Stufen und Wurzeln bergauf fahren: das Vorderrad mit Tretimpuls auf die Stufe heben

Stufen bergauf fahren: Tretimpuls, Oberkörper zurück, Vorderrad auf die Stufe, Hinterrad entlasten, weitertreten. 5 Schritte mit Meilensteinen.

Sportart: MTB · Level: Fortgeschritten

Einleitung

Die ehrliche Antwort vorweg: Bei langsamer Fahrt bergauf hebst du das Vorderrad mit einem kurzen, kräftigen Tretimpuls auf die Stufe, bringst den Oberkörper nach vorn, damit das Hinterrad entlastet nachrollt, und trittst weiter, damit es nicht an der Kante hängen bleibt [1]. Eine Stufe ist beim Bergauffahren fast nie ein Sprung, sondern eine Folge aus Impuls, Gewichtswechsel und Tritt.

Die BASPO, das Schweizer Bundesamt für Sport, beschreibt die Technik für sehr langsame Geschwindigkeiten, vor allem im Aufstieg [1]. Die Variante des Vorderrad-Anhebens mit Pedalunterstützung kommt nach der BASPO bei sehr langsamer Fahrt und bergauf zum Einsatz, zum Beispiel beim Stufen-Hochfahren [2].

Warum musst du das lernen? Weil bergauf ein anderer Sturz droht als bergab. Rückwärtsstürze waren in einer Videoanalyse von 534 Mountainbike-Stürzen mit 3,2 Prozent selten [3], aber genau sie musst du beim Anheben des Vorderrads kontrollieren (Praxis). Und die DIMB nennt „Bergauftechniken“ als eigenen Lernbereich ihres Basismoduls [4].

Wie schwer ist es? Das Prinzip verstehst du in einer Einheit. Eine Stufe sauber und sicher zu nehmen braucht mehrere Wochen Üben (Erfahrungswert), weil Impuls, Gewichtswechsel und Tritt in der richtigen Reihenfolge laufen müssen.

Die Stufe ist nicht der Gegner, deine Reihenfolge ist es.

Was du brauchst

Schritt für Schritt

1. Anfahrt und Schwung holen

Du fährst sitzend oder stehend an, je nach Situation. Kurz vor der Stufe bewegst du den Oberkörper nach vorn unten, um Schwung zu holen [1].

Meilenstein: Du erreichst die Stufe in gleichmäßigem Tempo und mit gleichbleibender Linie, fünfmal in Folge.

2. Tretimpuls und Oberkörper zurück: Das Vorderrad hebt ab

Jetzt kommt ein kurzes, kräftiges Antreten und gleichzeitig verschiebst du den Oberkörper nach hinten. Das Vorderrad hebt ab [1]. Du hebst es nur so hoch wie nötig, die Arme bleiben gestreckt (Praxis, vgl. [2]).

Meilenstein: Das Vorderrad landet sauber auf der Stufe, ohne dass du nach hinten kippst.

3. Oberkörper nach vorn: Das Hinterrad entlasten

Sobald das Vorderrad auf der Stufe ist, verlagerst du den Oberkörper nach vorn und entlastest das Hinterrad. Es rollt auf die Stufe [1].

Meilenstein: Du spürst das Hinterrad kurz leicht werden und hörst keinen harten Schlag.

4. Weitertreten

Bei langsamer Fahrt oder wenn der Schwung nicht reicht, trittst du weiter, während das Hinterrad hochrollt. Achte dabei auf Bodenkontakt der Pedale. Gegebenenfalls reicht ein kurzer Kickimpuls, damit die Pedale nicht aufsetzen [1].

Meilenstein: Du kommst über die Stufe, ohne dass das Hinterrad an der Kante hängen bleibt.

5. Hohe Stufen und scharfe Kanten: Hinterrad aktiv hochziehen

Bei hohen Stufen oder scharfen Kanten ziehst du das Hinterrad aktiv hoch, im Stehen oder kurz aus dem Sattel [1]. Das ist schon die Stufe, an der du abwägen darfst: Passt das heute, oder schiebst du?

Meilenstein: Du nimmst eine 15-Zentimeter-Stufe in drei von fünf Versuchen (Praxis).

Häufige Fehler

Sicherheitshinweise

Bergauf kippst du im Zweifel nach hinten. Rückwärtsstürze waren in der Videoanalyse mit 3,2 Prozent selten [3], die häufigsten Verletzungsorte beim Mountainbiken sind aber Kopf und obere Extremität [5]. Ein Helm senkte in einer Meta-Analyse über Radfahrer schwere Kopfverletzungen um rund 60 Prozent [6], ein Wert für Radfahren allgemein.

Wähle eine Stelle ohne Absturzkante hinter dir, ohne Gegenverkehr und mit Auslauf (Praxis). Wenn du dreimal hintereinander scheiterst, steig ab und schieb. Die Stufe läuft nicht weg. Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training.

Pro-Tipp

Üb die Stufe am Anfang der Steigung, nicht mittendrin. Dort hast du Schwung und Tritt ist leichter. Erst wenn du die Stufe im Rollen sicher nimmst, versuchst du sie aus langsamer Fahrt und im Hang (Praxis). Die BASPO gibt ausdrücklich zwei Varianten vor: mit Schwung, und bei Bedarf mit Weitertreten, bis das Hinterrad oben ist [1].

FAQ

Wie fahre ich mit dem Mountainbike eine Stufe bergauf?

Schwung holen mit dem Oberkörper nach vorn unten, kurz und kräftig antreten, Oberkörper nach hinten, Vorderrad auf die Stufe, Oberkörper nach vorn, Hinterrad entlasten, weitertreten [1].

Warum bleibt mein Hinterrad an der Stufe hängen?

Meist trittst du zu früh nicht mehr oder die Kante ist scharf. Tritt weiter, bis das Hinterrad oben ist, oder ziehe es bei scharfen Kanten aktiv hoch [1].

Ab welcher Höhe schiebe ich besser?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Die BASPO nennt nur, dass du bei hohen Stufen das Hinterrad aktiv hochziehen musst [1]. Wenn du dreimal hintereinander scheiterst oder dir die Kante Angst macht, schiebst du (Praxis).

Kann ich mit Klickpedalen Stufen bergauf fahren?

Ja. Bei Klickpedalen reicht es nach der BASPO, mit den Beinen leicht abzuspringen und die Beine anzuziehen [7]. Für das Lernen empfiehlt die DIMB Flat Pedals [4].

Schritt für Schritt

  1. Schwung holen: Gleichmäßig anfahren, kurz vor der Stufe den Oberkörper nach vorn unten bewegen.
  2. Tretimpuls und Oberkörper zurück: Kurz und kräftig antreten, Oberkörper nach hinten, das Vorderrad hebt ab.
  3. Hinterrad entlasten: Vorderrad auf der Stufe, Oberkörper nach vorn, das Hinterrad rollt nach.
  4. Weitertreten: Weitertreten, bis das Hinterrad oben ist, und auf Pedalkontakt achten.
  5. Hohe Kanten aktiv nehmen: Bei hohen Stufen oder scharfen Kanten das Hinterrad aktiv hochziehen oder schieben.

Key Takeaways

Nächster Guide

Hinterrad anheben auf dem Mountainbike: Druck auf die Pedale statt Zug am Lenker — [object Object]

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