Speerwurf: Die drei Grifftechniken

Finnischer, Amerikanischer oder Zangengriff? Wie du den Speer richtig hältst und welcher Griff für Einsteiger am besten passt.

Sportart: Leichtathletik · Level: Anfänger

Einleitung

Die ehrliche Antwort vorweg: Es gibt nicht den einen richtigen Speergriff — es gibt drei anerkannte Varianten, und für den Start ist die einfachste oft die beste. Wie du den Speer hältst, entscheidet mit darüber, wie viel Kontrolle du über Richtung und Rotation beim Abflug hast.

Am weitesten verbreitet ist der Finnische Griff: Der Mittelfinger drückt hinter die Kordel, der Zeigefinger liegt gestreckt am Speerschaft entlang und gibt Richtung vor [1]. Die meisten Weltklasse-Werfer nutzen ihn, weil er die feinste Steuerung beim Loslassen erlaubt.

Der Amerikanische Griff ist fast identisch, nur drückt hier der Zeigefinger hinter die Kordel statt der Mittelfinger [1]. Er erzeugt etwas mehr Rotation im Flug und gilt als guter Zwischenschritt auf dem Weg zum Finnischen Griff.

Für den allerersten Kontakt mit dem Gerät empfiehlt sich der Zangengriff: Zeige- und Mittelfinger liegen wie eine Gabel um die Kordel, die übrigen Finger stützen locker [2]. Er fühlt sich am natürlichsten an — deshalb ist er der klassische Einsteiger-Griff.

Ein Fehler, den fast jeder Anfänger macht: den Speer quer in der Handfläche liegen lassen, statt ihn parallel zum Unterarm zu führen. Das kostet Kontrolle über die Ausrichtung im Abwurf und ist meist der erste Punkt, den ein Trainer korrigiert.

Was du brauchst

Schritt für Schritt

1. Starte mit dem Zangengriff

Leg Zeige- und Mittelfinger wie eine Gabel um die Kordel, die restlichen Finger locker darum. Der Speer liegt parallel zum Unterarm, nicht quer in der Handfläche — das ist der wichtigste Einzelpunkt bei jedem der drei Griffe.

2. Wechsle zum Amerikanischen Griff

Sobald der Zangengriff sitzt, probier den Amerikanischen Griff: Der Zeigefinger drückt hinter die Kordel, der Mittelfinger stützt seitlich. Dieser Griff erzeugt beim Abflug etwas mehr Spin, was die Flugstabilität leicht erhöhen kann.

3. Arbeite Richtung Finnischer Griff

Der Finnische Griff ist das langfristige Ziel: Der Mittelfinger drückt hinter die Kordel, der Zeigefinger liegt gestreckt am Schaft und funktioniert wie ein Zielgerät für die letzte Phase des Abwurfs [1]. Die meisten Elite-Athleten nutzen ihn wegen der besseren Feinsteuerung.

4. Griffdruck richtig dosieren

Halt den Speer fest genug, dass er nicht wackelt, aber locker genug, dass die Wurfbewegung frei bleibt. Ein verkrampfter Griff bremst die Beschleunigung in der letzten Wurfphase — genau das Gegenteil von dem, was du willst.

5. Wechsle nicht zu früh zwischen den Griffen

Bleib mehrere Trainingseinheiten bei einem Griff, bevor du wechselst. Ständiges Hin-und-her verhindert, dass sich ein sauberes Muster einschleift — Konstanz schlägt hier Experimentierfreude.

Häufige Fehler

Sicherheitshinweise

Ein zu lockerer Griff erhöht das Risiko, dass der Speer unkontrolliert aus der Hand rutscht — auch im Training kein triviales Risiko in einer Halle oder auf engem Raum. Prüf besonders bei Nässe oder Kälte deinen Griff, bevor du volle Kraft investierst.

Achte darauf, dass kein Finger zwischen Kordel und Speerschaft eingeklemmt wird — das kann beim Abwurf zu schmerzhaften Verletzungen führen.

Pro-Tipp

Übe den Griff auch ganz ohne Wurf, einfach beim Herumtragen des Speers im Training. Je vertrauter sich die Handstellung anfühlt, desto weniger musst du im entscheidenden Moment des Abwurfs bewusst darüber nachdenken — und genau das macht am Ende den Unterschied.

FAQ

Welcher Speergriff ist der beste für Anfänger?

Der Zangengriff ist der einsteigerfreundlichste, weil er sich am natürlichsten anfühlt [2]. Fortgeschrittene wechseln meist über den Amerikanischen zum Finnischen Griff, dem am weitesten verbreiteten Griff im Spitzensport.

Was ist der Unterschied zwischen Finnischem und Amerikanischem Griff?

Beim Finnischen Griff drückt der Mittelfinger hinter die Kordel, beim Amerikanischen der Zeigefinger [1]. Der Finnische Griff gilt als präziser in der Steuerung, der Amerikanische erzeugt etwas mehr Rotation im Flug.

Wie fest sollte ich den Speer greifen?

Fest genug, dass er nicht wackelt, aber locker genug, dass die Wurfbewegung nicht gebremst wird. Ein verkrampfter Griff kostet dich in der Beschleunigungsphase mehr Energie, als er an Kontrolle bringt.

Muss ich mehrere Griffe lernen?

Nicht zwingend, aber es hilft. Viele Trainer lassen Einsteiger über den Zangengriff starten und arbeiten dann schrittweise zum Finnischen Griff — das gibt dir ein Gefühl dafür, welche Variante zu deiner Hand passt.

Schritt für Schritt

  1. Zangengriff als Start: Zeige- und Mittelfinger wie eine Gabel um die Kordel, Speer parallel zum Unterarm — der klassische Einsteiger-Griff.
  2. Amerikanischer Griff: Zeigefinger drückt hinter die Kordel, erzeugt etwas mehr Rotation im Flug — guter Zwischenschritt.
  3. Finnischer Griff als Ziel: Mittelfinger drückt hinter die Kordel, Zeigefinger gestreckt am Schaft — feinste Steuerung, Griff der Elite.
  4. Konstanz vor Wechsel: Einen Griff über mehrere Einheiten festigen, statt ständig zu wechseln — so schleift sich ein sauberes Muster ein.

Key Takeaways

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