne Griffe aufeinander abspringen. Bei gegriffenem Exit ist laut USPA die neutrale Körperhaltung im relativen Wind der wichtigste Erfolgsfaktor [1]. Meilenstein: Du kannst den Ablauf am Boden mit allen Beteiligten durchsprechen.

2. Die Zählung

Eine Person gibt die Zählung. Die Bewegungen sind betont und mit gleichmäßigem Takt, damit alle gleichzeitig gehen [1]. Du folgst dem Zählsignal, nicht deinem Bauchgefühl.

3. Die Positionen

Die USPA nennt drei Exit-Arten: Front Float (außen an der Strebe), Rear Float (innen an der Strebe) und Diving Exit [1]. Beim Floater hängt der Springer außen am Flugzeug, in Kategorie H verlässt der Coach das Flugzeug als Floater, und du springst als Diver danach heraus und fliegst zu ihm [2]. Die Diver verlassen das Flugzeug leicht später als die Floater [2]. Wie das am Flugzeugtyp deines Sprungplatzes konkret aussieht, zeigt dir dein Coach.

4. Wegfliegen und Blickkontakt

Beim Flyaway hältst du Blickkontakt zur Mitte der Gruppe. So bleibst du nah an den anderen und verhinderst, dass der Exit in einen Funnel geht [1]. Meilenstein: Du fliegst weg und weißt in jeder Sekunde, wo die Gruppenmitte liegt.

5. Abstand zwischen den Gruppen

Gruppen müssen sich nach dem Exit horizontal trennen. Die USPA empfiehlt mindestens 1.000 ft (etwa 300 m) Bodenabstand zwischen einzelnen Springern und 1.500 ft (etwa 460 m) zwischen kleinen Gruppen, mehr bei größeren [3]. Das klingt nach Details der Piloten, ist aber wichtig, weil alle Gruppen unter ihren Kappen sonst im selben Luftraum ankommen. Viele Sprungplätze hängen dafür eine Tabelle mit Trennzeiten im Flugzeug aus [3].

6. Das Ende planen

Das Breakoff-Fenster ist fester Teil der Planung: bei Gruppen bis fünf mindestens 1.500 ft über der höchsten geplanten Auslösehöhe, bei sechs und mehr mindestens 2.000 ft [2].

Häufige Fehler

Sicherheitshinweise

Das erklärt und motiviert, es ersetzt kein betreutes Training. Der Gruppen-Exit ist nicht für Schüler und Alleingänge gedacht.

Pro-Tipp

Probe den Exit ohne Flugzeug, mit allen Beteiligten, auf dem Boden: Position, Zählung, Weggang, Blick zur Mitte. Die USPA nennt als Teil der Planung, dass jeder seine Position vor dem Einstieg kennen muss [1]. Der Ablauf kostet wenige Minuten und spart dir im Flugzeug die Hälfte der Unsicherheit (Praxiserfahrung).

FAQ

Was ist ein Floater beim Fallschirmspringen?

Ein Floater hängt beim Exit außen am Flugzeug, an der äußeren (Front Float) oder inneren Strebe (Rear Float) [1]. In der USPA-Kategorie H verlässt der Coach das Flugzeug als Floater, und du springst als Diver danach heraus [2].

Was ist ein Funnel?

Ein Funnel entsteht, wenn eine Formation zusammenbricht oder scheitert. Ein Gruppen-Exit ist dafür anfällig, daher der Blickkontakt zur Gruppenmitte beim Wegfliegen [1].

Wie viel Abstand brauchen Gruppen nach dem Absprung?

Die USPA nennt mindestens 1.000 ft Bodenabstand zwischen einzelnen Springern und mindestens 1.500 ft zwischen kleinen Gruppen, mehr bei größeren [3]. Die Trennzeit hängt vom Wind und der Fluggeschwindigkeit des Flugzeugs ab.

Wann darf ich Gruppen-Exits machen?

Die USPA führt sie in Kategorie G und H mit Coach ein [1][2]. Größere Gruppen kommen nach der A-Lizenz [2]. Die Freigabe erteilt dein Lehrer, nicht dieser Text.

Schritt für Schritt

  1. Positionen klären: Am Boden festlegen, wer wo steht und wer die Zählung gibt.
  2. Auf die Zählung springen: Gemeinsam gehen, neutrale Lage, Hüfte in den Wind.
  3. Wegfliegen: Blickkontakt zur Gruppenmitte halten, damit der Exit nicht in einen Funnel geht.
  4. Abstand sichern: Trennzeiten zur nächsten Gruppe und Breakoff-Höhe in die Planung einbauen.

Key Takeaways

Nächster Guide

Barrel Roll: Die Rolle zurück in die Bauchlage — [object Object]

Verwandte Guides

← Mehr Skydiving-Guides

Skydiving-Fachbegriffe im Glossar nachschlagen