Das Trapez nimmt deinen Beinen die Haltearbeit ab. So hakst du richtig ein, findest die Position und stehst stabil über dem Wasser.
Die ehrliche Antwort vorweg: Das Trapez nimmt deinen Beinen die Haltearbeit ab und verlagert sie in ein Drahtseil — plötzlich stehst du fast waagerecht über dem Wasser, statt am Süllrand zu hängen. Wo Ausreiten reine Beinkraft verlangt, trägt beim Trapez ein Stahlseil vom Masttop dein Gewicht, und du kannst dadurch weiter draußen stehen als jede Beinlänge erlauben würde.
Das ist kein kosmetischer Unterschied, sondern ein Leistungssprung: Auf schnellen Zweihand-Jollen wie dem 49er erreicht die Vorschoter-Position im Trapez Spitzenleistungen von rund 580 Watt beim Ziehen der Schoten — umgerechnet auf Körpergewicht etwa 8 Watt pro Kilogramm [1], eine Wattzahl, die sonst nur in harten Kraftausdauer-Intervallen auf dem Rudergerät anliegt. Am Trapez zu stehen sieht entspannt aus, ist es aber selten.
Interessant ist auch, wer diese Rolle typischerweise übernimmt: Untersuchungen an Crews zeigen, dass Vorschoter im Schnitt größer und schwerer sind und einen höheren VO2max haben als die Steuerleute [2] — die Position am Draht ist eine eigene physische Disziplin, kein Beiwerk zum Steuern.
Train Smart. Play Hard. — beim Trapez heißt das: erst die Position sauber lernen, dann kommt das Tempo im Wind von selbst.
Statt mit den Beinen zu halten, hängst du am Trapezdraht, der vom Mast bis zum Haken deines Gurts reicht. Dein Körpergewicht wird dadurch zum reinen Gegengewicht gegen den Wind im Segel — mit deutlich mehr Hebelwirkung als beim Ausreiten, weil du weiter außen und tiefer stehen kannst.
Bei genug Wind für Amwind- oder Halbwindkurs: Hak den Trapezring am Haken deines Gurts ein, während du noch am Süllrand sitzt. Lehn dich erst langsam nach hinten und lass den Draht dein Gewicht übernehmen, bevor du den vorderen Fuß auf den Rand stellst — der hintere Fuß folgt.
Streck dein vorderes Bein durch, das hintere bleibt leicht gebeugt — das verhindert, dass dich der Drahtzug nach vorn zieht. Die Füße stehen schulterbreit oder etwas weiter auseinander, für Stabilität bei Wellen und Böen.
Der häufigste Anfängerfehler ist, sich im Gurt aufzurichten und am Griff festzuhalten, statt gestreckt zu liegen. Der Griff dient nur dem Ein- und Aushaken, nicht als Halt während der Fahrt — leg deinen Körper so gerade wie möglich in einer Linie vom Mast zu den Füßen.
Bei Welle und Chop hilft eine tiefere Position — „Low Trapezing" genannt — mit dem Körper näher am rechten Winkel zum Mast: Das dämpft das Rollen des Bootes stärker und wandelt seitliche Energie effizienter in Vortrieb um als eine hohe, gestreckte Position. Fortgeschrittene wechseln je nach Bedingung zwischen hoher und niedriger Position.
Üb das Ein- und Aushaken zuerst bei wenig Wind und in Landnähe — ein verhakter Trapezhaken beim Kentern ist unangenehm, wenn auch selten gefährlich. Trag rutschfeste Schuhe, der nasse Süllrand ist die häufigste Stolperquelle beim Ein- und Aussteigen.
Wie bei jeder Jollen-Ausfahrt: feste Schwimmweste, moderater Wind für die ersten Versuche, ein erfahrener Partner an Bord.
Üb die Grundposition zuerst an Land, am Bootstrailer oder im Verein aufgebockt, bevor du es auf dem Wasser versuchst. So merkst du, wie sich die Beinstreckung anfühlt, ohne gleichzeitig Wind, Welle und Boot managen zu müssen.
Hak den Trapezring am Bauchnabel-Haken deines Gurts ein, während du noch am Süllrand sitzt, lehn dich langsam zurück und lass den Draht dein Gewicht übernehmen, bevor du aufstehst. Vorderer Fuß zuerst auf den Rand, dann der hintere.
Weil der Drahtzug dich sonst nach vorn zieht und das Knie ständig gegenhalten muss. Streck das vordere Bein durch — das verteilt die Kraft über die ganze Beinlänge statt punktuell aufs Knie.
Auf schnellen Skiffs wie dem 49er erreicht die Vorschoter-Position beim Schotziehen Spitzenwerte um 8 Watt pro Kilogramm Körpergewicht [1] — vergleichbar mit einem harten Intervall auf dem Rudergerät. Entspannt sieht es aus, easy ist es selten.
Eine tiefere Trapezposition, bei der du näher am rechten Winkel zum Mast stehst statt hoch gestreckt. Sie dämpft das Rollen des Bootes bei Welle und Chop und wird von Fortgeschrittenen gezielt in unruhigem Wasser eingesetzt.