Schersprung lernen: Anlauf von der Seite, Absprungbein finden, Latte mit den Beinen überqueren – mit Matte, Fehlern, Regeln und dem Weg zum Flop.
Der Schersprung ist ein Hochsprungstil, bei dem du die Latte mit einer Scherenbewegung der Beine überquerst: Erst geht das Schwungbein über die Latte, dann folgt das Sprungbein. Du springst dabei wie in jedem Hochsprung mit einem Fuß ab [1]. Er ist der einfachste Stil, weil du ihn nach wenigen Anläufen ausführen kannst und keine Rückenlage brauchst.
Die ehrliche Antwort auf die Frage, ob sich das lohnt: Für hohe Höhen nicht, für den Einstieg sehr. Der Flop hat sich über Jahrzehnte durchgesetzt, weil er die geringste Differenz zwischen Körperschwerpunkt und Latte hat und ein Kurvenanlauf Fliehkraft nutzt [3]. Beim Schersprung lernst du dafür aber das Wesentliche: das Einsetzen des Schwungbeins aus dem Absprung. Der Landesverband beschreibt genau das als Voraussetzung für den Flop ab der U14 [2].
Realistisch brauchst du drei bis vier Einheiten, bis ein Schersprung sauber aussieht. Das ist ein Erfahrungswert; Studien dazu habe ich nicht gefunden.
Lauf geradeaus an, spring einbeinig nach oben ab und lande auf beiden Beinen auf der Matte, über geringe Höhe [3]. Du lernst, aus dem Lauf nach oben zu springen statt nach vorn.
Meilenstein (Praxis-Standard): 10 Sprünge mit sauberem Absprung, ohne die Matte zu verfehlen.
Teste, mit welchem Bein du lieber abspringst. Das andere ist dein Schwungbein, das du aktiv nach oben schwingst. Der Landesverband trainiert in der Kinderleichtathletik genau dieses Einsetzen des jeweiligen Schwungbeins [2].
Meilenstein: dein Absprungbein ist klar, und der Absprung fühlt sich stabil an.
Lauf schräg von der Seite an, und zwar auf der Seite des Schwungbeins [3]. Springe ab, schwing das Schwungbein hoch und führe das Sprungbein nach. Als Zielmarke hilft ein Seil oder Gummiband auf niedriger Höhe.
Meilenstein: 8 von 10 Sprüngen mit klarem Beinwechsel in der Luft.
Jetzt kommt die Latte dazu, zuerst niedrig. Die Beine dürfen gebeugt sein, so wird das Überqueren leichter [3]. Landung weich auf der Matte, Blick nach vorn.
Meilenstein: 5 gültige Sprünge hintereinander über deine Einstiegshöhe.
Steigere die Höhe in kleinen Schritten. Als Wettkampf- oder Trainingsform nennt das Lehrskript 10 bis 15 Schersprünge ohne Erholungspause, etwa 10 bis 15 Zentimeter unter der Bestleistung [3].
Meilenstein: Die Technik bleibt auch bei Ermüdung sauber.
Hochsprung ist ein Sprung aus dem Lauf auf eine Matte, und das Risiko liegt in der Landung. Spring nie ohne Matte. Die Matte muss groß genug sein und fest liegen. Beim Absprung wirken auf das Sprungbein Bodenreaktionskräfte, die ein Vielfaches des Körpergewichts betragen [5].
In einer japanischen Überwachungsstudie mit 51 und 54 Hochschulspringern in zwei Saisons war die häufigste Verletzung bei Hochspringern die Tendinose des langen Großzehenbeugers (15,8 %) [5]. Das ist eine kleine Stichprobe, zeigt aber: Der Absprungfuß braucht Pausen. Steigere Umfang und Höhe langsam.
Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training und keinen Trainer, vor allem nicht, sobald die Latte höher als hüfthoch kommt.
Wenn du später zum Flop wechseln willst, lohnt der Blick auf den Anlauf. In einer Studie mit 13 männlichen Hochspringern (Bestleistung 2,02 bis 2,31 m) erreichte der Körperschwerpunkt aus dem Kurvenanlauf im Mittel etwa 5,5 Zentimeter mehr Höhe als aus dem geraden Anlauf, ohne dass die Gelenke dafür mehr leisten mussten [4]. Das ist keine Aussage über Anfänger, zeigt aber, warum der Verband ab der U14 den bogenförmigen Anlauf lehrt [2]. Bleib trotzdem erst beim Schersprung, bis Absprung und Schwungbein sitzen.
Ein Hochsprung, bei dem du mit einem Fuß abspringst und die Latte mit einer Scherenbewegung der Beine überquerst, erst Schwungbein, dann Sprungbein [3]. Er ist der einfachste Hochsprungstil und wird im Nachwuchs als Einstieg gelehrt [2].
Mit dem Bein, mit dem du dich am sichersten nach oben abdrückst. Die Regeln verlangen nur, dass du mit einem Fuß abspringst [1]. Das andere Bein ist dein Schwungbein, das du aktiv nach oben schwingst.
Weil der Flop die geringste Differenz zwischen Körperschwerpunkt und Latte hat und der Kurvenanlauf Fliehkraft nutzt [3]. Beim Schersprung ist die Differenz zwischen Körperschwerpunkt und Latte größer als beim Flop, du verschenkst also Höhe.
Im Einstieg reichen 4 bis 6 Schritte [3]. Im Grundlagentraining der Verbände sind es für den Flop später etwa 5 bis 8 Schritte mit geradem und kurvigem Teil [2]. Starte kurz und mess den Anlauf so, dass du den Absprungpunkt jedes Mal triffst.
Das Regelwerk nennt für Wettkämpfe 0,7 Meter Höhe und mindestens 5 × 3 Meter Fläche [1]. Für das Lernen gilt: Die Matte muss deine Landung sicher fangen und darf nicht verrutschen. Wenn du unsicher bist, nimm eine größere oder lass dich von einem Trainer beraten.
Stabhochsprung-Anlauf: Stabtragen, Absenken und Einstich-Imitation — [object Object]