Was ist VFS und wie unterscheidet es sich von Formation Skydiving und Freefly? Kopfüber statt bauchlagig, seit 2008 offizielle FAI-Wettkampfdisziplin.
Wenn Formation Skydiving bauchlagig geflogen wird – warum gibt es dann Teams, die exakt dieselben Formationen kopfüber bauen? Die ehrliche Antwort: Das ist Vertical Formation Skydiving (VFS), offiziell die vertikale Schwester von FS, nicht dasselbe wie Freefly.
VFS funktioniert wie ein 4er-FS-Sprung – nur fliegen alle Teammitglieder kopfüber oder kopfüberähnlich (head-up) statt bauchlagig [1]. Die Grundprinzipien bleiben identisch: fester Dive Pool, Grips, Punktesystem, Richter. Nur die Körperorientierung dreht sich komplett.
Der entscheidende Unterschied zu Freefly: Freefly ist die viel offenere Disziplin, in der Springer beliebig zwischen Rücken-, Kopf-, Sitz- und Standposition wechseln, oft individuell und ohne feste Formationsvorgabe. VFS-Teams dagegen bauen exakt geplante Formationen in Kopf-Position, genau wie FS-Teams das bauchlagig tun [1]. VFS ist also FS mit gedrehter Körperachse, nicht Freefly mit Formationsregeln.
Offiziell anerkannt wurde VFS 4-way vom Weltluftsportverband FAI im Rahmen internationaler Wettkämpfe, mit dem ersten FAI-World-Cup-Auftritt in Eloy, Arizona, im Oktober 2008 [2]. Eine technische Besonderheit macht VFS anspruchsvoller als klassisches FS: Keine Grifflinie darf eine andere Grifflinie innerhalb derselben Formation kreuzen [2] – eine Regel, die es bei bauchlagigem FS in dieser Form nicht gibt, weil die Körpergeometrie im Kopfstand komplett anders funktioniert.
FS = bauchlagig, geplante Formationen. Freefly = beliebige Positionen, meist individuell. VFS = kopfüber oder kopfüberähnlich, geplante Formationen [1]. Merk dir: VFS teilt die Körperhaltung mit Freefly und die Struktur mit FS.
Bei VFS darf sich innerhalb einer Formation keine Grifflinie mit einer anderen kreuzen [2]. Das klingt abstrakt, entscheidet aber, ob eine gebaute Formation überhaupt zählt – Teams müssen Formationen so anfliegen, dass die Geometrie am Ende sauber aufgeht.
Bevor ein Team VFS versucht, brauchen alle Mitglieder sichere Kopf-Position-Kontrolle – Level halten, Annähern, Docken, alles kopfüber statt bauchlagig. Das ist kein Zusatz zum FS-Training, sondern eine eigene Lernkurve.
Der VFS-Dive-Pool enthält eigene Formationen, angepasst an die Kopf-Orientierung. Wer aus dem klassischen FS kommt, muss diesen Pool neu lernen, nicht nur die alten Formationen kopfüber nachbauen.
Manche Wettkämpfe kombinieren FS- und VFS-Runden im selben Event (Mixed Formation Skydiving) – Teams bauen dann Formationen sowohl bauchlagig als auch kopfüber im selben Durchgang. Das verlangt beide Skillsets gleichzeitig einsatzbereit.
Kopfüber-Formationen fallen deutlich schneller als bauchlagige – das verändert Reaktionszeiten und die Dynamik beim Annähern und Trennen spürbar. Ein Team, das von FS zu VFS wechselt, sollte diese höhere Geschwindigkeit explizit einkalkulieren, nicht einfach dieselben Abstände und Timings wie bauchlagig übernehmen.
Wie bei jeder Gruppendisziplin gilt: Trennung vor der Schirmöffnung ist Pflicht, und bei höherer Fallgeschwindigkeit womöglich sogar mit noch mehr Puffer, als es die Mindestregeln für bauchlagiges FS vorsehen. Besprecht diesen zusätzlichen Puffer explizit im Team, statt ihn stillschweigend vorauszusetzen.
Wenn dein Team sowohl FS als auch VFS fliegen will, übt den Wechsel zwischen den Orientierungen gezielt – nicht nur jede Disziplin für sich. Genau dieser Übergang, vom Bauch auf den Kopf und zurück, ist bei Mixed-Formation-Wettkämpfen oft der Punkt, an dem Teams die meiste Zeit verlieren. Wer diesen Wechsel isoliert übt, gewinnt oft mehr Zeit als durch schnelleres Fliegen innerhalb einer einzelnen Orientierung.
Freefly ist offen und individuell, Springer wechseln frei zwischen Positionen. VFS baut wie klassisches FS exakt geplante Formationen – nur kopfüber oder kopfüberähnlich statt bauchlagig [1]. VFS teilt also die Struktur mit FS, nicht die Freiheit von Freefly.
VFS 4-way wurde vom Weltluftsportverband FAI in internationale Wettkämpfe aufgenommen, mit dem ersten FAI-World-Cup-Auftritt in Eloy, Arizona, im Oktober 2008 [2].
Innerhalb einer Formation darf sich keine Grifflinie mit einer anderen kreuzen [2] – eine geometrische Regel, die speziell für die Kopf-Orientierung gilt und bei bauchlagigem FS in dieser Form nicht existiert.
Technisch ja, wenn du bereits sichere Kopf-Position-Kontrolle aus dem Freefly-Training mitbringst. Praktisch hilft FS-Erfahrung aber enorm, weil die Formationsstruktur, das Keying und die Trennregeln identisch funktionieren.