Am Routenende hängst du das Seil in die Umlenkung und lässt dich ab. Wo dabei die Bodenstürze passieren und mit welchen Handgriffen du sie vermeidest.
Umlenkung einhängen heißt: Du kletterst bis zum Routenende, hängst das Seil in die feste Umlenkung und lässt dich vom Partner ab. Die ehrliche Antwort auf „Das ist doch der einfachste Teil?": Es ist der Teil, in dem in der Halle die meisten Bodenstürze passieren. Die DAV-Kletterhallenunfallstatistik 2025 zählt allein beim Ablassen 15 von 36 Bodenstürzen [1].
In 12 dieser 15 Fälle lief das Seil unkontrolliert durch das Sicherungsgerät. Nur einer geschah nahe am Umlenker, im Mittel lagen die Höhen bei 5 Metern [1]. Dazu kommen Fälle, in denen die Verbindung zum Seil versagte: ein Einbindeknoten, der sich löste, oder ein fehlender Knoten im Seilende [1].
Für dich heißt das: Das Einhängen oben ist nicht nur ein Handgriff am Haken. Es ist der Moment, in dem du entscheidest, ob du dich dem System anvertraust. Ein ruhiger Blick kostet fünf Sekunden und fängt einen großen Teil dieser Unfälle ab.
Die letzten Meter sind nicht die schwierigsten, aber die teuersten.
Eingangs-Kriterien (Praxis-Standard):
Zur Routenbeurteilung gehört die Frage, ob eine Umlenkung existiert und ob das Seil beim Ablassen wieder bis zum Boden reicht [2]. Wer unten das Seilende nicht abgeknotet hat und oben merkt, dass das Seil nicht reicht, ist zu spät dran. Das Seilende wird im Partnercheck geprüft [3].
Meilenstein: Du prüfst vor dem Losklettern Seillänge und Seilende, ohne dass dein Partner fragt.
Auch die Umlenkung wird wie eine Zwischensicherung aus stabiler Position eingehängt [2]. Wer oben mit Rest-Kraft hektisch nach dem Karabiner greift, riskiert einen Sturz aus großer Höhe.
Meilenstein: Du findest am Ende der Route eine Position, in der du beide Hände einen Moment frei hast.
Der DAV beschreibt für den Klettergarten: Umlenkungen werden aus Sicherheits- und Naturschutzgründen nicht überklettert, und man hängt sie zunächst wie eine Zwischensicherung ein und beurteilt sie anschließend [2]. In der Halle gilt für Toprope: nie Seil auf Seil im Umlenkpunkt und nie über Schlingen sichern oder ablassen [3].
Meilenstein: Du erklärst deinem Trainer, was „nicht überklettern" bedeutet und warum.
Bevor du dich ins Seil setzt, wirfst du einen kurzen Blick auf deinen Knoten und den Karabiner. In der DAV-Statistik 2018 hing ein einfacher Achterknoten oben in der Umlenkung verklemmt, der Kletterer setzte sich ins Seil, der Knoten löste sich, Sturz aus 14 Metern mit diversen Brüchen [4]. In der Statistik 2022 löste sich im Toprope-Bereich beim Sitzen an der Umlenkung scheinbar ein Knoten, Bodensturz aus 10 Metern [5].
Meilenstein: Du machst vor dem Setzen jedes Mal einen Blick auf Knoten und Karabiner, auch bei Müdigkeit.
Am Umlenkpunkt ruft der Kletternde „Zu". Der Sichernde zieht das Seil straff ein, danach folgt „Ab" [3]. Setz dich erst, wenn das Seil straff ist, und lass dich langsam und gleichmäßig ab [3]. Die DAV-Statistik rät: konsequent kontrolliert ablassen, nicht zu schnell [1].
Meilenstein: Ihr beide verwendet die Kommandos Zu und Ab ohne Missverständnis, auch in einer vollen Halle.
Dieser Moment gehört in den Kurs, weil Fehler hier teuer sind. Die Zahlen: 15 Bodenstürze beim Ablassen, davon 8 mit mittelschweren und 3 mit schweren Verletzungen [1]. Der DAV schreibt zu Einbindefehlern, dass sie durch einen gründlichen Partnercheck vermeidbar gewesen wären [1].
Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training.
Sag oben laut „Zu" und halte danach einen Atemzug inne, bevor du dich setzt. In dieser Pause fällt dir dein Knoten auf, und dein Partner holt das Seil straff ein. Das ist Praxis aus Kursen, keine Studienaussage, aber es kostet nichts und schützt genau vor dem Moment, in dem die Statistik die meisten Unfälle zeigt.
In der Halle meist nicht im Toprope, dort läuft das Seil schon. Im Vorstieg hängst du das Seil am Ende in die Umlenkung. Im Klettergarten hängst du sie zuerst wie eine Zwischensicherung ein [2].
Weil dort zwei Fehlerquellen zusammenkommen: ein unkontrollierter Seildurchlauf und eine fehlerhafte Verbindung zum Seil. Beim Ablassen gab es 2025 15 von 36 Bodenstürzen [1].
Langsam und gleichmäßig, mit dosiertem Seildurchlauf durch die Bremshand [1][3].
Nein. Der DAV nennt das aus Sicherheits- und Naturschutzgründen als Regel [2]. Im Toprope bleibt dein Anseilpunkt immer unterhalb der Umlenkung [3].
Es wird nur verwendet, wenn der Kletternde aus der Sicherung genommen wird, zum Beispiel beim Abseilen. Beim Fädeln wird es nicht gerufen [2].
Halbmastwurf (HMS): Sichern mit nur einem Karabiner — [object Object]