Kippwende lernen: Anschlag, Anhocken, Kippen und Abstoß in Seitlage. Mit Regeln für Brust und Delfin und einer klaren Progression ganz ohne Salto.
Die Kippwende, auch offene Wende oder Überwasserwende, ist die Wende ohne Salto: Du schlägst an der Wand an, hockst die Beine an, kippst in die Gegenrichtung und stößt dich in Seitlage ab. Die ehrliche Antwort auf „Brauche ich das, wenn ich später Rollwende lernen will?": Ja – die Kippwende ist der ruhigste Einstieg, und bei Brust und Delfin ist sie sogar Pflicht: Dort musst du die Wand mit beiden Händen gleichzeitig berühren [2].
Die Wende ist mehr als eine Pause: Bei Finalisten über 100 und 200 Meter bei einer Großveranstaltung waren die entscheidenden Einflussgrößen an der Wende die Oberflächenvariablen [3]. Und weil eine Studie bei Elite-Schwimmern (Kraul- und Schmetterlingswenden) keinen einzelnen Parameter fand, der die Wendezeit klar vorhersagte, empfehlen die Autoren, viele Details gemeinsam zu verbessern [4]. Für dich heißt das: Es gibt nicht den einen Trick, aber eine klare Reihenfolge, die du in Etappen lernst.
Rechne ehrlich: Die Grundbewegung sitzt oft in ein bis zwei Einheiten, rund wird sie über Wochen (Erfahrungswert, kein Studienwert). Nimm dir pro Einheit zehn Wenden vor, nicht fünfzig: Gute Wiederholungen schlagen viele schlechte.
Im untiefen Wasser wechselst du im Seitliegestütz von einer Seite auf die andere: Du drückst mit einer Hand ab und hockst dabei die Beine an. Das Prinzip lernst du so ohne Wand [1]. Meilenstein: Du wechselst die Richtung zwei Mal in Folge flüssig.
Schwimm langsam zur Wand, schlag mit einer Hand (Kraul) an und hock in genau diesem Moment die Beine an [1]. Der Kopf bleibt unten, die Hand liegt auf der Wand oder der Überlaufrinne. Meilenstein: Du schlägst an, ohne zu bremsen oder zu überfahren.
Der Körper richtet sich kurz in Seitenlage auf – du atmest ein – und kippt gleichzeitig in die Gegenrichtung [1]. Meilenstein: Du kippst, atmest ein und stehst bereit für den Abstoß.
Jetzt tauchst du in Seitenlage ab, die Füße kommen etwa auf Gesäßhöhe an die Wand, die Arme zeigen nach vorn. Stoß kräftig ab [1]. Meilenstein: Du gleitest nach dem Abstoß mindestens zwei Körperlängen weit.
Erst wenn das Gleiten langsamer wird, setzt du mit dem Beinschlag ein, und vor dem Auftauchen beginnst du mit einem Armzug [1]. Meilenstein: Du kommst ohne Tempoeinbruch wieder ins Schwimmen.
Fass die Wand mit beiden Händen gleichzeitig an, zieh dann sofort eine Hand zurück und beende die Wende mit einem Abstoß in Seitlage [1]. Übe die Wende nach links und rechts. Beim Delfin kommt nach dem Abstoß der Unterwasser-Delfinkick ins Spiel; in Sprint-Schmetterling-Rennen hing die Unterwassergeschwindigkeit eng mit der Wendezeit zusammen [5]. Details dazu im Guide „Die offene Wende: Zweihand-Anschlag statt Rollwende" beim Schmetterling.
Die Kippwende ist deine Atempause. Beim Aufrichten in Seitenlage atmest du ein [1]; nutze das bewusst, um den Rhythmus nach der Wende zu setzen. Und warte mit dem Beinschlag, bis das Gleiten langsamer wird: Das ist die einfachste Tempoanzeige, die du hast [1].
Bei der Kippwende (Überwasserwende) schlägst du an, hockst an und kippst. Bei der Rollwende machst du einen Salto im Wasser. Die Kippwende ist ein Einstieg, die Rollwende ist schneller.
Ja. Auf der Infraktionskarte von World Aquatics steht für Freistil an der Wende nur der Wandkontakt (Regel 5.2) [2] – eine bestimmte Wendeart wird dort nicht verlangt.
Mit beiden Händen gleichzeitig [2]. Danach ziehst du eine Hand zurück und stößt in Seitlage ab [1].
So lange, bis das Gleiten langsamer wird; dann Beinschlag, vor dem Auftauchen der erste Armzug [1]. Bei Brust und Delfin gelten zusätzliche Regeln für die Unterwasserphase [2].
Sighting im Freiwasser: Kurs halten ohne Tempoverlust — [object Object]