Anluven und Abfallen lernen: Pinne, Schot und Gewicht im Zusammenspiel, Wolltest fürs Segel und der Fehler, den fast jeder Anfänger macht. Mit Meilensteinen.
Die ehrliche Antwort vorweg: Anluven heißt, den Bug zum Wind hin zu drehen, Abfallen heißt, ihn vom Wind weg zu drehen. Gelernt ist es erst, wenn deine Hände Pinne und Schot als Paar bedienen: zum Wind hin dicht, vom Wind weg auf [1]. Klingt trivial – ist aber die Basis für alles, was danach kommt: Wende, Halse, Aufschießer, Anlegen. Und das Segeln-Lernprogramm der RYA nennt als einen der häufigsten Anfängerfehler genau diesen: beim Abfallen nicht aufzufieren [2].
Du brauchst dafür keine Kraft, aber Feingefühl. Jede Ruderbewegung bremst das Boot ein wenig [2]. Wer hektisch an der Pinne wackelt, fährt langsamer als jemand, der ruhig und früh steuert.
Anluven und Abfallen sind kleine, gezielte Korrekturen – kein Kurbeln am Steuer.
Der Skill gehört zu den geprüften Aufgaben im praktischen Teil des Sportbootführerscheins unter Segel [4]. Wer ihn sicher kann, hat auch die Grundlage für alle Manöver, bei denen es auf Genauigkeit ankommt.
Setz dich auf den Steg oder ins aufgebockte Boot. Pinne nach Lee (zum Segel hin) drückt das Heck nach Lee und dreht den Bug zum Wind – das ist Anluven. Pinne nach Luv (zu dir hin) dreht den Bug weg – das ist Abfallen. Das ist die Standard-Zuordnung auf Pinnenbooten. Meilenstein: Du sagst mit geschlossenen Augen, wohin der Bug dreht, wenn du die Pinne bewegst.
Fahr einen Halbwindkurs. Schieb die Pinne sanft nach Lee und hol dabei die Schot langsam dichter. Das Vorsegel hilft dir: Flattert es an der Vorderkante, luv nicht weiter an [1][2]. Meilenstein: Du luvst um 20 bis 30 Grad an, ohne dass das Segel schlägt.
Gleicher Kurs, andere Richtung: Pinne nach Luv, Schot dabei aufmachen. Segel sollen „gerade nicht flattern" [2]. Meilenstein: Du fällst vom Halbwindkurs auf Raumschots ab, ohne dass das Boot stark krängt.
Das Boot dreht auch ohne Pinne, wenn es krängt: Nach Lee geneigt luvt es an, nach Luv geneigt fällt es ab [2]. Wer das nutzt, braucht weniger Ruderlage und bremst weniger [2]. Meilenstein: Du hältst das Boot mit dem Gewicht flach, während du anluvst.
Mit Telltales (Wollfäden) liest du den Trimm: Flattert der luvseitige Faden, hol dicht oder fall ab; flattert der leeseitige, fier auf oder luv an, bis die Strömung wieder glatt ist [3]. Meilenstein: Du korrigierst nach Fadenbild, nicht nach Gefühl.
Stell drei Bojen in einer Reihe quer zum Wind. Fahr Achter: abwechselnd anluven und abfallen, jedes Mal Schot nachführen. Meilenstein: Drei Achter hintereinander ohne schlagendes Segel.
Beim Abfallen auf Vorwind-Kurs kann der Baum unkontrolliert durchschwingen, wenn das Segel von der anderen Seite Wind bekommt – die so genannte Patenthalse. Die Gefahr ist Kopfverletzung oder Überbord-Fall. Fall zum Üben nur so weit ab, wie dein Ausbilder es vorgibt, und bleib bei Anfängerwind.
Stürze und Schläge durch Bootsteile sind die häufigste Ursache akuter Verletzungen beim Segeln; starker Wind und mangelnde Erfahrung zählen zu den wichtigsten Faktoren [5]. Trag deshalb immer eine Schwimmweste. Dieser Guide erklärt und motiviert, ersetzt aber keinen betreuten Kurs mit Ausbilder.
Probier das rudderlose Fahren: Heb das Ruder an oder lass die Pinne locker auf einem Gummiband liegen und steuere nur mit Segeltrimm und Krängung. Die RYA nutzt genau diese Übung, um Segel, Gewicht und Boot zu verbinden [2]. In diesem Setup gilt: Vorsegel dicht und Groß auf = Bug dreht vom Wind weg; Groß dicht = Bug dreht zum Wind [2]. Danach steuerst du mit der Pinne feiner.
Anluven bedeutet, den Bug zum Wind hin zu drehen, Abfallen heißt, ihn vom Wind weg zu drehen. Beim Anluven holst du die Segel dichter, beim Abfallen fierst du sie auf [1]. Beides ändert deinen Kurs zum Wind.
Zum Wind hin steuern: dicht holen. Vom Wind weg steuern: auffieren [1]. Das Segel soll gerade nicht flattern [2]. Wer den Kurs ändert, ohne die Schot nachzuführen, verliert Fahrt und Kontrolle.
Auf Pinnenbooten schiebst du die Pinne nach Lee, also zum Segel hin, um anzuluven, und nach Luv, zu dir hin, um abzufallen. Kleine Bewegungen reichen. Wenn du unsicher bist, übe die Zuordnung zuerst an Land.
Ja. Im praktischen Teil des Sportbootführerscheins unter Segel gehört Anluven/Abfallen zu den möglichen sonstigen Manövern [4]. Aus fünf Aufgaben werden drei gestellt, zwei müssen bestanden werden.
Aufschießer: Das Boot kontrolliert in den Wind drehen und stoppen — [object Object]