Volte reiten lernen: So gelingt der kleine Kreis mit 10 Metern Durchmesser – mit Hilfen, Balance, Biegung und der Frage, wie viel Enge dein Pferd verträgt.
Wie eng darf ein Kreis für mein Pferd sein? Die ehrliche Antwort: so eng, dass es im Takt bleibt und sich nicht verspannt. Eine Volte ist laut FEI ein Kreis mit 6, 8 oder 10 Metern Durchmesser, ist er größer, heißt er Kreis [1]. Als Einsteiger bleibst du bei 10 Metern. Das ist halb so breit wie ein Dressurviereck.
Kleine Kreise sind kein Spaß für Gelenke: In einer Messung mit 9 Pferden war die Standphase der Vorderbeine im Schritt und Galopp auf dem 10-Meter-Kreis am längsten, und das innere Vorderbein hatte in allen drei Gangarten eine längere Standphase als das äußere [2]. Die Unterschiede sind klein, aber sie zeigen, dass ein enger Kreis Pferde ungleich belastet. Ob das auf Dauer Gelenke schädigt, zeigt die Studie nicht. Deshalb zählt Maß, nicht Mut.
Auch das Pferd selbst verändert sich: Ohne Reiter bogen sich bei 12 Pferden auf dem Kreis Rücken und Hals um 4 bis 5 Grad nach innen [3]. Mit Reiter im Schritt auf 10-Meter-Kreisen hatte das äußere Hinterbein einen größeren Bewegungsumfang als das innere [4]. Das heißt: Beide Seiten arbeiten, nur verschieden.
Reite zuerst den großen Kreis im Schritt und verkleinere ihn schrittweise. Meilenstein: Du schaffst zwei saubere 20-Meter-Zirkel, ohne dass der Takt kürzer wird.
Plane vier Punkte auf dem Kreis (zum Beispiel an Hütchen). Ein 10-Meter-Kreis ist halb so breit wie das Viereck. Dein Auge geht immer zum nächsten Punkt. Je kleiner der Kreis, desto früher musst du den nächsten Punkt planen, weil das Pferd weniger Zeit zum Reagieren hat. Meilenstein: Du kannst die Form beschreiben, bevor du sie reitest.
Stelle die innere Hand leicht, der innere Schenkel liegt am Gurt, der äußere verwahrend dahinter. Laut FEI soll die Biegung beim Richtungswechsel der Krümmung der Linie entsprechen ohne Widerstand [5]. Überbiege nicht. Die FEI sagt zu Seitengängen, dass Biegung nie so übertrieben sein darf, dass sie Takt und Balance stört [6]. Das gilt sinngemäß auch auf der Volte. Meilenstein: Das Pferd ist sichtbar gebogen, bleibt aber im Takt.
Zähle bei jedem Tritt „eins, zwei, drei, vier". Auf engen Kreisen wird das Pferd gern schneller. Bremse mit dem Sitz und lass die Hand weich. Wenn der Takt zerfällt, reite wieder größer. Meilenstein: Der Viertakt bleibt zwei Runden lang gleich.
Nach zwei Runden ausreiten, Hand wechseln, Pferd loben. Ein Achter, bestehend aus zwei Voltes, wird in der FEI-Beschreibung mit einem kurzen Geraderichten in der Mitte geritten [1]. Meilenstein: Dein Pferd wechselt die Biegung ohne Takteinbruch.
Die Volte ersetzt kein betreutes Training. Als Anfänger reitest du sie nur mit Reitlehrer und im Schritt. Enge Kreise belasten das Pferd ungleich [2]; reite deshalb kurze Phasen, wechsle die Hand häufig und gib dem Pferd Pausen auf der Geraden. Zeigt dein Pferd Lahmheit, Verspannung oder Widerstand (Kopfschlagen, Zähneknirschen), brich ab und sprich mit Reitlehrerin und gegebenenfalls Tierärztin; solches Verhalten ist ein Hinweis, kein Beweis für Schmerz [7]. Zwinge das Pferd nie mit Zügelzug in die Biegung.
Reite die Volte in einer Ecke: Die Bande hilft dir bei Orientierung und begrenzt das Pferd von außen. Die FEI beschreibt die Eckenwendung als Viertelvolte von etwa 6 Metern [5], also ist die Ecke eine kleine Volte-Vorübung. Das ist praxisnah; als Trainingsidee hat sie keine eigene Studie. Beginne und beende die Volte außerdem immer am selben Punkt, damit du Form und Größe wiedererkennst und Fortschritte siehst.
Laut FEI 6, 8 oder 10 Meter im Durchmesser; ist der Kreis größer, heißt er Kreis [1]. Für Einsteiger sind 10 Meter üblich und genug.
Enge Kreise verlangen mehr Balance. Das Pferd versucht oft, sich über Tempo auszubalancieren. Bremse mit dem Sitz und reite größer, bis der Takt wieder stimmt.
Das zeigen die gelesenen Studien nicht. Gemessen wurde nur, dass die Belastung auf dem 10-Meter-Kreis ungleich verteilt ist [2]. Kurze Phasen und häufiger Handwechsel sind deshalb sinnvoll.
Zwei gleich große Kreise, in der Mitte kurz gerade richten, dann die Hand wechseln [1]. Übe ihn zuerst mit großen Kreisen im Schritt.
Weil du auf kleinem Raum Hilfen, Balance und Biegung zusammenbringen musst. Die FEI verlangt bei Richtungsänderungen, dass das Pferd die Biegung der Linie anpasst, ohne Takt oder Tempo zu ändern [5]. Die Volte ist die Prüfung dafür. Dass sie dein Reiten verbessert, ist Reitschul-Erfahrung und keine Studie.
Vorhandwendung: Hinterhand weicht dem Schenkel — [object Object]